Fußball : Mit Geduld und Glück Festung Frechen geschleift

Mittelrheinliga: Beeck siegt bei der Spvg. 1:0. Shpend Hasani trifft in der 85. Minute. Erste Heimniederlage für Frechen seit 13 Monaten.

Nicht schön, aber effektiv und erfolgreich: So hat der FC Wegberg-Beeck in dieser Saison schon häufig gespielt. So extrem wie gestern bei Aufsteiger Spvg. Frechen 20 war’s aber noch nie. Da reichte den Kleeblättern wirklich ein einziger Torschuss zum Sieg. Als sich alle schon auf ein 0:0 eingestellt hatten, raffte sich Beecks Japan-Quirl Musashi Fujiyoshi zu einer formidablen Einzelleistung auf, umkurvte mit viel Tempo drei Gegenspieler, drang in den Strafraum ein. Seine präzise Hereingabe drückte dann Shpend Hasani aus wenigen Metern gekonnt über die Linie (85.). Womit Frechen zum ersten Mal seit 13 Monaten wieder ein Heimspiel verlor.

Entsprechend bedient war Spvg.-Coach Micha Skorzenski: „Wir haben sehr gut und diszipliniert verteidigt, haben nichts zugelassen, waren gleichwertig. Umso bitterer ist es, dann noch zu verlieren. Doch Beeck ist da einfach eiskalt.“ Was sein Beecker Kollege Friedel Henßen genauso sah: „Frechen war sehr gut organisiert, hat es uns auf dem kleinen Kunstrasenplatz sehr schwer gemacht.“ Und zur eigenen Spielweise merkte er an. „Wir spielen zurzeit sicherlich ein bisschen auch Minimalistenfußball – freilich sehr erfolgreichen.“

In der Tat. Zum glücklichen eigenen Dreier gesellten sich gestern auch noch passende Resultate der Konkurrenz. So verlor Borussia Freialdenhoven in der 90. Minute 2:3 beim starken Aufsteiger SV Deutz, und vor allem aber ließ Beecks wohl größter Aufstiegskonkurrent Bergisch Gladbach beim 0:0 daheim gegen Hürth zwei Punkte liegen. Bei gleicher Anzahl von Spielen hat Beeck so nun fünf Punkte Vorsprung auf den SV.

Gegen die im 5-4-1 operierenden Gastgeber hatte Beeck vor dem Seitenwechsel zwar deutlich mehr Spielanteile, ohne indes ein einziges Mal gefährlich zu werden. Immer wieder rannten sich die Gäste in der dichtgestaffelten Abwehr fest, fanden kein Durchkommen – auch, weil sie generell mit zu wenig Tempo und Ideen spielten. „Wir hatten schon größere Probleme, Lücken zu finden“, räumte Beecks Kapitän Maurice Passage ein, vor dem Skorzenski im Vorfeld mit den größten Respekt gehabt hatte. „Seine gefährlichen Vorstöße über rechts wollten wir unterbinden, und das ist uns auch gelungen“, bilanzierte Frechens Coach zufrieden.

War Beeck bis zur Pause zumindest optisch überlegen, so änderte sich auch das nach dem Seitenwechsel, als die Gastgeber zunehmend gleichwertiger wurden. Was sich bereits Sekunden vor der Pause andeutete. Da hatte Marcus Wilsdorf die erste nennenswerte Chance der Partie, verzog aber etwas überhastet. In Hälfte zwei knüpfte er daran an, hatte zwei weitere Einschussgelegenheiten. Einmal scheiterte er dabei an Beecks wieder sicheren Rückhalt Stefan Zabel (62.), der sich kurz zuvor auch gegen Marco Ban auf dem Posten gezeigt hatte (58.). Bei einigen sehr erfolgversprechenden Kontersituationen fehlte den unermüdlich kämpfenden Gastgebern zudem die Cleverness – ansonsten hätte es für Beeck wohl eine Niederlage gesetzt. Stattdessen setzte Hasani dann für Beeck eben noch den Lucky Punch.

Beeck: Zabel – Passage, Wilms, Hühne, Tobor – Chakroun, Drevina – Thelen (66. Leersmacher), Lambertz (82. Iohara), Fujiyoshi (89. Post) – Hasani