"Mister FC Wegberg-Beeck" wird 60

Morgen wird Günter Stroinski 60 Jahre alt, der Macher beim ranghöchsten Verein des Kreises. Der FC ist für ihn kein Spielzeug, sondern Lebensinhalt – nicht der wichtigste, aber ein relevanter. Herbert Stevens: "Er ist nicht nur mit seiner Brieftasche, sondern vor allem mit seinem Herzen dabei."

Morgen wird Günter Stroinski 60 Jahre alt, der Macher beim ranghöchsten Verein des Kreises. Der FC ist für ihn kein Spielzeug, sondern Lebensinhalt — nicht der wichtigste, aber ein relevanter. Herbert Stevens: "Er ist nicht nur mit seiner Brieftasche, sondern vor allem mit seinem Herzen dabei."

Eine Villa an der Côte d'Azur, eine Yacht im Mittelmeer oder eine Penthousewohnung in einer Großstadt — wenn eines dieser Dinge der Lebenstraum von Günter Stroinski gewesen wäre, hätte er sich diesen sicherlich erfüllen können. War's aber nicht. Stroinski hatte (und hat) anderes im Sinn. Seine "Villa" steht in Beeck, genau gesagt am Kiefernweg 87-89: das im Juni 1998 für rund anderthalb Millionen Mark fertiggestellte Waldstadion, das sicherlich schönste Fußballstadion im Kreis Heinsberg. Das sieht er selbst als sein sportliches Hauptlebenswerk an. Morgen wird der "Mister FC Wegberg-Beeck" 60 Jahre alt.

Aus Beecks aktuellem Vorstand kennt ihn am längsten Herbert Stevens, der 2. Vorsitzende und Geschäftsführer. Seit knapp 20 Jahren arbeitet er mit Stroinski zusammen — und kann sich im Vorfeld des Stadionbaus noch gut an ein Gespräch bei einer großen Bauunternehmung erinnern. "Da haben die den Günter in der Tat mal etwas irritiert gefragt, warum er sich keine Yacht leisten, sondern für seinen Verein ein richtiges Fußballstadion bauen wolle. Da hat Günter halt geantwortet, dass er mehr an Fußball als an einer Yacht interessiert sei."

Fußball-Junkie

Der bekennende Fußball-Junkie ("ich war schon immer ein leidenschaftlicher Zuschauer, und daran wird sich auch nichts ändern") kann sich ein Leben ohne Fußball grundsätzlich nicht vorstellen — auf allen Ebenen ist er präsent. Im Profibereich ist er Stammgast im Gladbacher Borussia-Park und in der Düsseldorfer Esprit-Arena, und bei seinem FC schaut er sich alles gerne an — von der jüngsten Jugend bis zu den Senioren.

"Der Günter fährt auch bis nach Bergneustadt, wenn da die C-Junioren spielen", merkt Stevens an und unterstreicht das mit einer kleinen Anekdote aus den 90er Jahren: "Da war er an einem Samstag mal zu einer DFB-Veranstaltung in Neuss eingeladen. Kurz davor hatte unsere damalige Dritte Mannschaft in der C-Liga ein Heimspiel. Das hat er sich dann spontan bis zum Ende angeguckt und ist nicht mehr nach Neuss gefahren."

Typisch Stroinski. "Es gibt kaum einen Verein, der seit über 20 Jahren so von einem Mann geprägt wird wie der FC Wegberg-Beeck von Günter Stroinski. Dabei hat er immer für alle ein offenes Ohr — gerade auch für die Jugend", meint André Sieberichs, seit einigen Jahren als Cheftrainer und Sportmanager des FC einer der engsten Vertrauten.

Nichts ist daher unsinniger, als den FC als Stroinskis "Spielzeug" zu bezeichnen, wie es Skeptiker und Neider gerne tun. Ein Spielzeug verliert nach einer gewissen Zeit seinen Reiz und wird dann weggeworfen — Stroinski ist in Beeck auch nach 20 Jahren noch mit Volldampf dabei. Der FC Wegberg-Beeck ist für den erfolgreichen und hemdsärmeligen Unternehmer vielmehr ein Lebensinhalt — nicht der wichtigste, aber ein sehr relevanter.

Ecken und Kanten

Natürlich hat Stroinski Ecken und Kanten. "Viele haben ihn in all den Jahren schätzengelernt — einige aber auch fürchten", stellt Stevens fest. Stroinski sei nun mal weniger Diplomat als mehr ein Freund klarer Worte. "Er kann aufbrausend sein, ist aber nicht nachtragend. Und auf alle Fälle ist er einer der schillerndsten Persönlichkeiten im Amateurfußball am gesamten Mittel- und Niederrhein. Egal, wo man hinkommt: Den kennen alle." Und dann gelingt es Stevens, in einem Satz Stroinskis Wirken beim FC sehr treffend zu charakterisieren: "Er ist in all den Jahren nicht nur mit seiner Brieftasche, sondern vor allem auch mit seinem Herzen dabei."

(emo)
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