Beeck trifft auf Verfolger Hennef Finale um die Herbst- und Wintermeisterschaft

Fußball-Mittelrheinliga · Wer in die dreimonatige Winterpause als Tabellenführer geht, entscheidet sich am Sonntag im Hennefer Anton-Klein-Sportpark (Anstoß 15 Uhr). Dort treffen die punktgleichen FC Hennef und FC Wegberg-Beeck im absoluten Topspiel aufeinander. Hennef ist seit sechs Spielen ohne Gegentor.

 In neun der bislang 14 Hinrundenspiele hütete Eric Wille Beecks Tor. Auch im absoluten Topspiel am Sonntag in Hennef wird der Nachwuchsmann wieder zwischen den Pfosten stehen.  FotoS: Sc  hnieders

In neun der bislang 14 Hinrundenspiele hütete Eric Wille Beecks Tor. Auch im absoluten Topspiel am Sonntag in Hennef wird der Nachwuchsmann wieder zwischen den Pfosten stehen. FotoS: Sc hnieders

Foto: Schnieders/Michael Schnieders

Elf Siege, kein Remis, drei Niederlagen: Diese Bilanz weist Spitzenreiter ­Beeck auf. Elf Siege, kein Remis, drei Niederlagen: Das steht auch für den FC Hennef auf Platz zwei zu Buche. Im letzten Spiel der Hinrunde treffen die beiden Teams in Hennef im absoluten Topduell nun aufeinander. Dank des gleich um zwölf Treffer besseren Torverhältnisses reicht den Kleeblättern folglich ein Remis zur Herbst- und Wintermeisterschaft – was für beide Teams das erste Remis überhaupt wäre.

„Wir fahren aber nach Hennef, um auch da zu gewinnen und so unseren guten Lauf fortzusetzen. Nachdem wir jetzt schon länger auf Platz eins stehen, wollen wir auf diesem Platz auch in die lange Pause gehen“, bekräftigt Beecks Coach Mark Zeh. Hennefs aktuelle Erfolgsserie ist dabei sogar noch länger als die von Beeck: Die Schützlinge von Coach Sascha Glatzel haben die letzten sechs Spiele gewonnen – ohne ein einziges Gegentor. „Diese Serie zu brechen, ist für uns ein zusätzlicher Ansporn“, sagt Zeh.

Der muss freilich auf einen seiner wichtigsten Spieler verzichten: Sechser Sebastian Wilms, der vor Kurzem geheiratet hat, ist nun auf Hochzeitsreise. Ob deswegen Maurice Pluntke, vor einer Woche beim 2:0 gegen den Bonner SC ­Beecks überragender Abwehrchef, deswegen mal wieder eine Position vorrückt oder ein anderer (zum Beispiel Yannik Leersmacher) den Wilms-Part vor der Abwehr einnimmt, hat Zeh noch nicht entschieden: „Ich denke über beide Varianten nach.“ Nicht nachdenken muss er beim Torwart: Aus privaten Gründen fällt Stefan Zabel weiterhin aus, das Tor wird so weiterhin Eric Wille hüten – und das hatte der auch noch gegen Bonn vorzüglich getan.

Davon konnte sich auch Dirk Hager überzeugen – Hennefs Sportlicher Leiter war vor Ort. „Beeck ist für mich die beste Mannschaft der Liga. Man merkt die Erfahrung, die das Team hat. Da stimmen die Abläufe, sitzt jeder Laufweg. Dazu herrscht Kontinuität, ist eine klare Struktur vorhanden, gibt es ein ruhiges Umfeld, wird seriös gearbeitet, werden keine Luftschlösser gebaut“, sagt Hennefs langjähriger Sportlicher Leiter, der sich seit jeder sehr gut mit seinem Beecker Amtskollegen Friedel Henßen versteht.

Was aber bei Weitem nicht das Einzige ist, das diese beiden Vereine verbindet. Auch von der Struktur her sind sie sich eben sehr ähnlich. Beide sind 100-prozentige Amateurklubs, bei denen unter der Woche folglich nur abends trainiert werden kann. Bei beiden wird Kontinuität großgeschrieben – Coach Glatzel ist in Hennef nun auch schon fünf Jahre im Amt. Dazu herrscht in den Vereinen Ruhe, können die Verantwortlichen recht geräuschlos arbeiten. Beide Klubs haben auch schon Regionalliga gespielt, müssten bei einem Aufstieg also nicht sonderlich viel in die Infrastruktur investieren – das dafür nötige Stadion ist jeweils vorhanden.

Und während Bonn im Grunde zum Wiederaufstieg verdammt ist und der äußerst finanzstarke Durchmarschierer SV Hohkeppel am liebsten schon nächstes Jahr Regionalliga spielen würde, ist der Druck in Beeck und Hennef erheblich geringer. Diese beiden Klubs können aufsteigen und würden sich dagegen auch sicherlich nicht wehren – sie müssen es aber nicht. „Wenn wir am Ende Zweiter oder Dritter werden, haben wir auch eine klasse Saison gespielt – erst recht angesichts des Aderlasses im Sommer“, sagt Hager. Da verlor Hennef einige Stammkräfte – allen voran Torjäger Mohamed Dahas, der nach Hohkeppel ging. Hager: „Diese Verluste haben wir aber gut kompensieren können. Viele hatten uns nicht zugetraut, auch in dieser Saison wieder ganz oben mitzuspielen.“

Entscheidend für den Hennefer Erfolg sei das Defensivverhalten, sagt Hager: „Wirklich alle arbeiten voll mit beim Spiel gegen den Ball, die Laufleistung ist sehr hoch. Dazu kommt das Selbstvertrauen, das wir uns mit dieser Serie von sechs Siegen in Folge ohne Gegentor erarbeitet haben.“ Davor verlor Hennef daheim gegen den VfL Vichttal 3:4. „Der VfL war freilich auch sehr gut. Außerdem haben wir da auf dem Kunstrasen gespielt. Auf dem Stadionrasen sind wir aber noch ungeschlagen, und da werden wir auch gegen Beeck spielen“, kündigt Hager an.

Auf Nils Hühne ist in Beeck auch in dieser Saison wieder Verlass. Der Innenverteidiger zählt dank konstant guter Vorstellungen zu den Leistungsträgern.

Auf Nils Hühne ist in Beeck auch in dieser Saison wieder Verlass. Der Innenverteidiger zählt dank konstant guter Vorstellungen zu den Leistungsträgern.

Foto: Schnieders/Michael Schnieders

Der freut sich wie alle Beteiligten mächtig auf den Gipfel: „Im letzten Spiel des Jahres wird im direkten Aufeinandertreffen der Hinrundenmeister ermittelt – besser könnte die Konstellation doch gar nicht sein.“ Um schmunzelnd hinterherzuschieben: „Doch, eine Steigerung gibt es natürlich noch: Wenn die Konstellation vor dem Rückspiel genauso sein sollte.“

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