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Wassersport: Kopfüber in die Wakeboard-Elite

Wassersport : Kopfüber in die Wakeboard-Elite

Naomi und Gino Wetzels gehören zu Deutschlands besten Wakeboard-Nachwuchsfahrern. Bei der DM holte sich Naomi den Titel, während ihr Bruder auf Rang fünf landete. Jetzt sind EM und WM die nächsten Ziele.

Ohne ein Handbuch fürs Wakeboarden oder wenigstens ein Englisch-Wörterbuch in Griffweite ist es fast unmöglich, Gino Wetzels Ausführungen zu folgen. Fast jeder Satz des 16-Jährigen strotzt nur so von Fachbegriffen - er spricht von "Air Trick", "Frontside", "Heelside Edge", "Obstacles" "Scarecrow" oder "Surface 360" als wäre es das Normalste der Welt. Und so ist es für den Waldfeuchter auch: Vor rund drei Jahren entdeckte er seine Leidenschaft fürs Wakeboarden, seit dem verbringt er so viele Stunde wie möglich auf dem Wasser, dreht Runde um Runde und feilt dabei an seinen spektakulären Tricks.

Trainingsfleiß, der sich für den 16-Jährigen ausgezahlt hat: Bei seiner ersten Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Norderstedt bei Hamburg holte er sich den fünften Platz in der Junior-Man-Klasse - für Fahrer bis 19 Jahre - nun peilt er eine Teilnahme an der EM im September in Israel und der WM im November in Mexiko an. Definitiv bei den Meisterschaften dabei ist Ginos jüngere Schwester Naomi. Die 15-Jährige wurde bei den nationalen Titelkämpfen in Norderstedt Deutsche Meisterin in der U 16, zählt damit zu Deutschlands besten Wakeboarderinnen ihrer Altersgruppe, ist seit Ende des vergangenen Jahres Mitglied im Bundeskader und bereits für die kommende EM und WM nominiert.

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Ein Erfolgsgarant für das junge Duo sind die optimalen Trainingsbedingungen, die es am Effelder Waldsee vorfindet. Seit der Eröffnung im Mai 2015 des Cableparks - der Wasserskianlage - am Amici Beach trainieren die beiden dort fast täglich. "Das Wasser ist immer ruhig und es herrscht wenig Wind", erklärt Gino Wetzels. Zudem sei die Anlage mit ihrer Höhe von 13 Metern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 30 Kilometern in der Stunde einfach ideal fürs Wakeboarden. Gespickt ist die 600 Meter lange Runde mit 60- und 90-Grad-Kurven sowie mehreren Rampen - also mit allem, was das Wakeboarder-Herz höher schlagen lässt.

Ein lautes Klatschen - verursacht von Ginos Board, das auf dem Wasser aufprallt - ist das Startsignal für den 16-Jährigen. Ausstaffiert mit Helm, Neoprenanzug und Weste mit Prallschutz schnappt sich der Waldfeuchter den nächsten Holzgriff, lässt sich mit einem Ruck aufs Wasser ziehen und startet zu einer Runde. Wie bei einem "Run" bei Meisterschaften zeigt er eine Fülle an Tricks, fliegt kopfüber durch die Luft, absolviert Drehungen um die Längs- und Querachse, fährt vor- und rückwärts, so dass man das Gefühl hat, also ob die Gesetze der Schwerkraft für ihn offensichtlich keine Gültigkeit haben.

(RP)