Fußball : Knackt Zabel die Zehn-Stunden-Marke?

Mittelrheinliga: Beeck spielt heute ab 20 Uhr im vorgezogenen Spiel des Oster-Wochenendes daheim gegen Bergisch Gladbach. Hält FC-Keeper Stefan Zabel die ersten 25 Minuten sein Tor sauber, wäre er seit zehn Stunden ohne Gegentor.

Ordentlich löhnen muss in dieser Saison Dirk Ruhrig. Der Co-Trainer des FC Wegberg-Beeck spendiert dem Team traditionell eine Stubbi-Kiste Radler für jedes Zu-Null-Spiel in der Liga. Nach den vergangenen sechs Partien durfte der 43-Jährige zur Erbauung der Jungs stets den Kasten zum anschließenden Training mitbringen. Insgesamt durfte er das schon zehn Mal tun - bei gerade einmal 19 absolvierten Partien. Eine bemerkenswerte Quote. "Eigentlich geht man ja davon aus, dass man in einer Saison vielleicht fünf Zu-Null-Spiele schafft", merkt Ruhrig schmunzelnd an - und versichert überaus glaubwürdig: "Elf Partien spielen wir ja noch. Und wenn ich auch noch elf Kisten spendieren müsste, wäre mir das sehr recht. Die Jungs freuen sich über diese kleine Geste jedenfalls immer riesig. Auch das zeigt doch, wie diese Mannschaft tickt. Kameradschaft und Teamgeist stimmen einfach."

Das erste dieser elf Spiele steht heute Abend im heimischen Waldstadion an. Dann kommt der SV Bergisch Gladbach mit seinem neuen Trainer Thomas Zdebel zum vorgezogenen Spiel des Oster-Wochenendes. Auch da will Beecks Keeper Stefan Zabel seinen Kasten wieder sauber halten. Sollte der 23-Jährige das zumindest in den ersten 25 Minuten schaffen, hätte er bereits eine Schallmauer durchbrochen: Dann wäre er exakt zehn Stunden ohne Gegentor.

Der letzte Akteur, der Zabel bezwungen hat, war am 9. November Marcel Wandinger. Da traf der Torjäger des VfL Leverkusen in der 55. Minute zum 1:0. Beeck drehte die Partie aber noch, gewann 2:1. Sollte nach 25 Minuten heute immer noch das zu Null auf der Anzeigentafel stehen, werde er aber keine Luftsprünge machen, versichert Zabel genauso unaufgeregt, wie es ohnehin seine Art ist. "Wichtig ist einfach, dass wir gewinnen, um einen weiteren Schritt Richtung Regionalliga zu tun. Ganz klar: Ich möchte aufsteigen."

Im Hinspiel in der Bergisch Gladbacher Belkaw-Arena hatte Zabel häufiger hinter sich greifen müssen, allein zweimal nach einem Elfmeter. Beeck verlor die turbulente Partie mit insgesamt drei Elfmetern und zwei Roten Karten 2:3 - und Oskar Tkacz durch Platzverweis, den bislang einzigen eines Beecker Akteurs.

Die Kleeblätter werden heute also heiß auf Revanche sein. Zumal die damalige Niederlage (eine von bislang dreien) völlig überflüssig war. FC-Coach Friedel Henßen geht naturgemäß von einem defensiv eingestellten Gegner aus. "So viel Neues kann ich aber nicht sagen: Auch für dieses Spiel gilt, dass wir bestimmen, was passiert. Und der Gegner wird wieder sagen, dass diese Partie für ihn ein Bonusspiel ist, in dem er nichts zu verlieren hat. Das haben wir umgekehrt natürlich schon."

Zumal sich der FC heute um drei Punkte von seinem großen Konkurrenten Bonner SC absetzen kann. "Genau das soll heute kein Aprilscherz, sondern vielmehr Realität werden", bekräftigt Henßen. Erst recht, weil der BSC wegen seines Mittelrheinpokal-Halbfinals am Karsamstag gegen Regionalligist Alemannia Aachen über Ostern nicht in der Meisterschaft beschäftigt ist - das Derby gegen den VfL Alfter ist daher auf den 29. April verlegt worden. Sechs Tage vorher trägt Beeck sein Nachholspiel in Freialdenhoven aus. In den kommenden Wochen wird die Tabelle an der Spitze also wieder "gerade" sein - mit gleicher Anzahl von Spielen.

Bergisch Gladbach, das Dirk Ruhrig noch vor zehn Tagen mit seiner Videokamera bei der 1:3-Niederlage bei Alemannia Aachen II aufgenommen hat, hat sich durch den 4:1-Sieg gegen den SV Eilendorf am vergangenen Sonntag Luft im Abstiegskampf verschafft. Grundsätzlich verfolgten die Bergischen aber eigentlich ganz andere Ziele. Es ist jedenfalls noch nicht so lange her, dass der Verein den Wiederaufstieg in die Regionalliga als Ziel ausgegeben hatte.

(emo)