Lokalsport : Noch viel Luft nach oben

Die CDU-Mitglieder des Sportausschusses des Landtages diskutierten in der Luise-Hensel-Schule mit Vertretern des Erkelenzer VV über Kooperationen mit Schulen und darüber, welche Probleme in der Zusammenarbeit auftreten.

Sportpolitik Kinder verbringen immer mehr Zeit in der Schule – oft schließt sich dem normalen Unterricht noch Hausaufgaben-Betreuung und der Offene Ganztag an. Das bekommen auch die Sportvereine zu spüren. Tummelten sich früher nachmittags in vielen Turnhallen Kinder und Jugendliche, haben die Vereine mittlerweile immer häufiger Nachwuchssorgen. "Vereine, die sich dieser veränderten Situation nicht stellen, die werden in den kommenden Jahren von der Bildfläche verschwinden", sagt Holger Müller, CDU-Sprecher des Sportausschusses im Düsseldorfer Landtag.

Zu wenig Übungsleiter

Müller war mit seinen Parteifreunden um den Erkelenzer Landtagsabgeordneten Dr. Gerd Hachen zu Besuch in der Luise-Hensel-Schule, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, wie die Zusammenarbeit von Vereinen und Schulen in Erkelenz funktioniert und vor allem, um zu erfahren, wo den Vereinen der Schuh drückt. Am Beispiel des Erkelenzer Volleyball Vereins (EVV), der sich bereits seit neun Jahren in Erkelenzer Grundschulen engagiert, wurde eins ganz schnell klar: den meisten Vereinen fehlen Geld und Personal. "Wir sind in der glücklichen Lage, einen hauptamtlichen Trainer zu beschäftigen, der auch vormittags und in den frühen Nachmittagsstunden in die Schulen gehen kann, aber damit sind wir eine Ausnahme", sagt EVV-Vorsitzender Klaus Roosen. Unterstrichen wird das mit zwei Zahlen: Von den über 50 Sportvereinen in Erkelenz stellen nur zwei Übungsleiter oder Trainer für den Offenen Ganztag ab. "Neben dem EVV ist das noch der Judo Club Erkelenz", sagt Sylvia Ebeling, Projektleiterin von Maxq, die sich um den Offenen Ganztag in Erkelenz kümmert, "wir würden gerne noch stärker mit den Vereinen zusammenarbeiten, aber dafür fehlen den Vereinen die Übungsleiter."

Welche Früchte so eine Kooperation auch für den Verein tragen kann, das zeigte Roosen im weiteren Gespräch auf. So organisiere der EVV jährlich eine Sichtung von Volleyballtalenten in der Astrid-Lindgren-Schule, der Franziskusschule und der Luise-Hensel-Schule und fördere in einem späteren wöchentlichen Training an der Luise-Hensel-Schule diese Talente. "Rund 80 Prozent der Schüler bleiben unserem Verein später erhalten", sagt Roosen und ergänzt: "die Jugendarbeit ist für unseren Verein überlebenswichtig. Nicht umsonst ist unser Motto: Mit der Jugend in die Zukunft." Deshalb erhofft sich der EVV-Vorsitzende mehr Unterstützung von der Politik, die das Arbeiten erleichtert.

(RP)