Mountainbike-EM: Der Erkelenzer Daniel Lambertz gibt nach Unwetter auf

Radsport: Unwetter stoppen Daniel Lambertz

Der erste Saisonhöhepunkt des Erkelenzer Ultrasportlers fällt buchstäblich ins Wasser. Daniel Lambertz gibt die Europameisterschaft in der Slowakei bereits nach sieben Stunden auf.

So hatte sich Daniel Lambertz seinen Auftritt bei der 24-Stunden-Mountainbike-Europameisterschaft in der Slowakei nicht vorgestellt: Auf Rang acht liegend gab der Erkelenzer das Rennen nach zwei Unwettern schweren Herzens auf. „Mit zwei Kindern und einer langen Saison vor der Brust musste ich Erfolg und Risiko abwägen und entschied mich Zähne knirschend für die Aufgabe des Rennens“, erklärt Lambertz.

Nach den Unwettern in der Slowakei hieß es für Daniel Lambertz zeitweise: Rad schieben. Foto: Jan Melicher

Dabei begann alles perfekt für den Mountainbiker aus Erkelenz, die neun Kilometer lange Strecke schien auf den ersten Blick wie geschaffen für ihn. Direkt nach dem Startschuss des Rennens reihte er sich vorne in den Top10 seiner Altersklasse ein. Die ersten vier Stunden liefen bei Temperaturen von 28 Grad zufriedenstellend mit konstanten Rundenzeiten um 30 Minuten, so dass Lambertz in der Verfolgergruppe auf Rang acht nur wenige Minuten Rückstand auf das Podium hatte.

Erhöhtes Sturzrisiko

Total verdreckt: Für Daniel Lambertz entwickelte sich die EM in der Slowakei zur Schlammschlacht. Foto: Jan Melicher

Ideale Voraussetzungen für eine lange Nacht. Doch dann machte das Wetter einen Strich durch die Rechnungen des Familienvaters. „Innerhalb von wenigen Minuten zog es sich zu“, erinnert sich Lambertz, der sich zu dieser Zeit noch über den Regen und das „Heldenwetter“ freute. Doch nur wenige Runden später sah das ganz anders aus: „Blitze sprühten vom Himmel, der Donner war gewaltig und Platzregen setzte die Strecke unter Wasser“, schildert Lambertz die Vorkommnisse in der Slowakei, „der Boden war derartig aufgeweicht, dass der erste Hügel nicht mehr fahrbar war, selbst beim Tragen verlor ich die Kontrolle und rutschte seitlich eine Böschung runter“.

  • Radsport : Steiniger Weg bis zur Mountainbike-EM

Nach zwei Gewittern und einer zweistündigen Rennunterbrechung brach Lambertz das Rennen nach zwei Proberunden dann verunsichert ab: „Die Strecke gleicht einem Schlammloch, der Skihang ist spiegelglatt und das Sturzrisiko viel zu hoch“, erklärte Lambertz noch während des Rennen seiner Betreuercrew. Er eierte nur noch um den Kurs und verlor minütlich an Motivation. Im Singletrail am Ende der Runde rutschten die erprobten Mountainbike-Fahrer stellenweise auf dem Po die Abhänge herunter — so machte es für den Erkelenzer keinen Sinn mehr, das Rennen fortzuführen. „Rational betrachtet bereue ich meine Entscheidung nicht“, versichert Lambertz, „aber nach 7000 Kilometern Vorbereitung war alles auf diesen Moment ausgelegt und ich glaube, da darf man auch frustriert, verärgert und enttäuscht sein.“

Der Erkelenzer Mountainbiker Daniel Lambertz fuhr in der Slowakei bei der 24-Stunden-Europameisterschaft. Foto: Jan Melicher

Unterstützer gesucht

Obwohl der erste Saisonhöhepunkt ins Wasser gefallen ist, hat Daniel Lambertz bereits neue Ziele: Mit der Mountainbike-Transalp, dem 24-Stunden-Night-on-Bike in Radevormwald und dem Nonstop-Rennen „Trans Hermann“ warten gleich drei weitere erstklassige Ultracycling-Events auf den Erkelenzer Mountainbiker im Sommer. Zudem möchte Lambertz im Oktober bei der 24-Stunden-Weltmeisterschaft seinen Podiumsplatz aus dem Vorjahr wiederholen. Dafür ist allerdings dringend eine finanzielle Unterstützung von 850 Euro notwendig, da alleine die Anmeldung für die WM mit 250 Euro zu Buche schlägt. „Ich suche deswegen Sponsoren und Kooperationspartner, die mir unter die Arme greifen und den MTB-Sport im Kreis Heinsberg fördern möchten“, erklärt Lambertz. Ebenfalls sucht der vereinslose Sportler einen Anschluss an die starke Erkelenzer Vereinslandschaft.

Mehr von RP ONLINE