Mittelrheinliga: FC Wegberg-Beeck muss zur Wundertüte Friesdorf

Mittelrheinliga-Duell : Beeck muss zur Wundertüte Friesdorf

Mittelrheinliga: Der kommende Gegner des Spitzenreiters der Mittelrheinliga hat nicht mehr viel mit dem Team aus der Hinrunde zu tun. Aufgrund finanzieller Probleme gab es im Winter bei dem Bonner Klub einen Kahlschlag.

Wenn der FC Wegberg-Beeck am Sonntag um 15.15 Uhr auf Blau-Weiß Friesdorf trifft, werden die Beecker Spieler auf viele unbekannte Gesichter treffen. Denn die Mannschaft, mit der Friesdorf in die Rückrunde gestartet ist, hat kaum noch etwas mit der Mannschaft zu tun, gehen die Beeck im Hinspiel mit 2:1 gewann.

Der Grund dafür hat vier Buchstaben: Geld. Denn das fehlte dem Mittelrheinligisten im Herbst vorigen Jahres auf einmal mitten in der Saison. Finanziellen Verpflichtungen gegenüber Spielern und Trainern konnte der Verein plötzlich nicht mehr nachkommen. So musste das Team anschließend beispielsweise auf eigene Rechnung mit Privatautos zu den Spielen fahren.

Und im Novermber kam es für den Tabellenneunten noch dicker, als plötzlich auch noch ein neuer Trainer her musste. Denn der damalige Trainer Guiseppe Brunetto, der eigentlich noch bis zur Winterpause weitermachen wollte, erklärte seinen Rücktritt. Als Begründung führte Brunetto damals gegenüber dem Bonner Generalanzeiger an, dass sich die Mannschaft nicht an getroffene Absprachen gehalten habe und die Trainingsbeteiligung immer schlechter geworden sei. Inzwischen steht der 45-Jährige beim designierten Absteiger der Regionalliga West, TV Herkenrath, an der Seitenlinie. Das Sagen bei Beecks kommendem Gegner haben stattdessen nun Thomas Huhn und der erst 25-jährige Johannes Weitensteiner. Und neben den beiden neuen Trainern wurde auch der Kader in der Winterpause nahezu komplett ausgetauscht: 13 Spieler haben den Verein verlassen, im Gegenzug kamen 13 Neue zu dem Bonner Klub. Doch trotz der ganze Geschehnisse rund um den Friesdorfer Verein, warnt Beecks Trainer Friedel Henßen vor dem kommenden Gegner: „Gegen Friesdorf zu spielen, ist immer schwierig“, sagt der FC-Trainer: „Und sie werden immerhin genauso elf Spieler auf den Platz bringen wie wir“, führt er an. Dass das neue Friesdorfer Team in der Rückrunde keineswegs Kanonenfutter ist, zeigte es gegen den FC Hürth, gegen den Friesdorf nur knapp mit 1:2 verlor. Gerne hätten sich die Beecker deshalb vor der Partie auch noch einmal ein eigenes Bild von ihrem Konktrahenten gemacht. Weil Friesdorfs Begegnung gegen den Tabellenletzten Arnoldsweiler vorige Woche aber ausgefallen ist, wurde daraus nichts. „Somit kann man schon sagen, dass wir ein Stück weit auf eine Wundertüte treffen“, sagt Henßen.

Mit seinem eigenen Team ist der FC-Verantwortliche momentan zufrieden. Auf die 2:4-Rückrundenauftakt-Pleite gegen Vichttal folgten schließlich der Sieg im FVM-Pokal gegen Bergisch Gladbach und der knappe 1:0-Erfolg gegen den FC Hennef. „Wir haben nach der Niederlage in Vichttal schnell die Kurve bekommen“, sagt Henßen, der neben den Langzeitverletzten auf Sascha Tobor und Marius Müller verzichten muss. „Und dass man nach der Winterpause immer erst ein paar Spiele braucht, um auf 100 Prozent zu kommen, ist normal.“

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