Mittelrheinpokal: FC Wegberg-Beeck erwartet im Halbfinale Fortuna Köln

Halbfinale im Mittelrheinpokal : Beeck schlüpft gerne in die Außenseiterrolle

Der FC spielt am Dienstag im Halbfinale gegen Drittligist Fortuna Köln um den Einzug ins Endspiel. Anstoß ist um 19.30 Uhr.

Der Außenseiter zu sein: Diese Rolle kennt der FC Wegberg-Beeck in der Mittelrheinliga in dieser Saison überhaupt nicht – die Kleeblätter sind schließlich Tabellenführer. Am Dienstagabend im heimischen Waldstadion können sie dann aber doch einmal in diese Rolle schlüpfen: Im Mittelrheinpokal-Semifinale treffen sie auf Drittligist Fortuna Köln. „Auch wenn wir der Außenseiter sind: Wenn bei uns alles passt und jeder über seine Grenzen geht, haben wir eine kleine Chance. Wir wollen jedenfalls ins Endspiel nach Bonn – und damit auch in die Konferenz-Liveübertragung in der ARD“, bekräftigt Coach Friedel Henßen.

Der hat die Fortuna am Karsamstag beim 1:1 gegen die SpVgg Unterhaching im Kölner Südstadion noch einmal unter die Lupe genommen. „Die Fortuna kommt weniger vom Spielerischen als vielmehr von der Physis, hat viele lange Kerls, operiert viel mit langen Bällen und geht extrem auf den zweiten Ball. Und in der Defensive machen sie keinen Zirkus, sondern spielen sehr robust“, erläutert Henßen. Wegen deren Stärke bei Standards seien daher genau diese Situationen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Im Viertelfinale hatten die Fortunen beim nicht gerade geliebten Stadtrivalen Viktoria, dem Tabellenführer der Regionalliga, durch ein Tor in der Nachspielzeit 3:2 gewonnen. Es war der erste Sieg seit längerer Zeit gegen den finanziell weit potenteren Nachbarn von der Schäl Sick. In der Liga läuft es für das Team aus dem Kölner Süden jedoch überhaupt nicht rund: Das 1:1 gegen Unterhaching war das siebte Spiel in Folge ohne Sieg – die Kölschen stecken so mitten im Abstiegskampf.

„Fortuna wird auch bei uns nicht mit einem Überfallkommando anrücken“, glaubt Henßen. Was er am Samstag allerdings noch nicht wissen konnte: Das Remis war das letzte Spiel von Trainer Tomasz Kaczmarek auf der Bank der Domstädter. Die reagierten am Ostermontag auf die sportliche Talfahrt der vergangenen Monate und feuerten Kaczmarek. „Die Mannschaft hat gegen Unterhaching eine enttäuschende Vorstellung gezeigt, sodass der Trainerwechsel als Impuls von außen leider unvermeidlich geworden ist“, wird Geschäftsführer Michael W. Schwetje auf der Vereinshomepage zitiert. „Letztendlich geht aber der Kampf um den Klassenerhalt vor und alles hat sich diesem Ziel unterzuordnen. Der Trainerwechsel ist unsere letzte Patrone.“

Am Sonntagvormittag wusste Kaczmarek davon offenbar noch nichts und lobte Beeck im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wer in der Mittelrheinliga Tabellenführer ist, hat Qualität. Wir haben den FC mehrfach beobachten lassen.“ Kaczmarek saß seit Ende Oktober bei den Südstädtern auf der sportlichen Kommandobrücke. Nach einem verheerenden Einstand unter Kaczmarek (0:7 gegen Wehen-Wehen, 0:6 in Unterhaching) fing sich die Fortuna aber, stand nach dem bislang letzten Sieg (Anfang März 2:1 bei den Sportfreunden Lotte) auf Platz 14. Danach setzte der erneute Abwärtstrend ein – seit Sonntag steht die Fortuna auf einem Abstiegsplatz.

Nachfolger von Kaczmarek wird Oliver Zapel, der zuletzt bis Februar 2018 Werder Bremen II trainierte.

Bekanntester Akteur der Fortuna ist mit Sicherheit Angreifer und Routinier Moritz Hartmann (32). In der Vita des langjährigen Spielers des FC Ingolstadt stehen schließlich 44 Erstligaspiele (13 Tore) sowie 131 Zweitligapartien (21 Tore).

Die elftägige Spielpause kam Beeck sehr gelegen – viele der angeschlagenen Spieler konnten so ihre Blessuren auskurieren. Wieder voll ins Training eingestiegen ist nach dreieinhalbmonatiger Zwangspause Maurice Passage. „Mo ist der Kapitän, er wird daher auch auf der Bank sitzen. Ich bin davon überzeugt, dass er sehr schnell wieder den Anschluss findet – schneller als andere nach so einer langen Pause“, sagt Henßen. Beim Karfreitagstraining war auch André Mandt erstmals wieder dabei, ebenso die zuletzt angeschlagenen Armand Drevina, Stefan Thelen und Musashi Fujiyoshi. Fehlen wird dagegen weiterhin Nils Hühne – der Abwehrrecke ist letztmals gesperrt.

Beeck stellt sich auf eine große Kulisse ein. „Wir rechnen mit 800 bis 1200 Zuschauern“, sagt FC-Geschäftsführer Thomas Klingen.

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