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Letztes Spiel fürs Trainerduo Friedel Henßen und Dirk Ruhrig

Fußball : Letztes Spiel für Beecks Trainerduo

Zum letzten Saisonspiel der Fußball-Mittelrheinliga reist Beeck am Samstag zum 1. FC Düren (Anstoß 16 Uhr). Letztmals stehen beim FC dann Friedel Henßen und Dirk Ruhrig an der Seitenlinie. Nur mit einem Sieg würde Beeck seine freilich nur noch theoretische Aufstiegschance wahren.

Knapp sieben Jahre lang bildeten Friedel Henßen und sein Co Dirk Ruhrig ein perfekt aufeinander eingespieltes Trainerduo, ergänzten sich perfekt. „Wir sind wie ein altes Ehepaar“, pflegen beide daher gerne zu scherzen. Im Spiel beim 1. FC Düren heute in der altehrwürdigen Dürener Westkampfbahn stehen die beiden nun aber zum letzten Mal gemeinsam an der Seitenlinie.

Während Henßen dem Verein als Sportlicher Leiter erhalten bleibt, wird Ruhrig nach insgesamt zehneinhalb Jahren in Beeck seine Zelte beim FC abbrechen – mit noch unbekanntem Ziel. Unter dem künftigen Trainer Michael Burlet wollte Ruhrig nicht als Co arbeiten. „Das hat aber gar nichts mit der Person Michael Burlet zu tun. Für mich stand immer fest, dass ich in Beeck nur unter Friedel als Co arbeite“, merkt Ruhrig dazu an.

Wehmut wird aber mit Sicherheit bei beiden aufkommen – bei Ruhrig wegen seines Abschieds aus Beeck wohl noch etwas mehr als bei Henßen. „Ich habe in der Tat kein weinendes Auge, da ich den Verein ja nicht verlasse. Ich fühle einfach, dass es der richtige Zeitpunkt ist, nach sieben Jahren nun als Trainer aufzuhören“, betont Henßen – und zieht ein Fazit dieser sieben Jahre: „Ich habe mich in dieser langen Zeit stets nicht nur auf Dirk 100-prozentig verlassen können, sondern ebenso auf die komplette Staff und den Vorstand. Alle waren immer sehr loyal – darum hat das auch all die Jahre so gut funktioniert.“

Ein Sonderkompliment richtet er schmunzelnd aber an Ruhrig: „Er war ein überragender Partner. Zwischen uns beiden ist eine richtige Freundschaft entstanden. In den nächsten drei Wochen Sommerpause werde ich ihn sicherlich noch nicht vermissen – wohl aber ab der vierten Woche.“ Auch Beecks Vorstandsmitglied Stefan Frühling würdigt Ruhrig mit einigen sehr warmen Worten: „Dirk hat Beeck von A bis Z gelebt.“

Eines wünscht sich Henßen in seinem letzten Spiel als sportlich Verantwortlicher mit Nachdruck: „Wir wollen einen vernünftigen Abschluss, uns mit einem Sieg aus der Saison verabschieden.“ Nur so würde der FC auch seine kleine und im Grunde nur noch theoretische Chance auf den Aufstieg wahren. Denn mit einem Sieg würde Beeck zumindest bis Pfingstmontag wieder die Tabellenführung übernehmen. Dann kann freilich der SV Bergisch Gladbach daheim gegen den SV Breinig mit einem Dreier seinerseits Meisterschaft und Aufstieg eintüten.

Trainer in Breinig ist noch Burlet – ausgerechnet der SV müsste Beeck also Schützenhilfe leisten, damit der FC weiter hoffen könnte. Von solchen Gedankenspielen hält Henßen freilich gar nichts: „Breinig wird schon keine Kaffeefahrt aus diesem Spiel machen. Doch ich bin kein Freund davon, nun von Breinig zu fordern, sich noch mal richtig reinzuhängen. Wir müssen uns vielmehr an die eigene Nase packen, hatten es am Sonntag selbst in der Hand und haben es vergeigt.“

Da verlor Beeck das direkte Duell mit dem SV vor über 1000 Zuschauern im Waldstadion 1:2 – völlig verdient nach einer sehr enttäuschenden Vorstellung. „Beim Dienstagtraining habe ich der Mannschaft daher einige Dinge gesagt, die mir auf der Seele brannten – aber ruhig und sachlich“, sagt Henßen.

Gegner Düren kann das Saison-Halali auf alle Fälle recht entspannt angehen: Seit Sonntag hat der 1. FC den Klassenerhalt sicher. Eine turbulente Spielzeit ging für den neuen und sehr ambitionierten Verein, der aus einer Fusion der Fußballabteilungen vom FC Düren-Niederau und der SG GFC Düren 99 entstanden war, in seiner Premierensaison also noch gut zu Ende.

Danach hatte es zwischenzeitlich nicht unbedingt ausgehen. Noch im April steckte der Klub in ernsthaften Abstiegssorgen. Folge: Er entließ Trainer Bernd Lennartz, seitdem hat als Interimscoach Sportdirektor Frank Rombey das Sagen. Dessen Bilanz kann sich sehen lassen: Aus sechs Partien holte er vier Siege und zwei Remis, ist also noch ungeschlagen.

In einem Punkt hat sich Rombey aber geirrt. „Ich bin mir sicher, dass Beeck längst als Meister feststeht, wenn es am letzten Spieltag zu uns kommt“, hatte er nach dem Hinspiel erklärt. Es sollte anders kommen.