Kreis Heinsberg: Neue Hallenkreismeister im Juniorenfußball

Juniorenfußball : Jugendbereich mit bedenklichem Trend

Juniorenfußball: In der Karl-Fischer-Halle in Erkelenz ermittelten die Nachwuchskicker die neuen Hallenmeister des Kreises Heinsberg.

Am Rand des Geschehens sortierte Konrad Bohnen mit seinem Team Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Denn es dauerte nicht mehr lange, ehe die Siegerehrung bei den D-Junioren anstand. Beschäftigt waren Bohnen, der der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses ist, und viele Ehrenamtliche mit den Hallenkreismeisterschaften der Junioren des Fußballkreises Heinsberg, die bis gestern in der Erkelenzer Karl-Fischer-Sporthalle stattfanden.

Mit Wohlwollen und Begeisterung sah Konrad Bohnen dem Fußball-Nachwuchs zu. Er weiß, dass viele von ihnen irgendwann mal im Seniorenbereich ankommen werden. Eigentlich ein logischer Weg. „Wäre da nicht die Entwicklung, die ich seit 2001, seit ich dieses Amt also ausübe, beobachte. Etwa 500 Jugendmannschaften hatten wir vor 18 Jahren – aktuell sind es 350. Allein in den vergangenen drei Jahren haben wir 70 Jugendmannschaften im Fußballkreis verloren“, erzählte Konrad Bohnen. Vor allem von der C-Jugend an aufwärts sei der Schwund besonders stark zu verzeichnen. „Der Verband bis hin zum DFB begründen dies mit geburtenschwachen Jahrgängen. Ich bin allerdings überzeugt, dass wir das Thema von mehreren Seiten aus betrachten müssen“, formulierte es der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses weiter. „Es steht fest, dass wir die Kinder wieder auf die Sportplätze bekommen müssen, und zwar weg von Spielekonsolen und so weiter. Außerdem wird es immer schwieriger, Menschen zu finden, die Verantwortung übernehmen wollen. Wo es diese Leute gibt, da sind die Vereine auch führend.“

60 von 74 Vereinen, so rechnete es Bohnen vor, machen überhaupt noch Jugendarbeit. Dass sich manche Vereine zu Spielgemeinschaften zusammenschließen, begrüßte er, denn so gehe die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen schließlich weiter. Aber es müsse klar sein, dass diese Entwicklung langfristig eben nicht nur beobachtet werden müsse, ebenso müsse man anpacken. „Ehrenamtler sind wichtig und auch Sponsoren, die die Vereine unterstützen können.“

Letztlich wollte Bohnen keine allzu düstere Zukunft zeichnen, denn die drei Turniertage in Erkelenz haben noch gut besetzte Altersklassen von der A- bis zur E-Jugend gezeigt. Die Karl-Fischer-Sporthalle lobte Bohnen dabei ausdrücklich: „Das ist mit Abstand die beste Halle für ein solches Turnier.“

Dem Fußballkreis Heinsberg stand erneut der SV Venrath zur Seite, denn zum wiederholten Mal standen die Venrather als Ausrichter zur Verfügung. Konrad Bohnen schätzte die gewohnte Güte dieser Zusammenarbeit zwischen Verein und Fußballkreis.