Mittelrheinliga: Durch ein Tor in der Nachspielzeit gewinnt der FC Wegberg-Beeck 1:0 gegen die Spvg. Wesseling/Urfeld

Fußball : „Dreckiger“ Sieg in der Nachspielzeit erspielt

Mittelrheinliga: Beeck schlägt Wesseling/Urfeld 1:0 durch Edsons ganz spätes Kopfballtor. Beim Gast drohen die Lichter auszugehen.

Lange, lange deutete im Spiel des Tabellenführers FC Wegberg-Beeck gegen Aufsteiger Spvg. Wesseling/Urfeld alles, aber auch wirklich alles auf ein torloses und auch leistungsgerechtes Remis hin – richtige Torchancen waren in der äußerst zähen Begegnung auf schwer bespielbarem Untergrund beiderseits absolute Mangelware.

Stattdessen machte sich vor 174 zahlenden Zuschauern im Waldstadion zunehmend Hektik breit. Nur einer ließ sich davon nicht anstecken: Schiri Markus Meier (Hürth) blieb souverän und behielt die Übersicht, verteilte insgesamt acht (gerechtfertigte) Gelbe Karten.

Doch in der Schlussphase schlugen die Emotionen wahre Purzelbäume – und Beeck noch einmal entscheidend zu. Denn in der dritten Minute der vierminütigen Nachspielzeit gelang ausgerechnet Beecks zur Pause eingewechseltem Deutsch-Brasilianer Edson doch noch das Siegtor, das dem FC den neunten Ligasieg in Serie bescherte: Eine Maßflanke Shpend Hasanis köpfte Edson freistehend ein. Ausgerechnet Edson – aus gleich zwei Gründen: Zum einen spielte der Stürmer in der vergangenen Saison noch für Wesseling/Urfeld, und zum anderen war ihm im Spiel gegen die alten Kameraden zuvor herzlich wenig geglückt – solche Geschichten schreibt eben nur der Fußball.

Ein Tor, das sofort und auch nach dem Abpfiff viele Emotionen freisetzte. Armand Drevina spurtete wie von der Tarantel gestochen Richtung Wesselinger Bank. Adressat war Trainer Jupp Farkas, für einige Beecker traditionell eine absolute Reizfigur – wohl auch für Beecks neuen Co-Trainer Stefan Kniat, der von seinem „Chef“ Michael Burlet nur mühsam gebändigt werden konnte. Und Beecks Sportlicher Leiter Friedel Henßen lieferte sich ein kurzes, aber knackiges Wortgefecht mit Uwe Koschinat. Der Trainer des Zweitligisten SV Sandhausen, der am Freitag ein respektables 1:1 aus Hannover mitgebracht hatte, war ebenfalls auf 180, litt auf der Tribüne mit dem Gast aus einem speziellen Grund: Sein Sohn Jan Ole Koschinat (17) spielt seit Sommer für die Spvg,, wurde eingewechselt – und sah nach einem harten Einsteigen gegen Drevina Rot (88.).

So kurzweilig wie am Spielfeldrand in der Schlussphase war es auf dem Platz zuvor bei weitem nicht zugegangen. Beeck (ohne den erkrankten Thomas Lambertz) mühte sich zwar redlich, doch viel Produktives gelang dem FC nicht. „Insgesamt haben wir mit zu wenig Bewegung gespielt, auch das Spiel über die Außen vermissen lassen. Es ist genauso gekommen, wie ich es nach unserem Sieg in Düren bereits befürchtet hatte“, sagte Burlet – und zog als Fazit: „Nur wenn man oben steht, gewinnt man so ein Spiel.“

Ebenso ungeschminkt wie treffend fiel der Kommentar von Beecks Kapitän Maurice Passage aus: „Das war ein ganz dreckiger Sieg in einem 100-prozentigen Kampfspiel.“ Und Jupp Farkas? Der hatte sich im Spiel weitgehend auf das lautstarke Coachen seiner eigenen Mannschaft konzentriert – fast im Stil eines Fußballreporters. Im Gespräch mit unserer Redaktion war er im Anschluss völlig sachlich und unaufgeregt: „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Ob es für uns nach der Winterpause aber überhaupt noch weitergeht, ist eher unwahrscheinlich. Ich würde die Chancen dafür aktuell auf 20:80 beziffern, da kein Geld mehr da ist. Mein gesamtes Funktionsteam inklusive meiner Wenigkeit arbeitet bereits seit Sommer rein ehrenamtlich – kein Scherz. Und wenn es weitergehen sollte: Im Sommer ist für mich nach 16 Jahren dann aber definitiv Schluss.“

Beeck: Zabel – Passage, Hühne, Wilms, Post – Geerkens (46. Edson), Drevina, Leersmacher (77. Asani), Mandt (73. Thelen) – Kleefisch, Hasani