Tanzsport: Nach Karriereende die Seiten gewechselt

Tanzsport: Nach Karriereende die Seiten gewechselt

Tanzen: Das Geschwisterpaar Petra und Bernd Waldschmidt zog es aus dem Schwimmbecken aufs Tanzparkett. Dort feierte das Duo auch gemeinsam große Erfolge. Inzwischen hat sich Bernd Waldschmidt als Wertungsrichter einen Namen gemacht.

ERKELENZER LAND (wald) Mit Mutter-Kind-Turnen beim TuS Wegberg haben die sportlichen Aktivitäten angefangen - am Ende einer beeindruckenden Karriere standen mehrere Titel. Bernd Waldschmidt und seine Schwester Petra erhielten so die Grundausbildung ihrer motorischen Fähigkeiten, die ihnen späterhin zu all ihren Erfolgen auf den Tanzparketten dieser Welt verhalfen. Heutzutage ist Petra Zittrich (geb. Waldschmidt) hauptamtliche Geschäftsführerin im Erkelenzer Turnverein (ETV) und Bernd Waldschmidt leitend tätig bei einem Hersteller von Karbon-Zulieferteilen in der Auto- und Flugzeug-Produktion. Zudem ist Bernd Waldschmidt dem Tanzsport treu geblieben: Er hat die Sonderlizenz als Wertungsrichter im Tanzsport, wertete im November für den NRW-Landesverband als einer von zwölf Juroren bei den Deutschen Meisterschaften der Formationen Standard und Latein in der Bremer ÖVB-Arena vor 8000 Zuschauern.

Kaum schulpflichtig, ging es mit dem als Schwimmtrainer tätigen Vater ins damals neu erbaute Wegberger Hallenbad. Die beiden Waldschmidt-Kinder erlernten schnell alle Schwimmstile, waren somit bei den Mannschaftswettkämpfen zwischen Aachen und Dülken auf fast allen Strecken einsetzbar.

Ein ganz normaler Anfängerkursus in der Erkelenzer Tanzschule faszinierte Bernd Waldschmidt, insbesondere auch deshalb, weil Tanzlehrer Erich Gaspers in dem 16-Jährigen ein riesiges Talent entdeckt hatte. So kam es, dass im ebenfalls noch jungen Erkelenzer Latein-Team sich der Tänzer Bernd Waldschmidt schnell zum Leistungsträger entwickelte. Silber in Oudenbosch/Niederlande 1985, Platz fünf beim Aufstiegsturnier zur Bundesliga 1986 und die Vize-Meisterschaft der Britisch Open in Blackpool 1987 waren unlängst beim Treffen der ehemaligen Aktiven der Tanzsportgemeinschaft Erkelenz noch in aller Munde.

Bernd Waldschmidt ist dem Tanzen als Wertungsrichter treu geblieben. Foto: Klaus Waldschmidt

Herausragend waren die Gala-Bälle in der voll besetzten Erka-Sporthalle bis weit in die 90er Jahre. Es ging dabei unter anderem um den Preis der Stadt Erkelenz. Star des Gala-Abends war immer das Erkelenzer A-Team, denn es tanzte in diesen Jahren in der zweiten, dann ersten Bundesliga.

Beide, Bernd und auch Petra Waldschmidt, zog es zum TSC Schwarz-Gelb Aachen, um international Spitzensport ausüben zu können. Und sie gewannen alles, was es damals zu gewinnen gab. Nur auf zwei Turnieren, den Siegen beim Nationen-Cup in Berlin und bei der Europameisterschaft in der Kölner Sporthalle im Jahr 1998, tanzten die Geschwister Waldschmidt zeitgleich im Aachener A-Team, das zu der Zeit die offizielle Mannschaft des Landes Nordrhein-Westfalen war.

Petra Waldschmidt bei der preisgekrönten Choreographie "Kiss". Foto: Klaus Waldschmidt

Danach kam Bernd Waldschmidt zurück zur TSG Erkelenz. Von der Oberliga schaffte er es nun als Trainer, das A-Team über jährliche Aufstiege bis in die Bundesliga zu führen. Schwester Petra übernahm kurz darauf das Erkelenzer B-Team führte es von der Landesliga, über die Oberliga, bis in die Regionalliga West - die höchste Liga in NRW. Dann standen die Familiengründungen und der Beruf auf der Tagesordnung. Petra Zittrich hat zwei Mädels: Mara studiert in Marburg und Lina ist am Cusanus-Gymnasium in Richtung Abitur unterwegs. Nils und Ben von Bernd Waldschmidt sind 16 und 14 Jahre alt und in Hagen auf der Gesamtschule. Nach 2010 folgte Bernd dem Aachener Ruf, als ihr Co-Trainer erneut aktiv zu sein. Seit 2014 ist er amtierender Europameister-Trainer, weil danach aus Kostengründen keine EM mehr stattfand.

(wald)