Fußball : Sieg - und Beeck wäre erneut Regionalligist

Mittelrheinliga: FC will gegen Arnoldsweiler am Sonntag ab 17 Uhr die Rückkehr in die 4. Liga perfekt machen. Abschied von Berkigt.

Im letzten Spiel seiner aktiven Karriere zum vierten Mal nach 2005, 2010 und 2015 die Meisterschaft in der höchsten Verbandsklasse holen und den Aufstieg feiern: Das winkt am Sonntag Arian Berkigt. Da führt der Kapitän des FC Wegberg-Beeck, der nach 14 Jahren bei den Schwarz-Roten die Fußballschuhe an den Nagel hängt, seine Elf gegen Viktoria Arnoldsweiler zum letzten Mal aufs Feld.

"Ganz klar, jetzt wollen wir das auch schaffen, möchte ich mich mit dem erneuten Regionalliga-Aufstieg verabschieden", bekräftigt der 33-Jährige, der seine gesamte Seniorenlaufbahn in Beeck absolviert hat. Vor dem Spiel winkt ihm schon mal ein ganz großer Bahnhof, dürfte "Ari" so feierlich in den fußballerischen Ruhestand verabschiedet werden, wie noch nie ein Spieler in Beeck verabschiedet worden ist.

Die Partie selbst wird erst um 17 Uhr angepfiffen. Grund: Aufstiegskonkurrent TV Herkenrath kann wegen des parallelen traditionsreichen Radrennens "Rund um Köln", das bei seiner 101. Auflage unmittelbar am Herkenrather Stadion vorbeiführt, seine Partie gegen den designierten Absteiger FC Inde Hahn auch erst um 17 Uhr beginnen - Partien, die am letzten Spieltag Auswirkungen auf Auf- und Abstieg haben, müssen nun einmal parallel ausgetragen werden. Aus diesem Grund wird auch das Match des rechnerisch noch nicht ganz geretteten FC Hennef in Friesdorf erst um 17 Uhr angepfiffen.

Die Ausgangslage ist klar: Mit einem Sieg wäre Beeck Regionalligist - die Kleeblätter haben bei Punktgleichheit mit Herkenrath das um acht Treffer besser Torverhältnis. Gewinnt der FC also beispielsweise 2:0, müsste der TV schon 10:0 siegen, um noch an Beeck vorbeizuziehen. "Das sollte eigentlich nicht möglich sein, dafür hat Inde Hahn auch zu viel Qualität", sagt Beecks Coach Friedel Henßen. Um aber verlässlich jederzeit über den Spielstand in Herkenrath informiert zu sein, ist dort Beecks A-Jugendtrainer André Lehnen vor Ort. "André hatte sich dafür von sich aus angeboten, da er berufsbedingt an diesem Tag vorher ohnehin im Kölner Raum ist", erläutert Henßen.

Personell kann Beecks Coach aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den verletzten Lorenz Klee wirkten beim Dienstagtraining alle Mann des Kaders mit. Inklusive der Torhüter waren das genau 26 Akteure - sogar Rekonvaleszent Sebastian Wilms machte einige Spielformen mit.

Sorge, dass seinen Jungs so kurz vor dem großen Ziel nun die Nerven einen Streich spielen, hat Henßen nicht: "Wir müssen wie schon zuletzt beim 3:0 in Inde Hahn einfach die nötige Geduld aufbringen. Da stand's zur Pause ja noch 0:0. Doch wir wussten, dass wir mehr zuzusetzen hatten. Genauso müssen wir es nun auch gegen Arnoldsweiler wieder machen. Wir dürfen nicht überdrehen, müssen bei allem Vorwärtsdrang kühlen Kopf bewahren."

Auch daher werde er an den gewohnten Abläufen vor einem Spiel nichts ändern. "Wir werden alles so machen wie sonst auch", versichert Henßen und schiebt schmunzelnd hinterher: "In erster Linie geht es für uns ohnehin darum, unseren Kapitän als Meister in den Ruhestand zu verabschieden. Da sind wir ganz selbstlos."

Die Viktoria, die bereits vor drei Wochen mit dem 3:0 bei Absteiger Rheinbach auch den rechnerischen Klassenerhalt klargemacht hatte, nahm Henßen am vergangenen Spieltag bei deren 2:0 gegen Friesdorf noch einmal unter die Lupe. "Arnoldsweiler ist durch die Bank mit guten Fußballern besetzt - und Innenverteidiger Marcus Weber kennen wir ja noch aus seiner Zeit bei uns sehr gut."

Umgekehrt beobachtete Viktorias Trainer Frank Rombey, der im Sommer 2015 den langjährigen Coach Bernd Lennartz abgelöst hatte, die Kleeblätter beim 3:0 in Hahn. "Ich war beeindruckt, wie ruhig, geduldig und abgeklärt Beeck da gespielt hat. Das zeichnet eben eine Spitzenmannschaft aus. Und was bei Beeck erschwerend dazukommt: Beim FC können alle Spieler Tore machen - Beeck kann man daher wirklich ganz schwer ausrechnen." In der Tat: Die Schwarz-Roten haben zwar keinen Toptorjäger (mit je zehn Treffern führen Berkigt und Sahin Dagistan die interne Schützenliste an), doch dafür haben sage und schreibe schon 15 Akteure in dieser Spielzeit eingelocht - Ligarekord.

Beeck und Arnoldsweiler spielen in der Mittelrheinliga schon sehr lange gegeneinander, kennen sich daher auf dem Effeff, verstehen sich auch die Verantwortlichen beider Klubs bemerkenswert gut. "Wir pflegen schon seit vielen Jahren einen sehr guten Kontakt zu Beeck. Doch wir machen aus dem Spiel am Sonntag definitiv keine Kaffeefahrt, werden alles tun, um in Beeck zu punkten. Das sind wir unserem guten Ruf schuldig, den wir uns über viele Jahre aufgebaut haben", sagt Rombey mit Nachdruck.

(emo)
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