Debatte um taugliche Spielstätte Retten Beeck und Werner Tellers Düren die Regionalliga-Lizenz?

Fussball · Für seine Regionalliga-Lizenz ist der 1. FC Düren auf das Waldstadion von Beeck als Ausweichspielstätte angewiesen. Doch der FC spielt da nicht mit. Wie Geschäftsführer Werner Tellers trotzdem zur Dürens Rettung beitragen kann und welche Auswirkungen Dürens Zwangsabstieg für den Fußball im Kreis Heinsberg hat.

 Der 1. Düren hat auf das Waldstadion als Ausweichspielort gehofft. Doch Beeck hofft, kommende Saison selbst dort in der Regionalliga zu spielen.

Der 1. Düren hat auf das Waldstadion als Ausweichspielort gehofft. Doch Beeck hofft, kommende Saison selbst dort in der Regionalliga zu spielen.

Foto: Uwe Heldens

Am Dienstagabend stattete die Chefetage des FC Wegberg­Beeck den Vorstandskollegen des 1. FC Düren einen Besuch ab: Vorsitzender Marcus Johnen und Geschäftsführer Werner Tellers waren zur Westkampfbahn gefahren, um gemeinsam mit Dürens Verantwortlichen um Präsident Wolfgang Spelthahn konkrete Nachbarschaftshilfe zu erörtern.

Der Westdeutsche Fußball-Verband (WDFV) hatte vergangene Woche wegen der weiterhin nicht regionalligatauglichen Westkampfbahn Düren keine Lizenz für die kommende Regionalligasaison erteilt. Aufforderungen, die uneingeschränkte Regionalligatauglichkeit herzustellen oder ein Ausweichstadion zu benennen, sei der Verein nicht nachgekommen. Den Dürenern wurde die Möglichkeit eingeräumt, binnen zehn Tagen Einspruch beim Sportgericht einzulegen – und diese Frist endete an diesem Donnerstag. Der 1. FC hat für den Antrag auf sportgerichtliche Entscheidung auch juristischen Beistand ins Boot geholt.

Als Ergebnis der Zusammenkunft vom Dienstagabend schickte Beeck am Donnerstagvormittag zwei Schreiben an den 1. FC, die dieser Redaktion beide vorliegen. Das eine ist vom Verein Beeck selbst – und daher vom Vorsitzenden unterzeichnet. Darin teilt Johnen mit, dass Beeck sein Waldstadion bis einschließlich 31. August als Ausweichstadion zur Verfügung stellen würde – länger jedoch nicht. Hintergrund: Beeck hat – die sportliche Qualifikation natürlich vorausgesetzt – vergangene Woche vom WDFV die Zulassung zur Regionalliga ohne Auflagen und Bedingungen bekommen – das Waldstadion ist also definitiv wieder regionalligatauglich.

Das zweite Schreiben hat Tellers nicht als Beecks Geschäftsführer, sondern als Geschäftsführer der Werner Tellers Straßenbau GmbH aufgesetzt. Darin heißt es wörtlich: „Hiermit bestätigen wir dem Verein 1. FC Düren, dass wir die Arbeiten im Gästebereich (Befestigung der Stufen mit Asphalt sowie der Zuwegung) und im Bereich vor der Haupttribüne inklusive Zuwegung (Belag gegen eine wassergebundene Wegedecke austauschen) bis zum 15. Juli 2023 fertigstellen werden.“

Diese Zusicherung hat Tellers freilich an eine entscheidende Bedingung geknüpft: Zuvor müsse Egbert Gössing, Sicherheitsbeauftragter des WDFV, noch einmal zu einem Ortsbesuch zur Westkampfbahn kommen, um ihm selbst detailliert sämtliche nötigen Baumaßnahmen an Ort und Stelle zu zeigen – dann könne er diese auch entsprechend ausführen. Was ja im Sinne aller Beteiligten sei.

In einem Interview mit der Aachener Zeitung vergangene Woche hatte Gössing jedoch sehr deutlich durchblicken lassen, dass die Nichtzulassung zur Regionalliga bei weitem nicht nur am mangelhaften Zustand der Westkampfbahn gelegen habe. „Viele Zusagen wurden nicht eingehalten, wir wurden immer nur vertröstet. Und wenn dann selbst Anträge nicht ordnungsgemäß und vollständig sind, was sollen wir dann noch machen?“, hatte der Sicherheitsbeauftragte da unter anderem angemerkt.

Losgelöst davon dürfte es aber ohnehin mehr als fraglich sein, ob der WDFV ein lediglich temporäres Ausweichstadion gestatten würde – gerade auch nach den Erfahrungen der vergangenen Monate, die der Verband mit Düren gemacht hat. Das vom WDFV kurzfristig abgesagte Dürener Heimspiel gegen Preußen Münster vor wenigen Wochen ist da noch in lebhafter Erinnerung – auf irgendwelche Versprechungen seitens des Vereins dürfte sich der WDFV nun nicht einlassen.

Konsequenzen hätte ein Dürener Zwangsabstieg in die Mittelrheinliga auch für einen Kreis-Heinsberger-Verein. Denn dann würden nicht beide Vizemeister der zwei Landesliga-Staffeln aufsteigen, sondern nur der punktbessere. Union Schafhausen aus der Staffel 2 hat nach 27 Spielen 53 Punkte – der SSV Homburg-Nümbrecht aus der Staffel 1 nach ebenfalls 27 Partien aber schon 55 Zähler. Aktuell hätte der also die Nase vorn.

Mächtig freuen würde sich über einen Dürener Abstieg dagegen der letztjährige Aufsteiger SG Wattenscheid: Das Team von der Lohrheide, sportlich abgestiegen, würde dann Regionalligist bleiben.