1. NRW
  2. Städte
  3. Kreis Heinsberg
  4. Regionalsport

Motorsport: Wegberger TIm Heinemann träumt von der DTM

Motorsportler Tim Heinemann : Der Traum von der DTM lebt

Tim Heinemann hat eine weitere erfolgreiche Saison hinter sich: Der Wegberger gewann die GT3-Race-Rennserie. Zudem nahm er am 24-Stunden-Rennen am Nürburgring teil. Dass es bislang noch nichts mit einem Start in der DTM wurde, hat vor allem monetäre Gründe.

In die DTM hat es der Wegberger Tim Heinemann im vergangenen Jahr noch nicht geschafft – dafür kann der 24-Jährige eine weitere Trophäe in seiner Sammlung verzeichnen. Nachdem 2020 der Pokal der DTM-Nachwuchsserie „DTM Trophy“ in seinen Trophäenschrank wanderte, folgte 2021 mit dem Titel in der Rennserie „GTC Race“ der erste Erfolg in einem GT3-Auto. „GT4 ist sowas wie die zweite Liga. GT3 – wie es beispielsweise in der DTM gefahren wird - ist vergleichbar mit der Bundesliga“, erklärt Heinemann, dessen Ziel es in der abgelaufenen Saison war, erste Erfahrungen in dieser Klasse zu sammeln. Das Kürzel GT steht für „Gran Turismo“, also hochmotorisierte Sportwagen. Heinemann fuhr in einem Mercedes-AMG GT3 zu seinem Titel.

Auf dem neuen Terrain brauchte Heinemann indes keine Eingewöhnungszeit. Bereits am ersten Rennwochenende gewann er alle drei Rennen. „Die Rennen liefen wie am Schnürchen. Der Auftakt lief sehr gut und so ging es dann eigentlich auch weiter“, sagt Heinemann. Am Ende der Saison wurde es trotzdem noch einmal spannend, sodass es am letzten Rennwochenende am Hockenheimring zur Entscheidung kommen musste: Heinemann holte die nötigen Punkte und sicherte sich so hauchdünn den Titel. „Insgesamt war es also ein sehr erfolgreiches Jahr in dieser Serie“, sagt er. Neben dem sportlichen Wert geht es bei der GTC Race-Serie vor allem um die Entwicklung neuer Technologien. Die Autos waren ohne Lenksäule unterwegs, die Lenkung funktionierte nur über Kabel. So soll die Grundlage für autonomes Fahren in der Zukunft geschaffen werden. „Das war etwas super Neues für mich. Wir wollen helfen, diese Technik zu entwickeln. Ich denke, dass diese Technik definitiv die Zukunft ist – deswegen war es etwas Besonderes, den ersten Motorsporttitel mit diesem System zu holen“, sagt er.

  • Die Apothekerinnen Doris Kaisers (l.) und
    Impfangebote vor Ort werden erweitert : Wegberger Apothekerinnen warten auf Impffreigabe
  • Ole Theiler möchte künftig in der
    Sport in Meerbusch : Der Traum von der Karriere als Radprofi
  • Beim Simulator-Rennen zeigen die Motoristen des
    Motorsportler aus Radevormwald : Rader starten beim Digital-Cup

Nicht nur mit dem Eintritt in den GT3-Bereich betrat Heinemann neues Terrain: Im vergangenen Jahr hatte der Rennfahrer erstmals die Möglichkeit, sich auf der Langstrecke zu beweisen. Das legendäre 24-Stunden-Rennen am Nürburgring, bei dem sich der Wegberger das Cockpit mit drei Kollegen teilte, hatte allerdings mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zum einen waren im Juni nur ein Bruchteil der über 200.000 Zuschauer erlaubt, die im Normalfall am Nürburgring vor Ort wären. „Das war super schade. Das Rennen lebt von den Fans. So ist viel von der Atmosphäre verloren gegangen.“

Zum anderen kam es wegen extremer Wetterverhältnisse zur längsten Rennunterbrechung in der fast 50-jährigen Geschichte der Veranstaltung – aus dem 24-Stunden-Rennen wurde 2021 daher ein Neun-Stunden-Rennen. „Da fehlt natürlich schon etwas – das würde ich gerne nachholen. Trotzdem war es eine coole Erfahrung, weil es einfach nichts Alltägliches ist“, sagt Heinemann.

In der zweiten Jahreshälfte machte er dann eine Erfahrung die – zumindest aus emotionaler Sicht – längst überfällig war: Rennen vor einer großen Anzahl an Zuschauern zu fahren. „Es war im Fahrerlager ein großes Gesprächsthema. Dafür macht man den Sport im Endeffekt ja auch – um Leute zu begeistern“, freut sich Heinemann, der aber auch lernen musste, mit der ungewohnten Ablenkung umzugehen: „Es hält einen natürlich auch auf bei der Arbeit – man ist vorher besser durch das Fahrerlager gekommen und hatte weniger Termine. Trotzdem war es auf keinen Fall störend, sondern sehr cool, die Leute da zu haben.“

Dass der Rennfahrer seinen Traum von der DTM im vergangenen Jahr noch nicht erfüllen konnte, hatte indes weniger sportliche Gründe. Die hohen Kosten, die ein DTM-Fahrer stemmen muss, verhinderten eine Teilnahme. „Im Endeffekt ist es am Budget gescheitert. Man braucht knapp das Vierfache von dem, was ich aktuell von meinen Sponsoren bekomme“, erklärt Heinemann die Problematik. Seinen Traum von der DTM gibt er deswegen aber nicht auf: „Mein Traum bleibt es weiterhin in der DTM zu fahren – mindestens ein Rennen. Aber das ist leider schwierig zu realisieren.“

Die Planungen für die kommende Saison sind naturgemäß in vollem Gange. Neben der DTM, die der logische nächste Schritt für Heinemann wäre, strebt der 24-Jährige wieder die Langstreckenserie am Nürburgring mit dem 24-Stunden-Rennen an.

„Durchgeplant ist noch nichts, es gibt aber Konzepte und Ideen“, sagt der Wegberger Motorsportler. Langweilig wird es für Tim Heinemann sicherlich auch im nächsten Rennjahr nicht.