Mittelrheinliga: Der FC Wegberg-Beeck spielt gegen Aufsteiger SV Deutz 05

Paukenschlag beim Mittelrheinligisten : Beeck bekommt einen neuen Trainer

Nach der Saison hört Friedel Henßen als FC-Trainer auf, bleibt aber Sportlicher Leiter. Sein Nachfolger steht schon fest. Co-Trainer Dirk Ruhrig geht.

Seit August 2012 ist Friedel Henßen Cheftrainer des FC Wegberg-Beeck – so lange wie keiner seiner Vorgänger, seitdem der FC höherklassig spielt. Und das ist seit dem Aufstieg in die Landesliga 1993 der Fall. Doch im Sommer wird seine Zeit als Trainer beim FC überraschend zu Ende gehen. Dann hört er als Coach auf, konzentriert sich ab dann auf seine Aufgabe als Sportlicher Leiter beim FC. Noch übt er beide Ämter in Personalunion aus.

Seinen Nachfolger hat Henßen selbst ausgesucht: Michael Burlet (54), seit Frühjahr 2013 Trainer des SV Breinig, unterschrieb am Mittwoch für zwei Jahre. „Wir kennen uns schon sehr lange, tauschen uns regelmäßig aus. Ich bin überzeugt, dass Michael nach Beeck passt“, erläutert Henßen – und schiebt nach: „Über diesen Schritt hatte ich schon vor längerer Zeit nachgedacht. Daher hatte ich meinen Vertrag als Trainer im Januar diesmal auch nur für ein Jahr verlängert. Nach sieben Jahren wird es aber einfach mal Zeit für frischen Wind. Man kann sich nicht alle zwei Monate neu erfinden, auch wenn ich natürlich versucht habe, Trainingsgestaltung und Ansprache stets zu variieren.“ Das gilt speziell angesichts des Umstands, dass etliche Beecker Spieler ebenfalls schon recht lange im Verein sind – ein halbes Dutzend Leistungsträger seit 2012/2013.

Auch daher sei er nach intensiven Gesprächen auch mit dem Vorsitzenden Günter Stroinski zu dem Entschluss gekommen, diesen Schritt bereits in diesem Sommer zu vollziehen, erzählt Henßen. Sein Aufgabengebiet als Sportlicher Leiter weiter sich dann auch aus: Ab Sommer ist er auch für Beecks U 23 und die U 19 verantwortlich, wird auch da die Gespräche mit Trainern und Spielern führen.

„Wir erhoffen uns vom Trainerwechsel neue Impulse. Und Friedel verlieren wir ja auch nicht“, sagt Beecks Geschäftsführer Thomas Klingen. Bei Henßens langjähriger rechter Hand ist das jedoch der Fall: Co-Trainer Dirk Ruhrig, mit dem Henßen sieben Jahre lang ein bestens harmonierendes und sich gegenseitig perfekt ergänzendes Duo gebildet hat, wird Beeck nach der Saison verlassen. „Das hat nichts mit der Person Michel Burlets zu tun. Doch für mich war immer klar, dass ich in Beeck als Co-Trainer nur unter Friedel arbeite“, sagt Ruhrig. „Und ich hatte mir schon Hoffnungen gemacht, Friedel als Trainer zu beerben, wenn er mal diesen Schritt macht, der ja in der Tat schon länger im Raum stand. Jetzt kommt es anders. Doch das nehme ich professionell hin und werde bis zum Saisonende alles dafür geben, dass diese sieben tollen Jahre mit dem erneuten Aufstieg in die Regionalliga gekrönt werden.“ Allzu lange ohne Verein dürfte Ruhrig nicht bleiben. Schließlich genießt der Trainer-A-Schein-Inhaber einen ausgezeichneten Ruf – gerade auch, was Trainingsmethodik und Spielanalyse angeht.

Wer Ruhrig als Co-Trainer beerbt, ist noch offen. „Die erste Wahl hat da natürlich Michael Burlet selbst. Wir können ihm ja keinen Co an die Seite stellen, den er nicht will“, erläutert Klingen. Ruhrigs Entscheidung könne er auch verstehen. „Das respektieren wir voll und ganz. Was aber nichts daran ändert, dass wir, inklusive natürlich Friedel selbst, sehr gerne mit Dirk als Co weitergemacht hätten. Denn Dirk ist einfach auch ein super Typ.“

Dass dies auf Burlet aber auch zutrifft, davon ist Beecks zurzeit mit einem Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzter Vizekapitän Danny Fäuster überzeugt: „Er ist als Mensch und auch als Trainer klasse, legt sehr großen Wert auf taktische Dinge.“ Fäuster kennt Burlet aus gemeinsamen Jahren bei Germania Dürwiß – erst war Burlet dort sein Jugendtrainer, in der Saison 2010/11 bei Fäusters Ein-Jahres-Abstecher zurück zur Germania sein Seniorencoach. Dürwiß spielte damals Mittelrheinliga.

In dieser Liga trainiert Burlet, der den A-Schein hat, bis zum Sommer noch Breinig – und dort tritt Beeck am 28. April an. „In Breinig konnte ich immer in völliger Ruhe arbeiten. Der SV ist für mich daher sicher mehr als nur einfach eine Trainerstation“, sagt der 54-Jährige. Seine ganze Konzentration gelte bis zum Saisonende daher auch noch dem SV. „Natürlich freue ich mich aber auch schon auf Beeck. Der FC ist schließlich einer der Topvereine der Region.“

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