Tischtennis : Lukas Koy kommt zurück

Zurück zu den Wurzeln: Lukas Koy, viel umworbenes Ausnahmetalent, wird nach dem Ende der Meisterschaftssaison zu seinem Stammverein TV 1860 Erkelenz zurückkehren. Diese Entscheidung gab die Familie Koy am Rande des DTTB-Top-12-Turniers zur großen Freude der ETV-Verantwortlichen bekannt.

Das teilte sie auch per Email noch am gleichen Tag der Führung des Bundesligisten TTC indeland Jülich mit, wo Lukas derzeit in der Oberligamannschaft aktiv ist.

Mindestens 35 Stunden pro Woche

Die Gründe für diesen Wechsel liegen vor allem in der persönlichen Situation. Lukas musste sich zwischen einer konsequenten sportlichen Weiterentwicklung einerseits und der Konzentration auf das bevorstehende Abitur im Frühjahr 2013 andererseits entscheiden. Beides unter einen Hut zu bringen, erschien ihm nicht möglich, beläuft sich doch der derzeitige Zeitaufwand für den Tischtennissport (Stützpunkt- und Vereinstraining, Meisterschaftsspiele und die damit verbundenen Fahrten) auf mindestens 35 Stunden wöchentlich. Hier musste Lukas also Prioritäten setzen, und Priorität hat für das nächste Jahr die schulische Ausbildung.

Mitgespielt haben möglicherweise auch sportliche Gründe. Lukas, der zu den Top-Ten des WTTV gehört, ist sich klar darüber, dass er auch in seinem letzten Jugendjahr den ganz großen Durchbruch in die nationale Spitze nicht schaffen wird. Eine Zukunft als Profi ist daher sehr zweifelhaft und wohl auch nicht erwünscht.

Dass sich das Nachwuchs-Ass, dem attraktive Angebote von Jülich, aber auch von anderen Oberliga-Vereinen vorliegen, sich ausgerechnet für den ETV entschieden hat, wo er möglicherweise bis in die Landesliga zurückgestuft wird, hat aber auch einen emotionalen Hintergrund. In dem einen Jahr, in dem er beim TV Erkelenz gespielt hat, hat er sich dort sehr wohl gefühlt. Nestwärme, Zuneigung und sogar persönliche Freundschaft, die ihm dort entgegengebracht wurden, findet ein junger Spieler so nicht in jedem Verein.

Ein großes Ziel hat Lukas aber beim TTC Jülich noch. Mit der starken Jungenmannschaft möchte er die Westdeutsche Mannschaftsmeisterschaft gewinnen und dann vielleicht sogar ein gewichtiges Wort um die Deutsche Meisterschaft mitsprechen.

(wh)
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