Fußball-Mittelrheinliga : 0:2 – bei der Torfabrik reißt Beecks Serie

Nach neun Siegen in Folge geht der FC Wegberg-Beeck beim starken Aufsteiger FC Pesch erstmals wieder unter die Verlierer. Coach Michael Burlet moniert die Schwäche bei Standards. Joy-Slayd Mickels feiert vorzeitig sein Comeback.

Mächtig für Furore sorgt schon seit Saisonbeginn Aufsteiger FC Pesch. Mit 31 Toren hatte sich das Team aus dem Kölner Nordwesten zur Torfabrik der Liga gemausert – und auf Überraschungsplatz vier geschossen. Dazu kam das dicke, dicke Ausrufezeichen im Pokal: Den Drittliga-Absteiger Fortuna Köln kegelte das Team von Ali Meybodi auf seinem Kunstrasenplatz mit 2:0 aus dem Wettbewerb – und sorgte damit für eine handfeste Überraschung.

Der Regionalligist war aber nicht der letzte Favorit, der dort strauchelte. Denn das tat am gestrigen Sonntag auch Tabellenführer FC Wegberg-Beeck – sogar mit demselben Resultat wie die Fortuna. Auch die Kleeblätter verloren 0:2, kassierten damit nach neun Dreiern in Folge die zweite Saisonniederlage – dabei die erste auswärts. Der Vorsprung auf den großen Rivalen 1. FC Düren, der 2:0 in Vichttal gewann, ist damit auf drei Zähler geschmolzen.

Bedient war so Beecks Coach Michael Burlet: „Die ersten 15 Minuten haben wir komplett verschlafen. Danach war zwar der Wille da, aber es fehlten Tempo und Ideen aus dem Mittelfeld. Viele echte Chancen haben wir uns ja nicht erspielt.“ Auch die gefühlt 30 Ecken, die der Gast hatte, verpufften nahezu wirkungslos. „Aus den Standards machen wir in der Tat viel zu wenig. Darüber wird beim Training in dieser Woche zu reden sein“, gestand Burlet und zog sein Fazit: „Wir haben heute viele falsche Entscheidungen getroffen.“ Etwas Positives gab’s am Ende aber doch noch zu registrieren: Joy-Slayd Mickels, der wochenlang mit einem Knochenödem pausieren musste, feierte ab der 83. Minute sein Comeback – damit war eigentlich erst im neuen Jahr gerechnet worden.

In die Karten spielte den aggressiven Gastgebern natürlich die frühe Führung: Beecks Kapitän Maurice Passage ließ sich von Ergün Yildiz vernaschen, dessen scharfe Hereingabe nickte Iskender Papazoglu aus kurzer Distanz ein (9.). Fortan zog sich Pesch ein wenig zurück, ließ Beeck das Spiel machen und lauerte auf Konter. Einen solchen hätte Yildiz dann selbst schon zum frühen 2:0 nutzen können, verzog aber freistehend (25.). Zwei Minuten später nutzte auf der Gegenseite auch Marc Kleefisch nach einem Steilpass des guten Innenverteidigers Nils Hühne Beecks die einzig nennenswerte Chance der ersten Halbzeit nicht, brachte den Ball nicht an Keeper Christian Tokgözuglu vorbei.

Nach der Pause wurden Beecks Ballbesitzpassagen noch üppiger – auch, weil Pesch bei allem Eifer lange Zeit nicht mehr kontrolliert nach vorne spielte. Beeck mühte sich nachhaltig um den Ausgleich, doch wirkliche Chancen hatten dazu nur André Mandt, der den Außenpfosten traf (54.), und erneut Kleefisch (79.). Burlet versuchte alles, stellte erst auf Drei-Mann-Sturm und dann zusätzlich auch noch auf Dreierkette um. Am Ende machte Beeck völlig auf. Einen der zwangsläufig daraus resultierenden Konter nutzte in der Schlussmnute Tolga Kiracti zum vieljumjubelten 2:0. „Wir haben uns einfach zu wenige klare Chancen erspielt“, merkte Passage an.

Und Meybodi? Der strahlte: „Wir sind eine echte Einheit, das ist unser Erfolgsgeheimnis. Dennoch wissen wir auch diesen Erfolg einzuordnen. Hier hebt keiner ab. Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt.“

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