Fußball : Schwacher FC im Kleeblatt-Duell chancenlos

Regionalliga: Beeck verliert bei RW Oberhausen vor über 3000 Zuschauern im Niederrheinstadion auch in der Höhe verdient 0:4.

Erstmals in dieser Saison waren am Samstag Vereinschef Günter Stroinski und Leistungsträger Maurice Passage bei einem Spiel ihres FC Wegberg-Beeck nicht zugegegen - beide wegen ihrer jeweiligen Operation. Verpasst hat das Duo im Niederrheinstadion herzlich wenig: Der FC verlor im Duell der Kleeblätter bei RW Oberhausen auch in der Höhe verdient 0:4, kam zu keiner Phase für einen Punktgewinn in Frage - auch wenn es diesmal nicht das fast schon obligatorisch frühe Gegentor gab.

"Das war absolut enttäuschend. Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gegangen, nur hinterhergelaufen, kamen immer einen Schritt zu spät. Wir haben es RWO viel zu leicht gemacht. Wenn wir so spielen, haben wir in der Regionalliga keine Chance - gegen kein Team", sagte frustriert Beecks Teamchef Friedel Henßen. Kapitän Arian Berkigt sekundierte: "Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Der Gegner konnte immer schön zum nächsten freien Mann spielen, wir haben nur Geleitschutz gegeben. Wir waren einfach auch zu lieb."

Gegenüber der guten Vorstellung beim 2:3 gegen Schalkes U23 waren die Schwarz-Roten nicht wiederzuerkennen - bei den Feldspielern mit Ausnahme des aggressiven und sehr lauffreudigen Stefan Thelen. Dabei begannen die Gäste erneut mutig im 4-4-2, ließen sich aber von Anpfiff weg sehr weit in die eigene Hälfte zurückdrängen. "Das war so natürlich nicht geplant", merkte Henßen an, der sein Team ein wenig umstellen musste: Rechtsverteidiger Fabio Ribeiro fiel wegen einer Wadenzerrung aus, für ihn rückte Marko Karamarko von der linken Abwehrseite nach rechts und Sebastian Wilms von der Sechs nach links hinten. Als zweiter Mann vor der Abwehr neu ins Spiel kam David Azin.

Am Einbahnstraßenfußball Richtung Beecker Tor änderte das nichts. Nachdem die Gastgeber einige gute bis sehr gute Gelegenheiten vergeben hatten oder auch am aufmerksamen Beecker Keeper Patrick Nettekoven gescheitert waren, fiel die überfällige Führung: Eine Flanke von Offensiv-Rechtsverteidiger Christoph Caspari nahm Simon Engelmann vor der Strafraumgrenze volley, jagte den Ball unter die Latte - ein echtes Tor des Monats (33.).

Drei Minuten später schoss Beeck in Person von Johannes Walbaum das einzige Mal im Spiel gefährlich aufs Tor - das freilich aus 55 Metern. Der FC-Vizekapitän hatte gesehen, dass Keeper Robin Udegbe sehr weit vor seinem Tor stand, hielt daher einfach mal drauf - mit den Fingerspitzen lenkte der zurückhechtende Keeper den Ball über die Latte (36.). Fünf Minuten später war die Partie praktisch aber schon entschieden: Nach einem Engelmann-Zuspiel traf Youngster Raphael Steinmetz mit rechts ins linke Eck - sein siebtes Saisontor (41.).

Kurz nach der Pause traf Steinmetz den Innenpfosten (52.). Für die endgültige Entscheidung sorgte per Doppelpack der frischgebackene Vater Patrick Bauder. Erst traf er nach einer weiteren Caspari-Hereingabe, die Dominik Reinert auf ihn zurücklegte (66.), dann nach einem weiten Steinmetz-Pass (68.).

Passend zum generell gebrauchten Tag, den sich Beeck hatte andrehen lassen, sah Wilms kurz vor Schluss nach wiederholtem Foulspiel die Ampelkarte (86.), fehlt damit am Samstag im Kellerduell gegen den FC Kray. Schiri Christopher Schütter (Werl) hatte Wilms zunächst nur Gelb gezeigt, dann bei einem Blick auf seine Spielberichtskarte aber festgestellt, dass Wilms schon verwarnt war, und hatte folglich keine andere Wahl mehr, als ihm Gelb-Rot zu zeigen.

Sehr erfreut war nach dem fünften Heimsieg in Folge dagegen Oberhausens Trainer Andreas "Zimbo" Zimmermann, der "Chef der Maloche", wie es auf seinem Sitz im RWO-Presseraum steht: "Meine Mannschaft hat eins-zu-eins umgesetzt, was wir besprochen hatten. Wir haben Beeck nicht den Hauch einer Chance gelassen und einige sehr schöne Tore geschossen."

Das geschah vor erstaunlich guter Kulisse: Exakt 3088 Zuschauer hatten den Weg ins traditionsreiche Niederrheinstadion gefunden, wo RWO seit 1926 zuhause ist - nicht zuletzt dank einer Fan- und Sponsoren-Kartenaktion, die unter dem Motto "Vor dem Abriss machen wir die Emscherkurve noch mal voll!" stand. Dazu waren etliche Flüchtlinge im Stadion, die der Verein zu diesem Spiel eingeladen hatte.

Beeck: Nettekoven - Karamarko, Küppers, Walbaum, Wilms - Azin (46. Ajani), Thelen - Lambertz, Richter (72. Wirtz) - Berkigt (78. Bischoff), Dagistan

(emo)