Fußball : Meister FC Hennef – einfach meisterlich

Mittelrheinliga: Ein brillanter Gast siegt im Topspiel im Beecker Waldstadion vor 300 Zuschauern mit 3:0. Die stark ersatzgeschwächten Kleeblätter sind damit noch gut bedient, wie das Chancenverhältnis von 2:12 eindrucksvoll belegt.

Toller Angriffsfußball, blitzschnelle Kombinationen, zwingend herausgespielte Torchancen, gepaart mit hoher Laufbereitschaft und ebensolcher Entschlossenheit: All das gab es gestern im absoluten Topspiel zwischen dem FC Wegberg-Beeck und dem FC Hennef vor gut 300 Zuschauern (darunter viele aus Hennef) zu sehen – freilich nur vom Gast. Mit einer wahrlich meisterlichen Leistung gewann der Mittelrheinliga-Meister der Jahre 2012 und 2013 mit 3:0.

Von Anpfiff weg spielte Hennef so, wie es Coach Marco Bäumer angesichts von fünf Punkten Rückstand auf Beeck unmissverständlich auch gefordert hatte: auf Sieg. Der Gast setzte Beeck im Stile einer Heimmanschaft sofort gehörig unter Druck. Angetrieben vom starken Kapitän Kamil Niewiadomski rollte ein Angriff nach dem anderen Richtung Beecker Tor, rissen nicht nur Stoßstürmer Denis Wegner, sondern auch die Außenstürmer René Dabers und Sebastian Hecht sowie der quirlige Zehner Florian Schöller immer wieder Beecks Deckung auf, nachdem sie mit exakten Pässen in die Tiefe bedient worden waren.

Dazu beeindruckte Hennef mit perfekter Raumaufteilung – da griff wirklich ein Rädchen ins andere, spielte Hennef ähnlich flüssig, wie es Beeck beim fulminanten 5:1 gegen den Bonner SC vor einigen Wochen getan hatte. Keine Frage, seit Beecks NRW-Liga-Saison ist kein Gast derart dominant im Waldstadion aufgetreten wie gestern Hennef.

Dass es eine gute halbe Stunde dennoch torlos blieb, war nicht zuletzt Beecks Keeper Stefan Zabel zu verdanken: Der reagierte bei einem Dabers-Kopfball aus kurzer Distanz (5.) ebenso großartig wie bei einem wuchtigen Weitschuss Andreas Moogs (9.). Danach vergab Wegner vier gute bis sehr gute Möglichkeiten (10.+14.+19.+28.) und sorgte damit bei Bäumer an der Seitenlinie für einige Verzweiflung. Im fünften Versuch traf Wegner dann: Im Anschluss an einen Einwurf köpfte er – technisch perfekt – eine Flanke Dennis Ecks ein (35.).

War Beeck in der ersten Halbzeit kein einziges Mal gefährlich vors Hennefer Gehäuse gekommen, änderte sich das kurzzeitig: 25 Sekunden nach Wiederanpfiff verzog Thomas Lambertz knapp am langen Eck vorbei. Es sollte allerdings ein Strohfeuer bleiben. Fast im Gegenzug vergab Dabers (48.), ehe ein erstklassiger Spielzug das 2:0 brachte: Schöller bediente zentimetergenau den tief aus dem Rückraum nach vorne spurtenden Hecht, der vollendete gekonnt (59.). Zabel reagierte gegen den frei vor ihm auftauchenden Schöller erneut großartig (62.), ehe Lars Klitzsch Beecks zweite (und letzte) Chance auf dem Fuß hatte (67.). Niewiadomski vergab das 3:0 (76.), das dann aber doch noch fiel – erneut nach einem schnellen Gegenzug: Hecht bediente Moog, der netzte ein (84.).

Am Ende stand so ein Chancenverhältnis von 12:2 für den wie aus einem Guss spielenden Gast, der mit dieser Vorstellung seine Regionalliga-Ambitionen eindrucksvoll untermauerte. "Das war schon eine Demonstration. Die meisten von uns haben dagegen spielt, als hätten sie Blei in den Beinen", urteilte treffend Beecks Co-Trainer Dirk Ruhrig.

Beeck: Zabel – Passage, Fäuster, Ajani, Wilms – Küppers (46. Camcioglu), Ribeiro – Lambertz, Bischoff (82. Scheulen) – Klitzsch, Dagistan (46. Blaas)

(emo)
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