Fußball : Leicht verdauliche Niederlage

Regionalliga: Beeck verliert zu Hause gegen Alemannia Aachen 1:3, muss bei der Niederlage die komplette Innenverteidigung umbauen.

Friedel Henßen ist eigentlich kein Typ, der jammert. Am Samstag haderte er dann allerdings doch mal etwas mit dem Schicksal: "Das waren einfach zu viele Ausfälle, die wir nicht zu 100 Prozent kompensieren konnten", erklärte der Teamchef des FC Wegberg-Beeck nach der 1:3-Heimniederlage im Beecker Waldstadion gegen Alemannia Aachen, "besonders bei den Standards - vorne wie hinten - haben uns unsere großgewachsenen Innenverteidiger gefehlt." Für das Derby hatte Henßen nach den Ausfällen von Danny Fäuster und Simon Küppers seine komplette Innenverteidigung umstellen müssen, Sebastian Wilms und Sascha Tobor nach hinten beordert. Die machten ihre Sache zwar ganz ordentlich, gegen den bulligen Mittelstürmer der Gäste Babatunde Torunarigha und den ebenfalls hoch aufgeschossenen Abwehrrecken Alexander Heinze standen sie aber immer wieder auf verlorenem Posten.

Und so verwundert es auch nicht, dass Torunarigha nicht nur in der 28. Minute das 2:0 selbst erzielte, sondern auch schon zuvor an der Entstehung des 1:0 maßgeblich beteiligt war - per Kopfball legte er für Marcel Damaschek auf (23.). Während der Großteil der 1311 Zuschauer bereits "Auswärtssieg, Auswärtssieg" skandierten, taten sich die Beecker weiter extrem schwer, überhaupt gefährlich vors Tor zu kommen, so dass Maurice Passages Fernschuss, der weit über das Aachener Gehäuse ging, in der 45. Minute mit etwas Wohlwollen überhaupt als einzige Offensivaktion der ersten Halbzeit für die Platzherren zu Buche stand.

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Und auch nach Wiederanpfiff änderte sich am Geschehen nicht viel: Die Alemannia war das spielbestimmende Team, kam durch einen Heinze Kopfball in der 57. Minute sogar zum vermeintlichen 3:0, doch das luxemburgische Schiedsrichtergespann um Laurent Kopriwa verwehrte dem Treffer wegen vorherigem Foulspiel die Anerkennung. Danach hatte Beeck seine beste Phase, verkürzte wie aus dem Nichts auf 1:2. Der Ex-Aachener Shpend Hasani setzte den Ball an den Innenpfosten, von wo aus er unhaltbar für den Ex-Beecker Patrick Nettekoven einschlug. Aachen ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen, spielte die Partie routiniert zu Ende und erhöhte in der Nachspielzeit nach einem Ballverlust von Maurice Passage an der Mittellinie durch David Hammel noch auf 1:3. "Das ist aber eine leicht verdauliche Niederlage", resümierte Henßen. Aachen Trainer Fuat Kilic hatte indes mehr Sorge um seine angeschlagene Stimme, als um seinen Magen, bestellte bei der Pressekonferenz erst einmal einen Kamillentee, gab Beeck dann gute Wünsche mit auf den Weg: "Ich hoffe ihr punktet weiter und bleibt in der Liga, ich komme immer gerne her."

(RP)