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Fußball: Nun geht's gegen ganz dicke Brocken

Fußball : Nun geht's gegen ganz dicke Brocken

Regionalliga: Heute (Anstoß 19.30 Uhr) trägt Beeck daheim die Nachholpartie gegen die U 23 Borussia Dortmunds aus - das erste von drei Spielen in Folge gegen Spitzenteams. Teamchef Henßen: "Auch da sind wir aber nicht chancenlos."

Keine Frage: Leichte Spiele gibt's für den FC Wegberg-Beeck in der Regionalliga West ohnehin nicht. "Wir sind fast immer der Außenseiter", lautet das Credo von Teamchef Friedel Henßen. Das gilt freilich in besonderem Maße für die drei kommenden Punktspiele: heute Abend gegen Dortmund, danach gegen Rödinghausen und dann bei Viktoria Köln - allesamt Teams aus der Spitzengruppe.

Bangemachen gilt aber nicht: "Bei unseren knappen Niederlagen gegen Uerdingen und Mönchengladbach haben wir bewiesen, dass wir auch gegen die Großen der Liga mithalten können. Von daher werden wir auch in diesen Spielen sicherlich nicht chancenlos sein. Und auch diese Partien beginnen bei 0:0", bekräftigt Henßen.

Exakt mit diesem Resultat endete vergangenen Freitag die Partie beim SC Verl - es war ein mehr als verdienter Punkt. "Verl hatte mehr Ballbesitz, wir die besseren Chancen", fasste Henßen das Remis zusammen, mit dem er gut leben konnte. Der Zehneinhalb-Stunden-Trip nach Ostwestfalen hatte sich also gelohnt - um halb drei am Nachmittag war der Bus am Beecker Waldstadion abgefahren, kurz vor eins in der Nacht kehrte er dorthin wieder zurück.

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Den Punkt holten die Kleeblätter ohne drei Leistungsträger: Mittelfeldmotor Joshua Holtby fehlte gesperrt, Kapitän Maurice Passage hütete grippekrank das Bett, und Keeper Stefan Zabel war beruflich verhindert. Henßen: "Das macht das Remis umso wertvoller."

Das Trio steht heute Abend wieder zur Verfügung - Holtby und Zabel werden mit Sicherheit auch in die Anfangself zurückkehren. Bei Passage bleibt abzuwarten, ob es bereits wieder für einen Einsatz von Beginn an reicht - es dürfte eher nicht der Fall sein.

Sicher ist dagegen schon mal, was die Kleeblätter heute erwartet: "Egal, wer bei Dortmund aufläuft: Die Spieler haben durch die Bank überragende Qualität, wollen alle im Fußball noch einiges erreichen", betont Henßen.

Der BVB ist eine typische Zweitvertretung eines Profivereins: Sehr jung (die meisten Akteure stammen aus den Jahrgängen 1996 bis 1998), extrem laufstark und schnell, taktisch sehr gut geschult und technisch ebenso versiert - da stimmt das Gesamtpaket. Dazu zählt in der Regel auch ein erfahrener Leitwolf, der das junge Rudel anführt. Bei den Schwarz-Gelben ist das Mittelfeldlenker Massimo Ornatelli. Der 31-Jährige ist im Sommer vom FSV Frankfurt nach Dortmund zurückgekehrt, fehlte zuletzt aber mit einem Muskelfaserriss. Sein Einsatz heute Abend ist noch fraglich.

Ebenfalls erst seit Juni beim BVB ist Coach Jan Siewert, für einen Trainer mit 35 Jahren gleichfalls noch sehr jung. Siewert, der nach einigen Jahren beim DFB zuletzt RW Essen trainiert hatte, löste den knapp zwei Jahre lang sehr erfolgreich arbeitenden Daniel Farke ab, der zur neuen Saison beim englischen Zweitligisten Norwich City anheuerte.

Im Unterschied zu Beeck hat der BVB aber noch gleich drei Hängepartien abzuarbeiten. Die Aussagekraft der Tabelle (da steht die Borussia nur auf Platz neun) ist derzeit also höchst eingeschränkt. Würde Dortmund aus diesen drei Spielen sieben Punkte holen, wäre es aktuell gar Tabellenführer. "Wir freuen uns, dass wir in Beeck mal wieder spielen können", sagt Siewert, der die Kleeblätter in Verl beobachtet hat: "Da hat der FC gute Arbeit abgeliefert, mit seinen beiden Spitzen immer wieder zu gefährlichen Kontern angesetzt. Das wird für uns alles andere als eine leichte Aufgabe."

Zuletzt verzeichnete "die jüngste U 23, die der BVB je hatte" (Siewert) eine kleine Durststrecke von drei sieglosen Spielen mit nur einem Punkt und ohne eigenes Tor: Zunächst verlor Dortmund daheim gegen Alemannia Aachen 0:2. "Da hat Aachen gezeigt, was Männerfußball ist. Meine Jungs haben daraus viel gelernt", sagt Siewert. Danach verlor der BVB das Derby bei RW Oberhausen 0:1, ehe es gegen Aufsteiger TuS Erndtebrück zuletzt nur zu einem enttäuschenden 0:0 langte. Zur Krönung verschoss Kapitän Patrick Mainka da einen Elfmeter.

Erfolgreicher verlief nun das Testspiel gegen Arminia Bielefeld: Den Zweitligisten schlug der BVB-Nachwuchs 3:1 - mit den Profis Julian Weigl und Neven Subotic, die 90 Minuten durchspielten, um Spielpraxis zu sammeln. Heute Abend dürfte dieses Duo aber nicht mitwirken.

(emo)