Mittelrheinligist FC Wegberg-Beeck spielt gegen Viktoria Arnoldsweiler

Fußball : Der Kampf um die Stammplätze ist entbrannt

Fußball-Mittelrheinliga: Am Sonntag spielt Beeck gegen Arnoldsweiler. Nicht nur die beiden Trainer kennen sich bestens.

Mächtig angetan war Michael Burlet, Coach des FC Wegberg-Beeck, vom Dienstagtraining seiner Mannschaft: „Das war eine klasse Einheit, bin ich wirklich hochzufrieden nach Hause gefahren. Denn alle haben richtig Gas gegeben.“

Kein Wunder eigentlich. Denn beim FC ist spätestens nach dem gelungenen Auftakt, dem souveränen 4:0-Erfolg in Frechen, der Kampf um die Stammplätze voll entbrannt – erst recht, weil sich das Verletztenlazarett bei den Kleeblättern pünktlich zum Punktspielauftakt deutlich gelichtet hat. Bis auf den langzeitverletzten Sascha Tobor (Kreuzbandriss), Zugang Joy-Slayd Mickels (siehe Info) und Nachwuchsmann Adrian Asani (Bänderdehnung) stehen Burlet für die Heimspielpremiere am Sonntag gegen Viktoria Arnoldweiler (Anstoß 15 Uhr) voraussichtlich alle Mann zur Verfügung.

Dass Burlet bei der Aufstellung auch vor Platzhirschen nicht Halt macht, erfuhr in Frechen Sebastian Wilms, seit Jahren einer der absoluten Leistungsträger beim FC. Weil er berufsbedingt aber die vergangene Woche nicht trainieren konnte, musste „Sepp“ dort erst mal mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen. Dass dies die in der Vorbereitung verletzungsbedingt längere Zeit fehlenden weiteren erprobten Stammkräfte Thomas Lambertz und Danny Fäuster ebenfalls tun mussten, war daher schon weniger bemerkenswert.

„Bei der Aufstellung wird es auch weiterhin ganz, ganz knappe Entscheidungen geben“, kündigt Michael Burlet an. Mit seinem Co-Trainer Stefan Kniat und dem Sportlichen Leiter Friedel Henßen befände er sich da in einem intensiven und ständigen Meinungsaustausch. „Wir diskutieren da durchaus auch mal kontrovers. Am Ende entscheide aber ich.“

Und eines erklärt Burlet auch klipp und klar: „Der Grundsatz ,Never change a winning team’ zählt für mich nicht. Ich lege großen Wert auf Flexibilität – sowohl bei der Aufstellung als auch beim System.“ Von daher könne es trotz des gelungenen Auftakts gegen die Viktoria Änderungen in beiden Bereichen geben. „Das hängt ja auch ein bisschen vom Gegner ab.“ Die Viktoria nahm Burlet vergangenen Sonntag beim 0:2 im Derby gegen den 1. FC Düren sogar noch persönlich unter die Lupe. Da diese Begegnung gut zwei Stunden später als die Beecker Partie angepfiffen wurde, setzte sich Burlet kurz nach Abpfiff in Frechen ins Auto und fuhr nach Arnoldsweiler, bekam so den Großteil der Viktoria-Partie noch mit.

Sein Eindruck: „Mit dem Abstieg dürfte Viktoria nichts zu tun haben. Die ist in der Offensive deutlich stärker als in der Vorsaison.“ Die beendete Arnoldsweiler auf Platz elf mit sechs Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Zwischenzeitlich mussten die Dürener Vorstädter aber arg um den Ligaverbleib bangen.

Deren Trainer ist weiterhin Thomas Virnich. Der hatte seine eigene Elf gegen Düren aber bei weitem nicht so stark wie Burlet gesehen: „Da war ich überhaupt nicht zufrieden. Wir mögen zwar etwas weiter sein als zum vergleichbaren Zeitpunkt in der Vorsaison, doch das kann ja nicht der Maßstab sein. Unser Kader ist erst recht spät komplettiert worden, und daher sind wir auch noch nicht so eingespielt, wie es sein sollte.“ Folge: „Wir haben gegen Düren vor großer Kulisse leider nicht das in die Waagschale werfen können, wozu wir potenziell in der Lage wären.“

Die Partie in Beeck betrachte er daher als Bonusspiel – und auch noch als Teil der Vorbereitung: „Danach kommen Teams, gegen die wir punkten können. Um ein paar Phrasen zu bemühen: Um in Beeck was zu holen, müsste für uns alles passen, und wenn wir lange das zu Null halten, wird Beeck vielleicht nervös. Doch das ist beim FC ja gar nicht der Fall. Der erhöht bei Bedarf einfach mal das Tempo und dreht so ein 0:2 noch in ein 3:2“, sagt Thomas Virnich und spielt damit auf Beecks Kreispokal-Halbfinale in Lindern an.

Eines verspricht Virnich aber dennoch: „Wir werden nicht mauern – das ist nicht unser Ding.“ Da die Viktoria ein langjähriger Beecker Ligakollege ist, kennen sich Spieler und Verantwortliche gut. Erst recht gilt das für die beiden Trainer. „Michael und ich wohnen in Eschweiler wohl gerade mal ein paar 100 Meter auseinander. Wir könnten uns also auch noch am Montag bequem über das Spiel austauschen“, merkt Virnich launig an.

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