Manfred Maschke ist der fünfte Vorsitzendes des Stadtsportverbandes Wegberg

Stadtsportverband : Eingerahmt von großen Namen

Manfred Maschke ist nicht der vierte, sondern der fünfte gewählte Vorsitzende beim Stadtsportverband Wegberg nach Michael Moser, Hans-Werner Köhler, Wolfgang Gisbertz und Bernd Stamms. 2020 wird das 40-Jährige gefeiert. Der SSV wird von der Stadt gewertschätzt.

Wenn Manfred Maschke, der gerade gewählte neue Vorsitzende des Stadtsportverbandes (SSV) Wegberg, sich im kommenden Jahr mit seinen Vorstandskollegen daransetzen wird, das im Jahr 2020 zu feiernde 40-Jährige der immerhin 41 Vereine mit ca. 8800 Mitgliedern zählenden Gemeinschaft vorzubereiten, dann wird er beim Auswerten alter Protokolle bald feststellen, dass er nicht der vierte Träger des Spitzenamtes ist, wie vielfach zu hören – und wohl auch selbst bekundet –, sondern der fünfte: Auf den Gründungsvorsitzenden Michael Moser Senior (seit 23. September 1980) folgten Hans-Werner Köhler (von 1987 bis 2008), Wolfgang Gisbertz (bis 2011) und Bernd Stamms, der 2018 nicht mehr kandidierte, somit jetzt den Platz für Manfred Maschke freimachte.

Für die ersten Schlagzeilen – „Stadtsportverband in der Mache“ oder “Es wird an der Satzung getüftelt” – sorgte die Dachorganisation der Wegberger Sportvereine schon im Frühjahr 1980, als sie noch gar nicht gegründet war. Da hatte Hans Gisbertz als Sprecher der Vereinigten Vorstände Wegbergs für den 8. Mai 1980 in das Lokal Brender (heute China-Garten) nach Beeck eingeladen, wo 60 Delegierte aus 24 Vereinen ein klares Votum für die ins Auge gefasste Gründung eines Stadtsportverbandes abgaben. Diese Zustimmung war ihnen nicht zuletzt deshalb leicht gefallen, weil der legendäre Erkelenzer Friedhelm Bauer in Doppelfunktion als Vorsitzender des Kreissportbundes Heinsberg und des Stadtsportverbandes Erkelenz aus fundierter Erfahrung heraus die Vorteile einer solchen Gemeinschaft schmackhaft gemacht hatte.

Der erste 1. Vorsitzende des SSV: Michael Moser. Foto: Michael Moser

Einem neunköpfigen Satzungsausschuss gehörten an: Hans Gisbertz, Johannes Heinen (TuS Beeck), Hans-Werner Köhler (SC Beeck), Michael Moser (SV Arsbeck), Hubert Stevens (SC Wegberg), Theo Bohnen (Reiterverein Merbeck), Uwe Lukowski (TC Wegberg), Willi Kaumanns (Seniorensport Wegberg) und Günter Stevens (Budoclub Wegberg). Hier wurde gute Arbeit geleistet, wurden zahlreiche Änderungswünsche, die aus den Vereinen kamen, berücksichtigt. Auch das Problem der Mitgliedschaft der Schützenbruderschaften, die damals im Gegensatz zu den reinen Sportschützenvereinen nicht dem Landessportbund angehörten, wurde im Sinne der sportlichen Aktivitäten fair gelöst.

Der zweite 1. Vorsitzende des SSV: Hans-Werner Köhler. Foto: Jürgen Laaser

Schließlich konnte auch die vom Wegberger Stadtdirektor (1973 bis 1985) Bernd-Josef Sieben zur Gründung des Stadtsportverbandes geäußerte Skepsis dank der vollen Unterstützungszusage durch Bürgermeister (1972 bis 1985) Dr. Karl Fell, der sportlich aus der Leichtathletik und dem Tennissport kam, vom Tisch gefegt werden. Aus dem Wegberger Rathaus waren und sind später auch Fells Amtsnachfolger dem SSV Wegberg dann sehr zugetan: Gottfried Jakobs (von 1985 bis 1994), Hedwig Klein (von 1994 bis 1999 ehrenamtlich Bürgermeisterin, danach bis 2009 hauptamtliche Amtsträgerin), Reinhold Pillich (von 2009 bis 2014) und seit 2014 Michael Stock. Der amtierende „Erste Bürger”, der nach eigenem Bekunden „im Sport viel ausprobiert hat” , und „aktuell auf Basketball und Tennis steht”, hat eine klare Meinung zum Stadtsportverband in Wegberg: „Er wird als Partner der Stadt von uns sehr wertgeschätzt und wir unterstützen ihn, wo es möglich ist.” Die gute Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Sport spiegelt sich auch bei den traditionellen Sportlerehrungen, die einmal im Jahr ein gesellschaftlicher Höhepunkt sind.

Der dritte 1. Vorsitzende des SSV: Wolfgang Gisbertz. Foto: Jürgen Laaser

Die Geburtsstunde des Stadtsportverbandes Wegberg ist offiziell der 23. September 1980, an diesem Dienstagabend trafen sich 111 Delegierte aus 36 Vereinen (drei waren verhindert), die 5392 Mitglieder repräsentierten, zur Gründungsversammlung im großen Saal der Burg Wegberg, um dann um 21.46 Uhr (das ist also die Geburtsminute des SSV) ohne Gegenstimme oder Enthaltung zuzustimmen. Und sie wählten überraschend Michael Moser (SV Arsbeck) zum Vorsitzenden, der als damals 33-Jähriger „so in dieses Amt reingerutscht bin, obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte”, sagt er, der inzwischen im 72. Lebensjahr steht. Dass es für Michael Moser dann „sieben interessante Jahre” wurden, das hat auch damit zu tun, „dass ich mit Hans-Werner Köhler einen exzellenten Geschäftsführer an meiner Seite hatte”. Köhler, der dem SC Beeck (jetzt FC Wegberg-Beeck) angehörte, wurde dann 1987 zum Vorsitzenden des SSV gewählt und leitete diesen immerhin bis 2008, um ihm fortan auch als Ehrenvorsitzender nahe zu stehen.

Der vierte 1. Vorsitzende des SSV: Bernd Stamms. Foto: Hans Groob/Amatör

Im März 2013 wurde er 80-jährig – von vielen Sportfreunden zu Grabe getragen. Dass dieser traurige Weg wegen des Todes einer weiteren Lichtgestalt des Wegberger Sports schon im August 2011 beschritten werden musste, ist noch heute unfassbar: Ohne Vorwarnung verließ Wolfgang Gisbertz diese Welt. „Wogi” war nach Köhlers Rücktritt 2008 der legitime Nachfolger als Verbandsvorsitzender, hatte er doch das Ehrenamt von der Pike auf gelernt. Vorbild war sein Vater Hans Gisbertz (gestorben 2008), der über Jahrzehnte ein Vereinsmensch durch und durch war. Sohn Wolfgang, der aus dem Reitsport kam, stieg schon 1983 beim SSV Wegberg ein, zunächst als Beisitzer, dann sechs Jahre als Jugendwart und in Doppelfunktion auch als Geschäftsführer (immerhin 17 Jahre): Das Tandem Köhler/Gisbertz verstand sich blind und brachte den Sport in Wegberg ganz nach vorne.

„Wolfgang Gisbertz‘ Werk fortzusetzen”, das versprach 2011 der damals 49 Jahre alte Bernd Stamms als gewählter Nachfolger. Beide waren zuvor mehr als zwei Jahrzehnte lang vertraute Wegbegleiter in verschiedenen Ehrenämtern bei der St. Antonius-Bruderschaft oder im Stadtsportverband. Im SSV war Bernd Stamms Beisitzer, stellvertretender Geschäftsführer und auch Kassenwart. Und bei der Wahl zum Vorsitzenden, da hatte er Manfred Maschke als Geschäftsführer an seiner Seite, der für dieses Amt schon 2008 von Wolfgang Gisbertz „angeworben” wurde.

Auch in diesem Fall zeigte sich also, dass aus dieser Position heraus der Weg an die Verbandsspitze offensichtlich ideal zu sein scheint, schon alleine wegen der fundierten Kenntnisse des Innenlebens der Gemeinschaft. Manfred Maschke (59), der fünfter Amtsträger in der nun bald 40-jährigen Geschichte des SSV Wegberg ist, versteht sich aus dem Verständnis eines ehemaligen Handballspielers als Teamplayer, wie er bei seiner Wahl in der Wegberger Mühle sagte: „Ich werde jetzt nicht nur der Gruß-Onkel sein und offizielle Termine wahrnehmen, ich werde weiter mit anpacken und mit meinem Team arbeiten.“

Mehr von RP ONLINE