Mittelrheinliga: Der FC Wegberg-Beeck peilt gegen Friesdorf sechsten Sieg in Serie an

Fußball : Beeck peilt den sechsten Dreier in Serie an

Mittelrheinliga: FC spielt am Sonntag daheim gegen Friesdorf. Joy-Slayd Mickels hat sich den befürchteten Innenbandriss zugezogen.

Sechs der bislang sieben Meisterschaftsspiele gewonnen (davon zuletzt fünf in Folge) und Tabellenführer: Eigentlich läuft es beim FC Wegberg-Beeck wie erhofft. Wäre da nicht am Sonntag im mit 1:0 gewonnenen Spitzenspiel in Hennef eine Szene kurz vor der Pause gewesen. Da hatte sich Joy-Slayd Mickels an der Seitenlinie bei einem eigentlich recht harmlosen Zweikampf übel das Knie verdreht und musste ausgetauscht werden. „Es ist irgendwas mit dem Innenband“, berichtete Coach Michael Burlet direkt nach der Partie.

Diese Vermutung bestätigte sich nun unter der Woche bei einer eingehenden Untersuchung. Der in Amern aufgewachsene Deutsch-Kongolese hat sich tatsächlich das Innenband gerissen – die Hinrunde dürfte für den 25-Jährigen damit vorzeitig beendet sein. „Das trifft uns und den Jungen selbst sehr hart. Wir hatten große Hoffnungen in ihn gesetzt. Joy-Slayd hätte wohl noch zwei, drei Partien gebraucht, um richtig fit zu werden – und nun das. Wenigstens ist aber das Kreuzband nicht auch noch beschädigt“, merkt Burlet zu diesem personellen Nackenschlag an.

Mickels hatte im August in Beeck angeheuert, kam verletzt von Regionalligist SV Rödinghausen, wo er sich Ende Februar einen Patellasehnenanriss zugezogen hatte. In Beeck hatte sich der Offensivmann, der sich auch dank seiner offenen und fröhlichen Art auf Anhieb sehr gut eingefügt hat, gerade wieder rangekämpft – nun folgte der nächste Rückschlag.

Ohne Mickels also wollen die Kleeblätter am Sonntag den sechsten Punktsieg in Serie holen und damit die Tabellenführung verteidigen. Dann kommt der FC Blau-Weiß Friesdorf ins Waldstadion (Anstoß 15 Uhr). Der Gast kommt mit dem jüngsten Trainer der Liga: Johannes Weitensteiner ist gerade mal 26 Jahre jung.

Im Januar stieg er als Coach bei den damals von heftigen Turbulenzen erschütterten Friesdorfern ein – weil der Verein die zugesagten Aufwandsentschädigungen nicht mehr zahlen konnte, hatten im Winter Trainer Giuseppe Brunetto und das Gros der Mannschaft den Klub verlassen, drohte daher sogar ein vorzeitiger Rückzug. Den wendeten Weitensteiner und Co. dann aber ab. Auch sportlich lief es fortan sehr passabel: Die völlig neu formierte Truppe schaffte sicher den Ligaverbleib, hatte am Ende acht Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Und auch die neue Spielzeit ließ sich für die Blau-Weißen prächtig an: Die ersten fünf Partien blieben sie ungeschlagen, holten daraus neun Punkte. Zuletzt gab es aber zwei Heimpleiten: erst 1:3 gegen Aufsteiger Fortuna Köln II, dann 0:4 gegen Mitfavorit 1. FC Düren. Bester Friesdorfer Torschütze ist mit vier Treffern der erst 19-jährige Boris Kivoma.

Burlet hatte Friesdorf beim beachtlichen 1:1 in Hennef, neben Beeck und Düren der dritte Aufstiegsaspirant, unter die Lupe genommen. „Da hat mir Friesdorf sehr gut gefallen. Das ist eine gut organisierte und sehr kampfstarke Truppe. In dieser Liga gibt es aber ohnehin niemanden, den man mal so im Vorbeigehen schlägt. Auf uns kommt also wieder ein hartes Stück Arbeit zu.“ Bis auf Mickels und den langzeitverletzten Sascha Tobor kann Burlet dazu fast auf den gesamten Kader zurückgreifen – auch auf Danny Fäuster. Der Vizekapitän, mit 30 Jahren der Senior im Team, hat seine Gelb-Rot-Sperre abgebrummt.

Etwas durch hängt zurzeit Stürmer Marc Kleefisch, der im Sommer in Beeck einen Raketenstart hingelegt hatte. Was Burlet aber nicht beunruhigt: „Marc ist gerade mal 20 Jahre, spielt seine erste volle Seniorensaison, nachdem er in der vergangenen Spielzeit größtenteils verletzt war. Der Junge hat inklusive aller Vorbereitungsspiele nun bereits 22 Partien absolviert, da ich ihn mangels Alternativen immer bringen musste. Von daher ist eine kleine Delle bei so einem jungen Spieler doch völlig normal. Ich bin mir sicher, er kommt da wieder raus.“

Unzufrieden sei er mit Kleefisch aber auch aktuell nicht, betont Burlet: „Ich messe ihn nicht an Toren, sondern daran, wie er für die Mannschaft arbeitet. Und das macht er weiterhin sehr gut.“ Und auch die generelle Richtung stimme: „Das Spiel in Hennef hat gezeigt: Wir sind auf einem guten Weg.“

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