Beeck verspielt die Herbstmeisterschaft Blitztor und Japan-Duo schocken Beeck

Fußball-Mittelrheinliga · Der FC Wegberg-Beeck verliert das Topspiel beim FC Hennef verdient mit 0:3 und verspielt damit auch die Herbstmeisterschaft. Nun geht es in die ungewohnt lange Pause.

 Mächtig was zu tun bekam ­Beecks Defensive in Hennef. Hier klärt Nils Hühne (Nummer 4), beobachtet von den Kollegen (v.l.) Yannik Leersmacher, Dimitrios Touratzidis, Marc Kleefisch und Maurice Passage.  Foto: Schnieders

Mächtig was zu tun bekam ­Beecks Defensive in Hennef. Hier klärt Nils Hühne (Nummer 4), beobachtet von den Kollegen (v.l.) Yannik Leersmacher, Dimitrios Touratzidis, Marc Kleefisch und Maurice Passage. Foto: Schnieders

Foto: Schnieders/Michael Schnieders

Maßgeblich für Deutschlands Vorrundenaus bei der WM waren zwei Japaner: Ritsu Doan und Takuma Asano schossen schließlich die Tore bei Japans überraschendem 2:1-Sieg gegen die deutsche Auswahl. Zwei andere Japaner vermasselten nun ebenfalls maßgeblich ­Beeck die Herbstmeisterschaft in der Mittelrheinliga: Kanata Todate und Masahiro Fujiwara waren im Topspiel der Mittelrheinliga Hennefs herausragende Akteure – speziell der außerordentlich schnelle Fujiwara machte mit Beecks Verteidigern, was er wollte. Das Duo hatte so entscheidenden Anteil am 3:0-Sieg der Gastgeber, die am letzten Spieltag der Hinrunde so noch an Beeck vorbeizogen und in der mit drei Monaten ultralangen Winterpause nun als Spitzenreiter grüßen. „Die beiden Japaner waren überragend“, befand auch Beecks Coach Mark Zeh.

Hennefs Sieg auf dem Kunstrasenplatz (die Stadt hatte kurzfristig den Stadionrasen gesperrt) war hochverdient. Die Basis legten die extrem laufstarken Gastgeber mit einer furiosen ersten Halbzeit, in der sie den Gast nahezu schwindelig spielten. In die Karten spielte ihnen dabei eine Blitzführung: Bereits nach 28 Sekunden drückte Todate den Ball über die Linie, nachdem Fujiwara zum ersten, aber beileibe nicht zum letzten Mal über seine rechte Seite durchgebrochen war.

„Ich hatte extra noch darauf hingewiesen, dass Hennef sofort pressen wird. Wir dagegen waren einfach nur schläfrig“, schimpfte Zeh. Aber auch in der Folgezeit ging es nur Richtung Beecker Tor. Einen Kopfball Tarik Dogans holte Beecks Keeper Eric Wille spektakulär noch aus dem Eck und verhinderte so einen frühen Doppelschlag (4.). Beeck lief in der ersten Halbzeit nur hinterher. „Da haben wir keinen Zugriff gekriegt, sind erst gar nicht in die Zweikämpfe gekommen“, analysierte treffend Yannik Leersmacher. Der begann als Chef der Dreierkette – Maurice Pluntke nahm zunächst den Part des wegen seiner Hochzeitsreise fehlenden Stamm-Sechsers Sebastian Wilms ein.

Bereits früh stellte Zeh um, ließ Pluntke und Leersmacher die Positionen tauschen – ohne Erfolg. „Wir haben in der ersten Halbzeit die Lücken einfach nicht geschlossen bekommen, kamen immer einen Schritt zu spät und haben auch keine zweiten Bälle gewonnen. Wilms hat an allen Ecken und Enden heute gefehlt“, erklärte Zeh. Kurz vor der Pause stellten die entfesselt aufspielenden Gastgeber per Doppelschlag auf 3:0. Zunächst traf Louis Klapperich mit einem ebenso wuchtigen wie platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze (39.), dann Dogan im Anschluss an eine Ecke (45.+1).

Ganz chancenlos war aber Beeck dennoch nicht. Gefährlich wurde der Gast freilich ausnahmslos durch Kopfbälle von Dimitrios Touratzidis. Beim ersten verfehlte der Grieche das Tor denkbar knapp (24.), beim zweiten fand er in Keeper Martin Michel seinen Meister (45.+4).

Zur Pause stellte Zeh auf Viererkette um. Bis zum Ende mühten sich die Kleeblätter redlich um eine Resultatsverbesserung. Die gefährlichste Annäherung war dabei erneut ein Touratzidis-Kopfball (68.). Hennef schaltete nun zwei Gänge runter. „Da hat man doch auch gesehen, dass die in der ersten Halbzeit overpaced haben“, meinte Leersmacher. Zu mehr reichte es für Beeck aber nicht mehr.

Für Hennef war es der siebte Sieg in Serie – ohne ein einziges Gegentor. „Genauso so, wie wir heute gespielt haben, ist es unser Spiel. Das basiert auf starker Physis und Mentalität – gerade auch beim Spiel gegen den Ball“, erklärte sehr zufrieden Trainer Sascha Glatzel, in Hennef genau sechs Jahre im Amt. Dabei sei die Lage im Sommer nach vielen Abgängen sehr unsicher gewesen: „Das war eine extrem schwierige Zeit, doch wir haben sie gemeistert.“ Und auf die Frage, ob er nun auch ein wenig Genugtuung darüber empfinde, nicht nur Beeck, sondern auch die noch wesentlich finanzstärkeren Teams aus Bonn und Hohkeppel zur Winterpause hinter sich gelassen zu haben, antwortete er: „Ja, ich müsste lügen, wenn das jetzt nicht so wäre.“

Trainingsauftakt ist in Beeck am 22. Januar. Bislang hat der FC drei Testspiele abgeschlossen, alle daheim samstags: gegen SV Eilendorf (28. Januar), Germania Teveren (4. Februar) und Arminia Ludwigshafen (11. Februar).

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