Klarer 3:0-Sieg gegen Fortuna Köln II Spielfreudiger FC Beeck wie aus einem Guss

Fußball-Mittelrheinliga · Der FC Wegberg-Beeck schlägt die bis dahin noch ungeschlagene U23 Fortuna Kölns mit 4:0 und verteidigt damit die Tabellenführung. Alle Treffer werden blitzsauber herausgespielt – zur Abwechslung ist mal kein Standardtor dabei.

 Beecks Shpend Hasani (weißes Trikot, Mitte) war gegen die U23 Fortuna Kölns nicht zu bremsen. Zwei Tore schoss der Angreifer selbst, ein weiteres legte er auf.  Foto: Schnieders

Beecks Shpend Hasani (weißes Trikot, Mitte) war gegen die U23 Fortuna Kölns nicht zu bremsen. Zwei Tore schoss der Angreifer selbst, ein weiteres legte er auf. Foto: Schnieders

Foto: Schnieders/Michael Schnieders

Mit acht Punkten aus vier Spielen, keiner Niederlage und nur zwei Gegentoren war die U23 Fortuna Kölns glänzend in die Saison gestartet. Da könnte man meinen, das Team sei mit breiter Brust zum Topspiel nach Beeck gereist – taten die kölschen Südstädter wegen enormer Personalprobleme aber ganz und gar nicht. „Die U23 steht in Beeck vor einer Mission Impossible“, betitelte die Fortuna auf ihrer Homepage die Vorschau – und schob nach: „Auf dem Papier ist es ein Spitzenspiel, doch in der Realität ist es ein Duell David gegen Goliath. Die Kräfteverhältnisse sind ungleich verteilt.“

Exakt so sollte es im Beecker Waldstadion dann auch kommen. Gegen einen wie aus einem Guss spielenden FC stand der Gast buchstäblich auf verlorenem Posten, war am Ende mit dem 0:4 noch gut bedient. „Wir haben heute mit großer Entschlossenheit gespielt, sind dabei immer wieder über die Außen gut durchgekommen und haben unsere Tore schön herausgespielt. Wenn wir so performen, wird es schwer, uns zu schlagen – nur: Das müssen wir Woche für Woche auch bestätigen“, zeigte sich Beecks sonst so nüchterner Coach Mark Zeh ungewohnt euphorisch.

Dazu hatte er speziell wegen der ersten 70 Minuten auch allen Grund. Da agierten die Beecker enorm spielfreudig. Gepaart mit einer großen Laufbereitschaft und dem ausgeprägten Willen zum Direktspiel spielten die Gastgeber den tapferen Gast an die Wand.

Ganz vorne brillierten Shpend Hasani und Marc Kleefisch, bärenstark waren zudem die Außen Maurice Passage und Norman Post, die immer wieder bis zur Grundlinie durchkamen und viel Gefahrengut in den Strafraum beförderten. Dazu erwies sich Maurice Pluntke auf der Sechs als umsichtiger Schiffsmaschinist, und vor ihm lief erstmals Julio Torrens in der Anfangsformation auf. „Julio hat mir – so wie die anderen natürlich auch – sehr gut gefallen“, lobte Zeh.

Den ersten Aufreger gab es in der 8. Minute. Da klatschte eine Post-Flanke gegen die Latte. Drei Minuten später war die Führung fällig: Eine klasse Passage-Flanke köpfte Kleefisch kurz über der Grasnarbe aus größerer Distanz artistisch ins lange Eck – so muss man den erst mal machen. „Auf trockenem Rasen wäre der aber wohl nicht reingegangen. So hat der Ball aber viel Fahrt bekommen“, merkte Kleefisch selbst zu seinem Tor des Monats an.

Danach traf Torrens bei seinem Startelf-Debüt auch gleich ins Tor: Nachdem er von Hasani klasse freigespielt worden war, scheiterte er zunächst an Keeper Luca Wilsing, doch im zweiten Versuch brachte er den Ball im Tor unter (32.). Dimitrios Touratzidis (42.) und Hasani (44.) boten sich noch vor der Pause gute Chancen zur endgültigen Entscheidung. Selbige ließ in Hälfte zwei aber nicht lange auf sich warten. Ein gewitztes Touratzidis-Zuspiel bugsierte Hasani mit Unterstützung des Keepers zum 3:0 über die Linie (49.). Hasani, der wie aufgedreht spielte und auch wiederholt noch besser postierte Nebenleute in Szene setzte, hätte dann noch ebenso nachlegen können (66.) wie auch Touratzidis (68.). Danach nahm ­Beeck den Fuß vom Gaspedal, erlaubte sich in der Defensive auch einige Unkonzentriertheiten. Torwart Eric Wille machte sich bei einem gefährlichen Flachschuss des eingewechselten Miron Wessels ganz lang und hielt so das zu null fest (72.).

Ein-Kontakt-Fußball war dann beim 4:0 angesagt. Die vorletzte Station dabei war der eingewechselte Aaron Allwicher, Hasani die letzte (84.). Für seine bemerkenswerte Vorstellung hatte Hasani, der gegenüber der Vorsaison nicht wiederzuerkennen ist, eine simple Erklärung: „Jetzt bin ich richtig fit.“

Der gleichfalls starke Post meinte: „Wir mussten nach dem 0:3 in Bergisch Gladbach eine Reaktion zeigen – und das haben wir heute getan. Dazu haben wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt erzielt.“ Und sein Gegenüber auf der rechten Seite, Kapitän Passage, meinte: „Das war heute ein richtig souveräner Auftritt.“ Der fand übrigens unter den Augen des frischgebackenen Ü60-Triathlon-Europameisters „Hermi“ Limburg statt. Über den Besuch des gebürtigen Kempeners und jetzigen Unterbruchers freute sich besonders ­Beecks Geschäftsführer Werner Tellers.

Fortunas trotz der klaren Niederlage sehr aufgeräumt wirkender Trainer Bodgan Komorowski hob derweil Beeck zum Ligafavoriten hoch: „Für mich seid ihr der Topfavorit der Liga.“ Was er auf Nachfrage auch präzisierte: „Ich habe nun alle Spitzenteams der Liga gesehen. Kein Team ist von den Abläufen her so sicher wie Beeck, bringt zudem so viel Erfahrung auf den Platz.“

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