Fußball: Stolz auf die Leistung, Ärger über das Ergebnis

Fußball : Stolz auf die Leistung, Ärger über das Ergebnis

Regionalliga-Nachdreher: Nach dem unglücklichen 1:2 im Derby gegen Gladbach waren sich alle Beecker einig: "Da war mehr drin."

Patrick Ajani staunte: "Das ist ja ein ganz anderer Fußball als vor zwei Jahren. Die Jungs spielen richtig mit, trauen sich was zu", meinte am Freitagabend anerkennend der langjährige Spieler des FC Wegberg-Beeck, der eben auch Beecks erste Regionalligasaison mitgemacht hatte und nun im Derby gegen die U 23 Borussia Mönchengladbachs erstmals in dieser Spielzeit sein altes Team sah.

Die bemerkenswerte Fortentwicklung unterstreichen die entsprechenden Resultate: Vor zwei Jahren verlor Beeck gegen Borussia 0:5 im Grenzlandstadion und daheim 2:6 - nun waren die Kleeblätter ganz nah zumindest an einem Punkt dran, verloren nach einer vor allem in der zweiten Halbzeit äußerst couragierten Vorstellung unglücklich 1:2.

Den Unterschied zu damals brachte Beecks Teamchef Friedel Henßen so auf den Punkt: "Vor zwei Jahren hätten wir bei einer so knappen Niederlage gegen Gladbach noch ,Hurra' gerufen. Jetzt sitzen die Jungs enttäuscht in der Kabine."

Freilich auch mit einer gehörigen Portion Stolz: "Auf diese Leistung können wir auf alle Fälle aufbauen. Wir haben nicht nur verteidigt, sondern gerade in der zweiten Halbzeit richtig mitgespielt. Wir hatten uns zur Pause vorgenommen, noch eine Schippe draufzulegen - und das haben wir getan. Daher können wir hoch erhobenen Hauptes vom Platz gehen", fasste Nico Czichi, der wie in Rhynern wieder in der Anfangself stand, den aufregenden Kick zusammen.

Für Borussias wie gewohnt sehr umgänglichen Coach Arie van Lent war das sogar entschieden zu viel Aufregung: "Wir hätten das Spiel in der ersten Hälfte entscheiden können. Doch dann wurde es ja richtig aufregend, haben wir das Spiel völlig aus der Hand gegeben. Die zweite Halbzeit war von uns sehr schwach."

Beecks wieder sehr quirliger Shpend Hasani, der entschlossen und mit viel Mumm in die Zweikämpfe ging, hatte kurz nach Wiederanpfiff vor den gut 700 Zuschauern im Waldstadion den Ausgleich erzielt. Mit seinem fünften Saisontor zog er mit Sturmkollege Sahin Dagistan gleich, der bei allem Einsatz diesmal ein wenig im Schatten seines Kollegen stand. Danach drängte Beeck mit viel Adrenalin im Blut sogar aufs Führungstor. "Da hatte sich bei uns schon eine gewisse Euphorie breitgemacht. Wir wollten einfach noch mehr", schilderte Innenverteidiger Danny Fäuster das Beecker Stürmen und Drängen.

Um dann nach einem leichtfertigen Ballverlust brutal durch Doppeltorschütze Mike Feigenspan ausgekontert zu werden. Henßen bemängelte da auch mangelnde Cleverness: "In so einer Situation muss man einfach auch mal ein taktisches Foul begehen."

Von Borussia war bis dahin in Hälfte zwei nicht viel zu sehen. Was sich auch fortan nicht grundlegend ändern sollte - auch wenn der Favorit mit fortschreitender Spieldauer zwangsläufig mehr Räume bekam. Zwingende Chancen, Beeck den Blattschuss zu versetzen, hatten die Fohlen jedenfalls nicht mehr.

Umso mehr Chancen auf den erneuten Ausgleich hatten die Schwarz-Roten, scheiterten aber immer wieder an Gladbachs vorzüglichem Keeper Moritz Nicolas, der nachhaltig unterstrich, warum er zu Gladbachs Profikader gehört.

"Da war mehr drin", fasste Fäuster stellvertretend für alle zusammen. "Einen Punkt hätten wir auf alle Fälle verdient gehabt", präzisierte Henßen, der auch grundsätzlichen zurzeit sehr zufrieden ist: "Die Mischung aus Fußball arbeiten und Fußball spielen stimmt schon seit Wochen. Dazu kommt der tolle Teamgeist."

Was auch bedeutet, mal über die persönliche Schmerzgrenze zu gehen - demonstriert an diesem Abend nicht zuletzt von Beecks Abräumer und Ankurbler Sebastian Wilms in der Defensivzentrale: Trotz starker Erkältung lieferte "Sepp" ein klasse Spiel ab - beileibe nicht nur wegen seiner Vorlage zu Hasanis Tor.

(emo)