FC Wegberg-Beeck Abruptes Ende für fast alle Hoffnungen

Fussball-Regionalliga · Der FC Wegberg-Beeck verliert beim Bonner SC 0:2 – der Klassenerhalt ist damit in weite Ferne gerückt. Viel Aufregung gibt es um ein nicht gegebenes Tor für Beeck. In der zweiten Hälfte hat der Gast nichts mehr zuzusetzen.

 5. Minute: Der Kopfball von Mohamed Redjeb (2.v.l.) schlägt zur vermeintlichen ­Beecker Führung im Bonner Netz ein. Schiri Luca Marx entscheidet aber auf Offensivfoul – eine höchst umstrittene Entscheidung.

5. Minute: Der Kopfball von Mohamed Redjeb (2.v.l.) schlägt zur vermeintlichen ­Beecker Führung im Bonner Netz ein. Schiri Luca Marx entscheidet aber auf Offensivfoul – eine höchst umstrittene Entscheidung.

Foto: Schnieders/Michael Schnieders

Auf dem Weg zur Tribüne im Sportpark Pennenfeld versuchten Bonner Vereinshelfer, jedem Zuschauer ein Fähnchen in den Vereinsfarben Blau-Rot in die Hand zu drücken – zur moralischen Unterstützung im so wichtigen Sechs-Punkte-Spiel gegen Beeck. Die wurden speziell beim Abpfiff auch eifrig geschwungen. Denn mit 2:0 feierte der BSC einen ganz wichtigen Sieg im Abstiegskampf.

Umgekehrt wurde beim FC damit das zarte Pflänzchen Hoffnung nach den beiden 1:0-Siegen gegen Mönchengladbach und Lotte wieder brutal ausgetreten. Der Rückstand auf Bonn, das dieselbe Anzahl an absolvierten Spielen hat, vergrößerte sich in der noch reichlich schiefen Tabelle dadurch wieder auf sieben Zähler – eine Menge Holz für den Endspurt, der für beide Teams noch fünf Spiele bereithält.

Was die Niederlage für Beeck noch bitterer macht: In der fünften Minute köpfte Mohamed Redjeb eine Ecke von Jeff-Denis Fehr zur Beecker Führung ein. Schiri Luca Marx entschied zum Beecker Entsetzen jedoch auf Offensivfoul. Eine Entscheidung, die die Bewegtbilder – vorsichtig ausgedrückt – nicht gerade stützen. „Das war für mich ein völlig reguläres Tor. Dass der Körper bei einem Standard eingesetzt wird, gehört doch nun einmal dazu. Wenn so was immer abgepfiffen werden würde, würde es überhaupt keine Tore nach Ecken mehr geben“, befand FC-Coach Mark Zeh. „Ich bin einfach nur zum Kopfball hochgestiegen, war daher völlig überrascht, als der Schiri das Tor nicht gab“, sagte Redjeb. Für den betreffenden Schiri-Assistenten war es übrigens auch ein korrektes Tor – der lief direkt in Richtung Mittellinie.

Es ist müßig zu spekulieren, wie dieses so eminent wichtige Spiel nach einer frühen Beecker Führung weitergelaufen wäre. Fakt ist, es hätte dem Gast erst einmal eine Menge Sicherheit gegeben, auch wenn nur zwei Minuten später Beecks Keeper Tiago Estevao in höchster Not gegen Rudolf Gonzales retten musste. Auch danach blieb Beeck zunächst am Drücker, ohne bis zum Seitenwechsel noch einmal wirklich gefährlich zu werden – Bonn allerdings auch nicht. Beide Teams waren vornehmlich auf Sicherung des eigenen Tores bedacht. Es zeichnete sich ab, dass derjenige, der das erste Tor schießt, auch ganz große Chancen hat, die Partie zu gewinnen.

Das gelang dann dem BSC: Im Anschluss an einen schnell ausgeführten Freistoß traf Dario Ehret von der Strafraumgrenze mit einem zwar platzierten, aber nicht sonderlich harten Flachschuss zur Führung – Estevao reagierte überhaupt nicht (52.). „Ich habe den Ball einfach nicht gesehen“, merkte der Schlussmann dazu an. Eine Viertelstunde später verschuldete er auf krasse Weise das zweite Tor: Einen Rückpass von Maurice Passage wollte er direkt zu einem Mitspieler weiterleiten, adressierte den Ball aber an Bonns Gonzales. Dessen Hereingabe drückte Daniel Somuah gegen Estevaos Laufrichtung mit dem Kopf zum 2:0 über die Linie (67.). „Dieses Tor geht klar auf meine Kappe. Ich hätte den Ball einfach lang nach vorne schlagen sollen“, sagte Estevao.

Doch sowohl zuvor als auch danach vermochte Beeck nur ansatzweise Gefährlichkeit auszustrahlen. So setzte Justin Hoffmanns, der sich mit am meisten gegen die drohende Niederlage aufbäumte, seinen Schuss zu hoch an (55.), beim Kopfball von Shpend Hasani fehlte jeglicher Druck (73.). Die weitaus besseren Chancen hatte bis zum Abpfiff Bonn, das im fünften Anlauf seinen ersten Sieg im Pennenfeld feierte.

Das nicht gegebene frühe 1:0 sorgte naturgemäß für die meisten Diskussionen im Beecker Lager. „Wir können nun aber reden, bis wir schwarz werden: Es ändert nichts mehr“, merkte Geschäftsführer Werner Tellers an – und schob Grundsätzliches hinterher: „Wir haben bereits in den vergangenen Wochen für die Mittelrheinliga geplant, und das tun wir nun auch weiterhin.“ Gespräche mit potenziellen Zugängen seien bereits weit gediehen: „Wir wollen für die Mittelrheinliga junge Spieler aus der Region verpflichten, die darauf brennen, für Beeck zu spielen. Und da sind wir auf einem guten Weg.“

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