Kampfsport: Sich mit Kampfkunst selbst verteidigen

Kampfsport: Sich mit Kampfkunst selbst verteidigen

Seit Mai 2013 leitet Walter Ranglack die Wing-Tsun-Kampfkunstschule an der Erkelenzer Südpromenade. Kinder und Erwachsene lernen hier, wie man sich selbst verteidigt und behauptet. Wichtig dabei: Respekt voreinander haben.

Ein lautes "Nein!" ertönt. "Lass' mich in Ruhe", kommt direkt hinterher. Der unbeteiligte Beobachter könnte sich jetzt seine Gedanken machen. Die Szenerie spielt sich allerdings in der Kampfkunstschule von Walter Ranglack in der Erkelenzer Südpromenade ab. Gerade ist er beim Training mit Kindern. Und dabei muss Ranglack eine ganze Menge einstecken. "Jetzt solltest du kräftig gegen das Schienbein treten", lautet seine Aufforderung an das Mädchen, das ihm gegenübersteht. Und das lässt sich nicht lange bitten.

In dem gerade laufenden Kursus lernen die Kinder, was Selbstverteidigung und Selbstbehauptung ist. Markus Schlaack ist der Vater einer kleinen Teilnehmerin. Paula ist sechs Jahre jung. Ihren Eltern ist es wichtig, das Paula lernt, wie sie sich durchsetzen kann. "Vor etwa anderthalb Jahren haben wir uns Walter Ranglacks Schule angesehen. In Probetrainings haben wir ein gutes Bild gesehen, und außerdem hat sich Paula nicht nur schnell wohlgefühlt, sondern es hat ihr richtig Spaß gemacht", berichtet Schlaack. Seit dieser Zeit nimmt Paula an den Kursen teil. Im Lauf der Zeit hat auch Markus Schlaack Gefallen an dem gefunden, was seine Tochter erlernt. Das Ergebnis: Mittlerweile lässt sich Schlaack selbst in der Kampfkunst Wing Tsun ausbilden. Sein Ziel ist, selbst Übungsleiter zu werden, sich am Unterricht in Ranglacks Schule zu beteiligen. "Doch ehe es soweit ist, stehen noch diverse Prüfungen auf dem Plan", sagt Schlaack, der sich früher schon in der Jugendarbeit engagiert hat und hier wieder aktiv werden möchte. Markus Schlaack hat sich eingehend mit dem Thema beschäftigt. Er erzählt, dass die Geschichte des Wing Tsun in einem Shaolin-Kloster in China beginnt. Eine Nonne habe diese Art von Kampfkunst für Frauen entwickelt. "Unterm Strich ist das eine weiche Kampfkunst, die ohne viel Kraftaufwand auskommt. Mittlerweile gehen Markus Schlaack und Walter Ranglack, der die Schule seit Mai 2013 in Erkelenz leitet, auch an Schulen, um Kinder zu sensibilisieren. Zum Beispiel die evangelische Grundschule in Schwanenberg. "Da musste ich den bösen Mann spielen, der die Kinder aus dem Auto heraus anlocken will", erinnert sich Schlaack. Wohlgefühlt habe er sich dabei nicht, da ihm der Ernst der Übung durchaus bewusst wurde. Schlaack betont: "Es ist wichtig, dass die Kinder lernen, wie sie sich in einer solchen Situation zur Wehr setzen können." Angebote wie dieses gab es neben Schwanenberg auch am Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg, an der Pestalozzischule Erkelenz und der Gemeinschaftsgrundschule Gerderath - und zwar im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften.

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Im Training in der Schule an der Südpromenade beschäftigt sich Ranglack gerade mit den Kindern. Die haben sichtlich Spaß mit ihrem Lehrer. Für diesen sorgt Ranglack auch ganz bewusst. "Natürlich ist es auch wichtig, dass die Kinder lernen, respektvoll miteinander umzugehen", sagt er. Auch darauf achtet er, wenn die Kinder im Training sind. Gute Sitte ist es daher auch, dass man sich in aller Form voneinander verabschiedet, wenn wieder eine Trainingseinheit beendet ist.

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