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Saisonvorschau Wegberg-Beeck: Mit neuem System und Personal an alte Erfolge anknüpfen​

Saisonvorschau Wegberg-Beeck : Mit neuem System und Personal an alte Erfolge anknüpfen

Am Sonntag startet der FC Wegberg-Beeck mit dem Heimspiel gegen Viktoria Arnoldsweiler in die Mittelrheinliga-Saison. In der neuen und doch vertrauten Umgebung peilt der Regionalliga-Absteiger einen Platz im oberen Drittel an – und würde sich auch gegen einen erneuten Aufstieg nicht wehren. Der Kader ist mit 20 Mann, darunter acht Neue, recht schlank. Bevorzugtes Spielsystem ist nun ein 3-4-3.

Zum dritten Mal nach 2016 und 2018 war Beeck im Mai aus der Regionalliga abgestiegen, nachdem in der Saison davor dort erstmals der Klassenerhalt geglückt war. In Beecks Stammklasse, der Mittelrheinliga, möchte der FC nun wieder an alte Erfolge anknüpfen. Fakten und Einschätzungen wenige Tage vor dem Start.

Kommen und Gehen Zur neuen Saison präsentiert sich Beecks Kader erheblich verschlankt: Statt 26 Mann wie zuvor sind es nun nur noch 20 Akteure. 14 Spieler verließen den Verein, acht neue kamen. Zwölf Mann sind noch aus der Vorsaison dabei. Doch während der Abwehrblock weitestgehend zusammengeblieben ist, nachdem auch noch Nils Hühne geblieben und zudem mit Maurice Pluntke (von Regionalliga-Aufsteiger 1. FC Bocholt) ein gestandener Akteur dazugekommen ist, sieht das in der Offensive grundlegend anders aus. Da sind aus der Vorsaison nur noch die Angreifer Shpend Hasani und Marc Kleefisch sowie Mittelfeldspieler Justin Hoffmanns übrig geblieben. Alle weiteren Akteure sind dort neu – darunter mit Dimitrios Touratzidis (von Oberligist 1. FC Monheim), Tarik Handzic (von Landesligist Germania Teveren) und Dogukan Türkmen (von Mittelrheinligist VfL Vichttal) gleich drei echte Stürmer.

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Ebenfalls aus Vichttal kam Folajomi Orolade, ein offensiver Mittelfeldspieler für die rechte Seite. Mittelrheinliga-Erfahrung bringt auch Backup-Sechser Adrijan Behrami (SV Breinig) mit. Vom 1. FC Mönchengladbach kam Mittelfeldakteur Julio Torrens, der in Beeck nun sein erstes Seniorenjahr spielt. Ebenfalls ein Nachwuchsmann ist Daniel Pfaffenroth (bislang Oberligist FSV Duisburg), der als Ersatz für die linke Schiene vorgesehen ist.

Bei den Abgängen wiegt der Verlust von Jeff-Denis Fehr sicherlich am schwersten. Der Kreativspieler hat sich wie auch Torwart Tiago Estevao und Jan Bach dem ambitionierten Regionalligisten SV Rödinghausen angeschlossen. Ebenfalls Stammspieler waren in Beeck Mohamed Redjeb (zu Oberligist TuS Koblenz) und Meik Kühnel (zu Regionalliga-Aufsteiger 1. FC Düren).

Definitiv abgeschlossen sind die Personalplanungen aber noch nicht – bis Ende August läuft ja auch noch die Transferperiode. „Aktuell haben wir nicht vor, noch was zu machen, doch sollte uns noch ein interessanter Spieler über den Weg laufen, wären wir nicht abgeneigt“, erklärt Beecks Sportlicher Leiter Friedel Henßen.


Noch nicht dabei Ein Zugang ist noch nicht für Pflichtpartien spielberechtigt: Den Nachwuchsmann Torrens hat ­Beeck nicht zu einem Vertragsspieler gemacht. „Entgegen der ursprünglichen Zusicherung hat er noch nicht die Freigabe vom 1. FC Mönchengladbach erhalten“, erläutert Henßen. Da Torrens für Gladbach aber letztmals bereits am 3. März kickte, ist er ab dem 3. September ohne Ablöse spielberechtigt – der 19-Jährige verpasst damit also nur die ersten beiden Punktspiele.


Vorbereitung/Testspiele Seit fünf Wochen bereitet sich der FC auf die neue Saison vor. Rein ergebnistechnisch sind die Vorbereitungsspiele bislang makellos gelaufen: Neun Spiele, neun Siege – jeweils drei im Kreispokal, beim Rurdorf-Cup und in reinen Testspielen. Am Sonntag gab es einen klaren 5:0-Testspielerfolg gegen Landesligist ASV Süchteln. Die spektakulärste Partie war direkt die erste: Den Oberligisten Monheim nahm Beeck 8:1 auseinander – und der war damit noch bestens bedient. Das schwächste Spiel war vergangene Woche das mühsame 3:0 im Kreispokal-Viertelfinale beim B-Ligisten TuS Jahn Hilfarth.

Spielsystem/Aufstellung Coach Mark Zeh hat in der Vorbereitung umgestellt – von Vierer- auf Dreierkette. Zentraler Mann vor Torwart Stefan Zabel ist dabei Pluntke, der auch kommunikationstechnisch vorangeht. Rechts von ihm spielt Nils Hühne, um den Platz links in der Kette kämpfen Yannik Leersmacher und Denis Schütte, der nach seinem Anfang der vergangenen Saison erlittenen Kreuzbandriss, der ihn zu einer sehr langen Pause zwang, als halber Neuzugang zu werten ist.

Den Platz auf der Sechs dürfte Sebastian Wilms sicher haben, und davor spielt nun Justin Hoffmanns, der von der bisherigen Außenbahn ins Zentrum gerückt ist. Die Außenpositionen dürften zwei bewährte Kräfte besetzen: rechts Kapitän Maurice Passage, links Norman Post.

Um die drei Plätze im Sturm, der sehr variabel mit vielen Positionswechseln spielen soll, rangeln die fünf Angreifer. Gesetzt dürfte dabei Touratzidis sein, der in der Vorbereitung aus diesem Quintett bislang den stärksten Eindruck hinterlassen hat. Die neue taktische Grundausrichtung ist auf alle Fälle ein 3-4-3. „Wir wollen wesentlich offensiver als in der Regionalliga spielen“, hatte Zeh bereits zu Beginn der Vorbereitung angekündigt – und das ist mit diesem System logischer Weise auch möglich.

Stärken/Schwächen Mit dem vorhandenen Personal sollte das Ziel, sich auf Dauer im oberen Drittel festzusetzen, auch umzusetzen sein. An Qualität in der Offensive hat Beeck gegenüber der Vorsaison erheblich zugelegt, und die Defensive hat mit Pluntke noch mal einen starken Akteur dazugewonnen. Klares Manko in den Vorbereitungsspielen war aber fast immer die unzureichende Chancenverwertung – die muss in der Mittelrheinliga eindeutig besser werden.

Favoriten Der Topfavorit für die anstehende Saison ist Regionalliga-Mitabsteiger Bonner SC. Ein zweites Jahr Mittelrheinliga könnte der BSC wohl weder seinem Umfeld noch seinen Sponsoren verkaufen – der Druck lastet daher auf Bonn. Dahinter reiht sich ein altbekanntes Trio ein, das auch allesamt schon Regionalliga gespielt hat und ebenfalls Ambitionen hegt: FC Hennef, SV Bergisch Gladbach – und eben Beeck. Dazu kommt der SV Eintracht Hohkeppel aus dem Bergischen Land. Der ist alles andere als ein normaler Aufsteiger, hat weit über ein Dutzend Spieler mit Regionalliga-Erfahrung im Kader – und redet auch schon offen vom Ziel, lieber kurz- als mittelfristig in der Regionalliga zu kicken.