Fußball : Laues Lüftchen statt straffer Liga-Reform

Fußball: Der Arbeitskreis "Liga-Reform" hat den Spielausschuss des Fußballkreises Heinsberg beauftragt, allen Vereinen ein neues Modell zur Liga-Reform zu unterbreiten und darüber bis zum 31. Oktober abstimmen zu lassen.

Bei der Arbeitstagung im August 2014 ließ Josef Küppers die Bombe platzen. Der Vorsitzende des Spielausschusses erläuterte damals den schon seit einiger Zeit bekannten Plan des Spielausschusses, zur Saison 2016/17 die Zahl der B-Liga-Staffeln von drei auf zwei zu reduzieren - zum einen als Folge des demografischen Wandels und zum anderen zur sportlichen Straffung. Dabei sollten die verbleibenden B-Liga-Staffeln von 14 auf 16 Vereine aufgestockt werden. Das wäre revolutionär gewesen für den Fußballkreis Heinsberg - umso mehr überraschte es, dass ein Echo der Vereinsvertreter zu dieser geplanten Reform ausblieb und es keine einzige Wortmeldung gab.

Das war allerdings nur die Ruhe vor dem Sturm, wie Küppers erzählt: "Offensichtlich musste das erst mal sacken - aber noch am selben Abend trudelten dann Mails, SMS und Anrufe mit Beschwerden bei mir ein. Der Widerstand gegen die B-Liga-Reform war doch erheblich."

Deshalb schlug der Spielausschuss einen anderen Weg ein: An drei Infoabenden hörte man sich die Bedenken, Sorgen und Nöte der Vereine an, aber auch deren Ideen und Vorschläge. "Vielleicht war es ein bisschen zu früh, für unser radikales Herangehen", sagt Küppers im Nachhinein. Letztlich einigte man sich darauf, einen Arbeitskreis aus Mitgliedern des Spielausschusses und einem halben Dutzend Vereinsvertretern zu gründen, der sich mit der Ausgestaltung der Reform befassen sollte.

Und der hat nun ein Modell erarbeitet, über das bis zum 31. Oktober abgestimmt werden soll. Von der ursprünglichen Idee der B-Liga-Reform ist allerdings nichts mehr übrig geblieben. So sieht das neue Modell vor, die A- und B-Ligen in ihrer jetzigen Form beizubehalten und nur Änderungen darunter vorzunehmen. Geplant sind drei - anstatt bisher sechs - C-Ligen mit jeweils zwölf Mannschaften, dazu kommen drei neueingeführte D-Ligen - ebenfalls mit je zwölf Teams. "Die Zwei-Klassen-Gesellschaft" der bisherigen C-Ligen wird damit aufgebrochen", heiß es in der Begründung des Arbeitskreises, "außerdem gibt es zwei Aufsteiger pro Staffel in den C-Ligen, wodurch der Wettbewerb um den Aufstieg aus dieser Klasse erhöht wird." Zusätzlich entstünde ein zusätzlicher Wettbewerb durch den Abstieg aus der C-Liga und Aufstieg aus der D-Liga.

Bis zum 31. Oktober haben die Vereinsvertreter nun Zeit, sich zum Modell Gedanken zu machen. Allerdings müssen sich nur die bei Josef Küppers melden, die sich für Modell 2, also der Beibehaltung der bisherigen Liga-Struktur im Fußballkreis Heinsberg, aussprechen. "Sollte die Mehrheit für die Reform sein, tagt am Montag, 30. November, dann noch mal der Arbeitskreis, ehe wir im Spielausschuss die Durchführungsbestimmungen für die Saison 2016/17 festlegen", sagt Küppers.

(RP)