Brachelen nach Aufstieg Vorfreude aufs Kreisliga-Derby gegen Lindern

Fussball-Kreisliga B · Nach fünf Jahren in der B-Liga kehrt der SV Brachelen ins Kreisoberhaus zurück. Spielertrainer Danny Fäuster schaffte damit wie geplant im zweiten Jahr den Aufstieg. Was das Team nun erwartet.

Der SV Brachelen feiert den Aufstieg in die A-Liga angemessen. Nun steht künftig das Derby gegen Würm-Lindern an.

Der SV Brachelen feiert den Aufstieg in die A-Liga angemessen. Nun steht künftig das Derby gegen Würm-Lindern an.

Foto: Holger Wittkamp

Alex Bauer ist ein Brachelener Lokalpatriot, seit zig Jahrzehnten zudem schon Betreuer des SV Brachelen und wohl der verrückteste Fußballfan des Kreises Heinsberg. Seine Liebe gehört dabei neben seinem Heimatverein in erster Linie Borussia Mönchengladbach – selbst bei Freundschaftsspielen der Fohlen in Asien ist er vor Ort. Sein mittlerweile Kultstatus genießendes Brachelen-Banner hängt zudem bei allen Spielen der deutschen Nationalmannschaft rund um den Globus in den Stadien. Als er mal gefragt wurde, welche Vereine er denn gar nicht möge, antwortete er wie aus der Pistole geschossen: „Den 1. FC Köln und die SG Union Würm/Lindern.“

Lindern, das ist eben das Nachbardorf von Brachelen – und genau dort wird der SVB in der nächsten Saison nach langer Zeit mal wieder zu einem Punktspiel antreten. Denn trennten die Klubs in der abgelaufenen Saison noch zwei Klassen, kicken sie künftig gemeinsam in der A-Liga: Die Union ist aus der Bezirksliga abgestiegen – und Brachelen aus der B-Liga, Staffel 3, aufgestiegen. Das Ticket löste der SVB als klar bester Vizemeister der drei B-Liga-Staffeln hinter Meister SV Breberen.

Womit Danny Fäuster, der im Sommer 2022 das Team als Spielertrainer übernommen hatte, voll im Plan liegt. Denn bei seinem Amtsantritt hatte der langjährige Verteidiger des FC Wegberg-Beeck erklärt, spätestens im zweiten Jahr den Aufstieg schaffen zu wollen. „Ich gebe zu, dass ich das in dieser Saison eigentlich auch als Meister schaffen wollte, doch ein gutes Pferd springt eben nur so hoch, wie es muss“, erklärt er schmunzelnd – um dann völlig ernst nachzuschieben: „Wirklich wichtig ist aber eben der Aufstieg. Wir wollten unbedingt raus aus der B-Liga – auch, um wieder mal 30 Spiele in einer Saison zu haben und nicht nur 22 wie in der abgelaufenen Saison. Da fehlte der regelmäßige Spielrhythmus.“

Im Kreisoberhaus wolle man sich nun erst mal akklimatisieren. „Ziel ist natürlich der Klassenerhalt“, sagt Fäuster, der als Innenverteidiger oder Sechser aufläuft und in der abgelaufenen Saison auf acht Tore und 13 Assists kam – eine herausragende Bilanz für einen Defensivspieler. Bester Torschütze war aber einer, von dem man das auch erwarten durfte: Marco Weingart war vor der Saison von Mittelrheinligist Borussia Freialdenhoven gekommen – und erzielte 29 Treffer.

Aber trotz insgesamt 89 Toren in 22 Spielen: Die Chancenverwertung war für Fäuster mangelhaft: „Wir hätten noch viel mehr Tore machen müssen, haben so viele Großchancen vergeben. So hätten wir beim 0:1 in Immendorf zur Pause eigentlich schon 4:1 führen müssen. Und auch im Spitzenspiel in Breberen lief es nicht gut für uns. Da setzte Weingart nach drei Minuten einen Kopfball an die Latte, und mit dem Pausenpfiff ging Breberen durch eine abgefälschte Flanke zu dem Zeitpunkt völlig schmeichelhaft 1:0 in Führung. Die verdiente sich Breberen dann aber nach dem Seitenwechsel, von daher ging das 0:2 am Ende in Ordnung.“ Als weiteren Beweis mangelnder Abschlussqualität führt der Spielertrainer ein auf den ersten Blick paradox wirkendes Beispiel an: „Wir haben in Ratheim 13:2 gewonnen – das klingt ja erst mal sehr gut. Doch wir hätten mindestens 17:2 gewinnen müssen.“

Dazu war der Kader nach einigen Abgängen in der Winterpause sehr klein. So musste der etatmäßige Keeper Max Leuner in der Rückrunde auch schon mal als Linksverteidiger ran.

Damit sich dies nicht wiederholt, hat der SVB bislang schon sieben neue Spieler verpflichtet. Zumindest drei davon sind als feste Größen für die Stammelf vorgesehen: Von B-Ligist Fortuna Linnich kommt Jetlir Salihaj (35), mit dem Fäuster quasi aufgewachsen ist. In Linnich hat Salihaj, der zwischendurch für satte zehn Jahre mit dem Fußball aufgehört hatte, in der abgelaufenen Saison 33 Tore erzielt. „Der weiß also, wo das Tor steht“, sagt Fäuster. Und von A-Ligist TuS Germania Kückhoven kommen Innenverteidiger Leon Frings und Stürmer Ron van Kessel. „Der ist ein kantiger Angreifer. So ein Typ fehlte uns noch“, erläutert Fäuster.