Fußball: Kölsche Turbulenzen

Heute Abend kommt Viktoria Köln zum Nachholspiel nach Beeck – um ein Haar mit Beecks Ex-Coach Bert Esser als neuem Trainer. Montag war das beschlossene Sache, Dienstag folgte die Rolle rückwärts. GFC Düren erster Absteiger.

Helmut Waldhaus staunte nicht schlecht. Der Geschäftsführer des FC Wegberg-Beeck hatte Hubert Heiberg, seinen Kollegen vom SCB Viktoria Köln gebeten, ihm mal eine Liste mit dem aktualisierten Kader der Viktoria zu schicken. Bei den Kölschen hatte sich in den letzten Monaten schließlich mal wieder einiges getan. Unter anderem hatte zum Jahresende Coach Christian Titz die Brocken hingeworfen, betreute bis vergangenen Samstag Dennis Wendling das Team – da gab der 28-Jährige entnervt auf. Grund: Der Vorstand habe sich nicht an Absprachen gehalten. Tags darauf, beim beachtlichen 0:0 gegen Germania Teveren, betreute Co-Trainer Daniel Costantino das Team.

So weit, so gut. Waldhaus brauchte die Kaderinfos nun für das Beecker Stadionheft "Kleeblatt", dessen Macher er ja auch ist – heute Abend um 20 Uhr treten die Kölschen zum Nachholspiel in Beeck an. Amtskollege Heiberg kam der Bitte auch nach – am Dienstagvormittag lagen Waldhaus die Infos vor. Was ihn dabei in Erstaunen versetzte, war aber nicht der Kader, sondern der Name, der da beim Trainer stand: Bert Esser.

Der ist in Beeck alles andere als ein Unbekannter. Trainierte er den FC doch in der Saison 04/05, führte ihn da überraschend zum Oberliga-Aufstieg – und musste am Saisonende dennoch gehen. Ausgerechnet in Beeck sollte Esser nun also seinen Einstand als Viktoria-Coach feiern – eine pikante Konstellation. Doch dazu kommt es nun doch nicht. Am späten Dienstagnachmittag sagte Esser die tags zuvor bis zum Saisonende vereinbarte Zusammenarbeit wieder ab.

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Den Grund erläuterte Esser der RP auf Nachfrage: "Von Samstag bis Montag hatte ich mit Vorstandsmitgliedern der Viktoria einen Maßnahmekatalog erstellt, den ich für mein Engagement zur Bedingung gemacht hatte. Dem wurde in allen Punkten zugestimmt." Auf dem Weg zum ersten Training am Dienstag bekam er dann einen Anruf. "Da wurde mir mitgeteilt, dass ein Punkt davon doch nicht erfüllt werden könnte. Das war für mich dann eine Prinzipsache. Wenn es schon so anfängt, lässt man es besser bleiben." Folglich dürfte bei den Kölnern heute wieder Costantino an der Seitenlinie stehen . . .

Beecks Coach André Sieberichs dürfte es freilich relativ egal sein, wer da heute Abend auf der anderen Seite sein Pendant ist. "Wir müssen das Spiel ganz einfach gewinnen, um Platz eins zu verteidigen. Das wird aber nicht leicht, denn bei der Viktoria dürften auch einige Akteure aus dem A-Jugend-Bundesligateam auflaufen." Dominik Bischoff, der am Sonntag beim 2:0 gegen Wachtberg verletzt passen musste, dürfte heute wieder zu Beecks Kader gehören.

(RP)
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