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Regionalliga West: Wieso es für den FC Wegberg-Beeck nicht zum Klassenerhalt gereicht hat

Viertes Regionalliga-Jahr endet mit Abstieg : Wieso es beim FC Wergberg-Beeck nicht zum Klassenerhalt gereicht hat

Der FC Wegberg-Beeck hat in der Regionalliga eine – gemessen an seinen Möglichkeiten – sehr ordentliche Saison gespielt. Immerhin hat er mit Lotte und Uerdingen gleich zwei Teams hinter sich gelassen, die unter Profibedingungen arbeiteten. Wir erklären, was in dieser Saison gefehlt hat.

Als Siebzehnter – und damit immerhin Zweitbester von fünf Absteigern – beendete Beeck die Saison 2021/22. Die in 38 Spielen lediglich 31 erzielten Tore reichten bemerkenswerter Weise immerhin auch zu 31 Punkten. Vom rettenden Ufer trennten den FC am Ende dann aber doch zwölf Zähler. Fakten und Bewertungen zu Beecks vierter Regionalliga-Saison.

Das war gut Einstellung, Laufbereitschaft, Konzentration und Wille stimmten fast in jedem Spiel – große Ausnahme war in der Hinrunde das 1:1 daheim gegen den KFC Uerdingen. Auch der Teamgeist war bis zum Ende intakt. Die Defensivarbeit war unterm Strich ordentlich – wirklich an die Wand gespielt wurde Beeck nur sehr selten. Eine richtig deftige Klatsche kassierten die Kleeblätter auch nicht – maximal gab es vier Gegentore.

Gegen zwei Vereine holte Beeck die volle Miete: gegen die Sportfreunde Lotte (2:1 und 1:0) – und bemerkenswerter Weise auch gegen die U 23 Borussia Mönchengladbachs. Das 1:0 in der Hinrunde am zwölften Spieltag war zudem ­Beecks­ erster Sieg. Und auch das Rückspiel im Rheydter Grenzlandstadion gewann der FC 1:0 – beide Male nicht glücklich, sondern verdient.

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Ebenfalls vollauf verdient war der wohl spektakulärste Punktgewinn überhaupt: Dem späteren Meister und Aufsteiger Rot-Weiß Essen trotzten die Kleeblätter im Waldstadion ein 1:1 ab – und das trotz über 20 Minuten in Unterzahl nach der ungerechtfertigten Ampelkarte für Muja Arifi.

Sehr positiv war auch, dass Trainer Mark Zeh von den Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt wurde und bis zum Ende in völliger Ruhe arbeiten konnte – das war bei keinem anderen Absteiger der Fall. In Beeck wussten aber eben alle die Situation realistisch einzuschätzen.

Kurios: In drei seiner vier Regionalligajahre stieg Beeck ab, hielt da aber jeweils am Trainer fest. Den einzigen Trainerwechsel vollzog der FC ausgerechnet in der Nichtabstiegssaison 2020/21. Der Rauswurf von Michael Burlet hatte aber auch keine sportlichen Gründe, sondern atmosphärische: Das Binnenverhältnis Mannschaft und Trainer stimmte da schon lange nicht mehr.

Das war schlecht Die Durchschlagskraft nach vorne ließ häufig sehr zu wünschen übrig. Beeck tat sich oft sehr schwer, echte Chancen herauszuspielen. „Verteidigen kann in dieser Liga jeder, aber im Spiel nach vorne tun sich viele schwer – auch wir“, brachte das Zeh auf den Punkt.

Das lag auch an den drei Angreifern. Jonathan Benteke ist nun mal nicht so gut wie sein Bruder Christian, der belgischer Nationalspieler ist. Shpend Hasani hat sicherlich schon stärkere Saisons gespielt als die abgelaufene, und Marc Kleefisch spielte schwankend, hatte gerade aber in der Rückrunde auch einige richtig gute Momente.

Und während im Mittelfeld die Außenbahnspieler Jeff-Denis Fehr und Justin Hoffmanns einigen Druck und auch Torgefahr ent­wickelten, sah es in dieser Hinsicht in der Zentrale mau aus. Zu einer Art Reizfigur avancierte dabei Jan Bach. Der ist sicherlich ein hochveranlagter und auch schneller Spieler, doch fehlte ihm schlicht und ergreifend die Effektivität. In vielsprechenden Situationen verschleppte er gerne mal das Tempo – gerade einmal zwei Tore und drei Assists waren seine Ausbeute. Man darf gespannt sein, wie der 24-Jährige sich nun als Profi beim SV Rödinghausen schlägt – dafür hat der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann auch bereits seinen Job aufgegeben.

Erhebliche Unruhe löste zudem Kevin Weggen, vor der Saison so etwas wie Beecks Königstransfer, im Februar mit Bekanntgabe seines Wechsels im Sommer nach Uerdingen aus – und das kurz vor Beecks Spiel beim KFC. Weggen, bis dahin gut, aber nicht so dominant wie erhofft, wurde daraufhin bis zum Saisonende freigestellt.

Generell bewahrheitete sich wieder einmal, dass der Abstiegskampf in den direkten Duellen entschieden wird. Da gelangen Beeck eben nur gegen Lotte zwei Siege – Borussias U 23 wurde lange Zeit ja gar nicht als direkter Konkurrent angesehen. Gegen den VfB Homberg holte ­Beeck immerhin noch vier Punkte (1:1 und 2:1), doch jeweils nur einen gegen den SV Lippstadt (2:3 und 0:0), KFC Uerdingen (1:1 und 0:2) und SV Straelen (0:0 und 2:3). Gegen Alemannia Aachen (2:3 und 0:2) sowie Bonner SC (1:3 und 0:2) holte der FC dagegen gar nichts. Unterm Strich war das zu wenig, um fünf Teams hinter sich zu lassen.

Oft fehlte gerade auch in letzteren Duellen nicht viel, aber eben häufig ein bisschen. Mal haderte Beeck wie in Bonn beim aberkannten frühen Führungstor Mohamed Redjebs zu Recht mit dem Schiedsrichter, mal führten leichtfertige Ballverluste zu ebenso vermeidbaren wie entscheidenden Gegentoren, mal standen in aussichtsreichen Situationen mangelnde Zielstrebigkeit, fehlende Kälte und zu wenig Cleverness im Abschluss eigenen Torerfolgen im Wege. So gingen auch Spiele gegen gleichwertige Mannschaften verloren – oder wurden so nicht gewonnen.

Dürftige Pokalspiele Nicht unerwähnt dürfen die Mittelrheinpokalspiele bleiben – in allen dreien überzeugte Beeck nicht wirklich. In der 1. Runde bei Landesligist Union Schafhausen brauchten die Kleeblätter ein Elfmeterschießen zum Weiterkommen (6:5). In der 2. Runde bei Bezirksligist Blau-Weiß Köln war das Ergebnis (4:0) deutlicher als der Spielverlauf. Und im Achtelfinale bei Mittelrheinligist FC Hürth kam das Aus durch einen Freistoß in der Nachspielzeit der Verlängerung (1:2). Zuvor hatte Beeck auf dem auch noch großen Hürther Kunstrasen eine 40-minütige Überzahl nach einer Hürther Ampelkarte nicht in ein Tor ummünzen können.