Mittelrheinligist FC Wegberg-Beeck tritt im Topspiel beim direkten Verfolger SV Bergisch Gladbach an.

Fußball : Mit Clásico-Rückenwind ins absolute Topspiel

Mittelrheinliga: Beeck spielt Sonntag, Anstoß 14.30 Uhr, in Bergisch Gladbach. Bei einem Sieg wäre der FC bereits Wintermeister.

Mit dem frischen Rückenwind aus dem 3:1 im Clásico beim ewigen Rivalen Borussia Freialdenhoven ins absolute Topspiel beim ersten Verfolger SV Bergisch Gladbach: Tabellenführer FC Wegberg-Beeck reist mit breiter Brust zum morgigen Gipfeltreffen beim Tabellenzweiten. „Jetzt wollen wir diese Woche, die mit dem Derbysieg so toll angefangen hat, mit einem weiteren Sieg auch vergolden“, bekräftigt Kapitän Maurice Passage.

Sollten die Kleeblätter dies schaffen und damit zugleich den neunten Sieg in Serie einfahren, wären sie nicht nur vorzeitiger Herbstmeister, sondern auch schon Wintermeister (der erste Rückrundenspieltag findet noch in diesem Jahr statt). Acht Zähler Vorsprung haben sie aktuell auf die Bergischen – elf Punkte wären dann uneinholbar.

„Natürlich wollen wir nun auch in Bergisch Gladbach gewinnen. Doch das wird sicherlich nicht leichter als die Aufgabe in Freialdenhoven“, sagt FC-Trainer Friedel Henßen, der den SV vor einer Woche beim 2:1-Sieg in Arnoldsweiler unter die Lupe genommen hat. „Bergisch Gladbach ist durch die Bank sehr gut besetzt, spielt mit viel Tempo. Das dürfte ein sehr enges Spiel werden, das schon durch kleine Fehler entschieden werden kann. Wir müssen dort ebenso hochkonzentriert auftreten wie in Freialdenhoven.“

Wie zufrieden Beecks sportlich Verantwortlicher mit der dortigen Vorstellung war, zeigte sich kurz nach dem Spiel: Da gab er spontan für Donnerstag trainingsfrei – erst gestern Abend bat er seine Schützlinge zur nächsten Übungseinheit. Unabhängig davon ist Henßen nach der reichlich umstrittenen Ampelkarte für Stefan Thelen in Freialdenhoven nun aber zu einer Änderung gezwungen. Wer für Thelen ran darf, lässt Henßen aber noch offen. „Ich kann aber versichern, dass wir auch dort wieder mit elf Mann beginnen“, merkt er süffisant an. Erste Kandidaten dürften Marius Müller und Yannik Leersmacher sein.

Während Beeck im Topspiel sicherlich auch mit einem Remis gut leben könnte, gilt das für Bergisch Gladbach eigentlich nicht. „Wir lassen uns da aber nicht unter Druck setzen. Der Aufstieg ist für uns alles andere als ein Muss. Denn wir wissen, wo wir herkommen“, unterstreicht SV-Coach Helge Hohl, der das Team im vergangenen Winter übernahm. Da steckte der SV mitten im Abstiegskampf, wurde am Ende Zehnter mit sechs Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Im Sommer wurden beim SV dann aber gehörige Kader-Korrekturen vorgenommen, wurde das Team erheblich verstärkt. Schon im Juli hatte Henßen den SV daher als voraussichtlich größten Aufstiegskonkurrenten bezeichnet – eine Einschätzung, die sich seitdem bewahrheitet hat. Dass der Verein auch nicht abgeneigt wäre, mal wieder Regionalliga zu spielen, räumt Hohl ein: „Ja, wir werden uns wohl bewerben.“

Das dürfte erst recht angesichts der aktuellen Kräfteverhältnisse im Stadtgebiet der Fall sein. Schließlich ist der SV nach dem Regionalligaaufstieg des Vorortvereins TV Herkenrath in Bergisch Gladbach nicht mehr die Nummer eins – eine für den SV völlig ungewohnte Situation.

Die Favoritenrolle für den morgigen Sonntag weist Hohl aber klar dem Gast zu: „Beeck ist in der Mittelrheinliga das Nonplusultra, das zeigen ja auch die bisherigen Resultate. Und von Qualität zeugt es gerade, wenn man auch die engen Spiele gewinnt – so wie es Beeck schon häufiger gelungen ist. Wir sind morgen absoluter Außenseiter, wollen das Spiel einfach genießen. Diese Partie ist für uns eine Aufgabe, die einfach Spaß macht, in der wir uns für unsere bisher guten Leistungen richtig belohnen können.“

Hervorragender Teamgeist und mannschaftliche Geschlossenheit seien große Trümpfe seines Teams. „Dazu spielen wir hohes Pressing, attackieren früh. Wir sind sicherlich keine klassische Umschaltmannschaft, sondern bevorzugen eindeutig das Positionsspiel“, umreißt SV-Coach Helge Hohl mit wenigen Worten sein Konzept. Dazu kommt aber auch geballte individuelle Klasse, vor allem in der Offensive – allen voran Stoßstürmer Metin Kizil, mit zehn Toren aktuell bester Schütze der Liga.

Mehr von RP ONLINE