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Reitturnier in Erkelenz: Kristopher Muckel bringt frischen Wind nach Hohenbusch

Erkelenzer Reitturnier : Junger Geschäftsführer bringt frischen Wind nach Hohenbusch

Vor gut einem Jahr wurde Kristopher Muckel (28) Geschäftsführer des Reit- und Fahrvereins Erkelenz. Nun durchlief er das erste große Turnier in Hohenbusch in seiner neuen Funktion.

Traditionell wird der Klostergarten von Haus Hohenbusch am Himmelfahrtswochenende zum Mittelpunkt des regionalen Reitsports, denn dann lädt der Reit- und Fahrverein Erkelenz zum großen Reit- und Springturnier ein. Mitten im Trubel: Kristopher Muckel, seit rund einem Jahr Geschäftsführer des Vereins und nun das erste Mal in seiner neuen Funktion mit der Organisation des großen Turniers betraut.

Seit 22 Jahren ist der Pferderücken sein zweites Zuhause. „Meine Mutter ist geritten, ich habe mit sechs Jahren angefangen. Aufhören stand für mich nie zur Debatte“. Bis heute reitet der 28-Jährige, der gebürtig aus Jülich stammt, in seinem Heimatstall in Mühlendorf. Dort widmet er sich mittlerweile schwerpunktmäßig der Ausbildung, sowohl der Pferde als auch der Reiter. Muckel reitet junge Pferde ein und gibt Unterricht. Mit den Trainerscheinen B und C für Basissport ist die Altersklasse ab 16 seine Hauptzielgruppe. Besonders wichtig sei, dass die Grundlagen harmonieren: „Ein guter Sitz im Sattel, der Takt muss stimmen, der Reiter muss losgelassen mit in die Bewegung des Pferdes eingehen“. Allesamt wichtige Kriterien der Richter beim Turnier in Hohenbusch. „Früher bin ich selbst Turnier geritten, aber mehr zum Spaß als für den großen sportlichen Erfolg“, erzählt Muckel. Sowohl in der Dressur als auch im Springreiten habe er sich versucht. „Beim großen Turnier hier in Hohenbusch bin ich tatsächlich aber nur zweimal gestartet“.

Heute erlebt er das Turnier von der anderen Seite. „Lange Zeit war ich ein eher passives Vereinsmitglied, bis mich unser Vorsitzender Josef Küppers auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer ansprach. Damals war ich Kassenprüfer“, erinnert sich Kristopher Muckel. Seit März 2018 ist er nun im Amt. „Wir haben im Verein keine ganz klare Positionstrennung, erarbeiten vieles gemeinsam“. Das Turnier im letzten Jahr organisierte er noch gemeinsam mit seiner Vorgängerin Ute Voormanns-Wolters, um die Abläufe in seiner neuen Position kennenzulernen: Von der Koordination der Sponsoren, Richter und Turnierhelfer ab Januar bis zu den eigentlichen Wettbewerbstagen Ende Mai, zu denen es letztlich rund 400 Reiter und 600 Pferde aus der ganzen Region nach Hohenbusch zog.

„Mittlerweile gibt es im Kreis Heinsberg nur noch sechs größere Turniere“, weiß der Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Erkelenz, Josef Küppers. „Die Turniere im Kreis fallen zunehmend aus, es gibt wenige ehrenamtliche Helfer, die bereit sind, einen oder mehrere Tage auf dem Turnierplatz zu verbringen“. Dabei könne die Tätigkeit als Turnierhelfer für die eigene Entwicklung eines Reiters positiv sein. „Wer einmal einem Richter über die Schulter geschaut hat, nimmt die Bewertung einer Prüfung ganz anders wahr“, glaubt Muckel.

Auch der Reitsport hat mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. „Ich habe früher den ganzen Nachmittag im Stall verbracht, heute sind die Kinder viel länger in der Schule und haben mehrere verschiedene und allesamt zeitintensive Hobbys. Da wird die Möglichkeit für Vereinsarbeit geringer“, berichtet Muckel, der beruflich Referendar für die Fächer Deutsch und Geschichte ist. Momentan hat der Reit- und Fahrverein um die 180 Mitglieder. „In den letzten zwei bis drei Jahren hatten wir eine positive Mitgliederentwicklung zu verzeichnen“, sagt Muckel. Der Vorstand zeigt sich optimistisch, bald wieder die 200 zu überschreiten.

Angesichts solcher Entwicklungen hielt die 68. Turnierauflage Neuerungen bereit: So wurde mit den Springprüfungen für Ü40-Reiter erstmals die Qualifikation zum Ü40-Spring-Cup Rheinland 2019 angeboten. Gleichzeitig liegt auf der Jugendarbeit ebenso ein besonderer Fokus. „Es ist ein Balanceakt, ein Turnier für verschiedene Zielgruppen interessant zu gestalten. Einerseits für Kinder und Jugendliche und ihre Familien, andererseits für Profis. Das macht ein sehr breites Prüfungsangebot erforderlich“, erläutert Muckel.