Fußball: Knackt Beeck morgen Abend erstmals die Alemannia-Erste?

Fußball : Knackt Beeck morgen Abend erstmals die Alemannia-Erste?

Mittelrheinpokal: FC geht mit gehörigen Personalsorgen in das mit Spannung erwartete Match.

Es ist noch nicht so lange her, da spielte Alemannia Aachen zum bislang letzten Mal im Waldstadion beim FC Wegberg-Beeck: Am 8. Juli war der Regionalligist zu Gast beim offiziellen Saisoneröffnungsspiel des Mittelrheinligisten. Beeck führte nach acht Minuten schon 2:0, am Ende gewannen aber die Schwarz-Gelben 3:2. Es war ein netter Kick ohne nennenswerte Relevanz - ein Freundschaftsspiel eben.

Morgen Abend (Anstoß 19 Uhr) kommt die Alemannia erneut zu einem Spiel nach Beeck - unter freilich grundlegend anderen Vorzeichen. Dann wird's nicht nett, sondern ernst: Die beiden Teams treffen im noch ausstehenden Erstrundenspiel um den als Bitburgerpokal gespielten Mittelrheinpokal aufeinander. Auf den Sieger wartet der nächste sehr attraktive Gegner: Bei dem ist in der zweiten Runde dann Drittligist Fortuna Köln zu Gast, der ranghöchste Pokalteilnehmer.

Beeck unternimmt morgen den siebten Versuch der Vereinsgeschichte, in einem Pflichtspiel die Alemannia-Erste zu schlagen. Bislang stehen ein Remis, drei knappe und zwei deutliche Niederlagen zu Buche (siehe Info). "Wir wollen die Alemannia aus dem Pokal kegeln. Natürlich ist Aachen Favorit, doch chancenlos sind wir sicher nicht. Dafür muss bei uns aber alles passen, müssen wir auch das nötige Quäntchen Glück haben. Dazu wollen wir kratzen, beißen, spucken - und ganz sicher mutig spielen. Ich schätze unsere Chancen auf 40:60", erklärt Beecks Coach Friedel Henßen - und schiebt leicht süffisant in Anspielung auf die recht maue Vorstellung vorgestern beim TSC Euskirchen (1:1) hinterher: "Zu viel Kraft haben meine Jungs dort auf alle Fälle nicht gelassen." Wohl wahr. Dass da zumindest bei dem ein oder anderen Akteur im Hinterkopf schon das mit großer Spannung erwartete Cupspiel herumschwirrte, war deutlich zu merken.

Ins große Spiel gehen die Kleeblätter freilich mit gehörigen Personalsorgen. Die Hoffnung, dass Topspieler Maurice Passage (mehrfacher Mittelhandbruch) mit einer Manschette wird spielen können, hat sich pulverisiert: "Erst einmal bis Donnerstag habe ich vom Arzt totales Sportverbot bekommen, muss die Hand ruhig halten", erläutert "Mau", der in Euskirchen wieder an allen Ecken und Enden fehlte - sowohl als Stabilisator in der Defensive als auch als Antreiber in der Offensive.

Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Linksverteidiger Marius Müller (Bänderdehnung). Sollte er nicht auflaufen können, dürfte wie in Euskirchen wieder Patrick Ajani beginnen, der dort erstmals seit langem in der Startelf stand. Wieder spielberechtigt ist Danny Richter. Der hätte beim TSC wegen einer Grippe aber ohnehin nicht spielen können - bleibt abzuwarten, wie's morgen ausschaut.

Vormachen können sich die Kontrahenten gegenseitig nichts - dafür kennen sie sich zu gut. Für Alemannias Coach Fuat Kilic "spionierte" am Sonntag in Euskirchen Jörg Laufenberg, umgekehrt nahm Beecks Co-Trainer Dirk Ruhrig am Samstag die Alemannia beim 0:1 gegen die U 23 Borussia Dortmunds unter die Lupe - für die "Öcher" war es die zweite Heimniederlage in Folge nach dem 2:4 gegen die U 23 Borussia Mönchengladbachs. Womit sich die Kartoffelkäfer endgültig aus der Spitzengruppe verabschiedet haben - mit Auf- und Abstieg dürfte die Alemannia in dieser Saison nichts zu tun haben.

Die hat dafür mal wieder große Sorgen mit einem Teil ihrer eigenen Anhänger. Fünf schwere Vorfälle in den vergangenen 15 Monaten (wiederholt das Abbrennen von Pyrotechnik) haben den Verein nun zu einem Fahnen- und Bannerverbot für alle Auswärtsspiele bewogen - Premiere ist morgen in Beeck. Den Grund erläutert Alemannias Pressesprecher Lars Kröger: "Diese Fans haben Fahnen und Banner wiederholt als Vermummungsinstrument genutzt, um darunter Pyrotechnik zu zünden. So konnten wir diese Straftäter bislang nicht identifizieren." In Beeck werden nun die mitgereisten Fanbetreuer die Fahnen einsammeln. Kröger: "In den Block dürfen die auf keinen Fall mehr mit rein." Der Pressesprecher geht von rund 500 Fans aus, die die Alemannia nach Beeck begleiten.

Der FC rechnet insgesamt mit rund 800 Zuschauern. "Wir hoffen sehr, dass das Wetter einigermaßen mitspielt. Die Prognose ist ja nicht gut", sagt Geschäftsstellenleiter Thomas Klingen. Den personalintensiven Ordnungsdienst übernehmen wie gewohnt bei solchen Spielen Beecks Reserve, A-Jugend und Alte Herren. Der Grenzlandring ist nicht zum Parken freigegeben.

(emo)
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