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Regionalliga: Beeck verabschiedet sich leise nach Niederlage gegen Wuppertal

Niederlage gegen Wuppertal : Beeck verabschiedet sich leise aus der Liga

Nach dem 1:4 beim Tabellendritten Wuppertaler SV ist für den FC Wegberg-Beeck das Kapitel Regionalliga zu Ende. Unter dem Strich hat Beeck im Rahmen seiner Möglichkeiten aber eine ordentliche Saison in dieser Profiliga gespielt.

Nicht gut sah es im Wuppertaler Stadion Zoo zur Halbzeit für Beeck aus: Der deutlich überlegene Gastgeber hatte bis dahin seine Chancen konsequent genutzt und führte bereits 3:0 – erstmals in dieser Saison drohten also mehr als vier Gegentore und damit auch ein Debakel. Das blieb dann allerdings aus: Die zweite Halbzeit gestaltete der Gast erheblich ausgeglichener, auch vom Ergebnis her. Auf beiden Seiten fiel jeweils ein Tor, unter dem Strich stand in Beecks letztem Regionalligaspiel – zumindest vorerst – so ein 1:4.

Mit dieser vierten Niederlage in Folge und dem insgesamt dritten Abstieg aus der Regionalliga verabschiedeten sich die Kleeblätter also aus dieser Profiliga. In der nächsten Saison geht es für den FC in der Stamm-Spielklasse weiter, der Mittelrheinliga.

„Ich bin froh, dass wir zum Abschluss nicht unter die Räder gekommen sind, auch wenn das zur Pause sicherlich noch zu befürchten war. Doch dann haben wir uns zusammengerissen und alles gegeben, was noch ging“, erklärte Beecks Coach Mark Zeh.

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Der musste im letzten Saisonspiel nicht nur auf den gelbgesperrten Jan Bach verzichten, sondern ebenso auf die erkrankten Jeff-Denis Fehr und Aaram Abdelkarim. Der WSV, der Tabellenplatz drei quasi vorher schon sicher hatte, übernahm sofort das Kommando, ohne mit letzter Konsequenz auf die Tube zu drücken. Was nicht gerade verwunderlich war: Denn am kommenden Samstag steht für Titelverteidiger Wuppertal das Niederrheinpokalfinale gegen den SV Straelen an – und das wollen die Bergischen unbedingt erneut gewinnen und so wieder in den DFB-Pokal einziehen.

Ohne größeren Aufwand reichte es für die Gastgeber aber auch so zu drei Toren. „Bei allen haben wir es dem WSV aber auch zu einfach gemacht“, monierte Zeh. Beim ersten Tor verlor nach einer weiten Flanke von Valdet Rama Beecks Innenverteidiger Mohamed Redjeb Wuppertals Sturmroutinier Roman Prokoph aus den Augen – der 36-Jährige nutzte das abgezockt (8.). Beim zweiten Treffer verhielten sich Norman Post und Marc Kleefisch an der linken Strafraumkante gegen Kingsley Sarpei nach dem Motto „Nimm‘ du ihn, ich habe ihn sicher!“ – es folgte im Verbund ein Foul, das Schiri Johannes Liedtke freilich zu Unrecht mit Elfmeter ahndete. Denn der Tatort lag kurz vor der Linie, wie die Bewegtbilder beweisen. Kevin Rodrigues war es egal und verwandelte sicher (29.). Beim 3:0 schließlich hebelten Sarpei und Prokoph mit einem verzögerten Doppelpass die gesamte Abwehr aus – Sarpei hatte daraufhin keine Mühe mehr (32.).

In der zweiten Halbzeit ließ der WSV in der äußerst fairen Partie Beeck weit besser mitspielen. Marc Kleefisch vergab Beecks zwingendste Chance (51.). Ein Rodrigues-Zuspiel nutzte Kevin Hagemann stattdessen zum 4:0 (68.), ehe Beeck der Ehrentreffer gelang: Nils Hühne verwandelte einen von Nick Galle an Justin Hoffmanns verursachten Foulelfmeter (86.).

Gar nicht im Kader war beim WSV Niklas Fensky, bis vor zwei Jahren Beecks bestes Pferd im Jugendstall, ehe er nach Wuppertal ging. Nach drei Kurzeinsätzen zum Ende der Hinrunde (unter anderem in Beeck) kam der 19-jährige Heinsberger in der Rückrunde zu keinem einzigen Regionalliga-Einsatz mehr, wurde nur im Niederrheinpokal eingesetzt.

Auch wenn es für Beeck im vierten Regionalligajahr zum dritten Mal nicht zum Klassenerhalt gereicht hat: Gemessen an den im Vergleich zur Konkurrenz sehr bescheidenen Möglichkeiten hat der FC eine ordentliche Saison gespielt, die 31 Punkte können sich sehen lassen. Erst am drittletzten Spieltag stieg Beeck ab, ließ in der Abschlusstabelle zudem immerhin drei Teams hinter sich – darunter mit den Sportfreunden Lotte und dem KFC Uerdingen auch zwei Vereine, die unter Profibedingungen trainieren.

„Trotz des Abstiegs bin ich sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben unfassbar viel investiert und sicherlich nicht so viel falsch gemacht. Wir hätten aber eben ein Wunder gebraucht, um unter den vorhandenen Bedingungen den Klassenerhalt zu schaffen. Wir haben auf alle Fälle unsere Berechtigung nachgewiesen, in dieser Klasse mitzuspielen“, lautet Zehs Saisonfazit. Speziell einige Remis in der Hinrunde wurmen den Coach aber schon: „Spiele wie in Ahlen hätten wir gewinnen müssen. Mit vier, fünf Punkten mehr wäre die Ausgangslage für die Rückrunde erheblich besser gewesen.“

Was freilich in beiden Halbserien schlecht war, war die Ausbeute gegen die direkte Konkurrenz: Gegen den Bonner SC und Alemannia Aachen holte Beeck gar keinen Zähler, gegen Uerdingen nur einen – und auch gegen Homberg gab es nicht die volle Miete. Die holte Beeck nur gegen Lotte – und gegen die U23 Borussia Mönchengladbachs. Das allein war aber eben zu wenig – der Abstiegskampf wird in der Regel nun einmal in den direkten Duellen entschieden.