Kein "La Paloma" für Beate Görtz

Standesgemäß siegte die gebürtige Doverenerin Beate Görtz – schließlich ist die 42-Jährige amtierende Weltmeisterin. Ein Spaziergang war es für sie aber nicht. Zufrieden mit zwei Platz war der Erkelenzer Uwe Dossow. Die völlig geänderte Rad- und Laufstrecke kam bei allen Athleten prima an.

Einen quasi "dienstlichen" Besuch stattete Beate Görtz gestern ihrer alten Heimat ab: Die gebürtige Doverenerin, die schon lange in Köln-Ehrenfeld wohnt, nahm an der neunten Auflage des Hückelhovener Hü(Wo)Man Triathlons teil. Und wie es sich für eine amtierende Triathlon-Weltmeisterin (das ist sie in der Altersklasse der 40- bis 44-Jährigen) auch gehört, stand die 42-Jährige bei der Siegerehrung auf dem Treppchen ganz oben. Die 500 Meter Schwimmen im Hallenbad absolvierte sie in 8:50 Minuten, fürs 20-Kilometer-Radfahren benötigte sie 36:25 Minuten, und den abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf brachte sie in 19:04 Minuten hinter sich – macht unter dem Strich eine Zeit von 1:04:19 Stunden. Im Ziel hatte sie über zweieinhalb Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte Steffi Jansen.

"Musste mich richtig anstrengen"

Vor dem Laufen war ihr Vorsprung sogar noch ein bisschen größer gewesen. "Doch die Steffi ist dann richtig schnell gelaufen. Ich musste mich daher schon anstrengen, um sie auf Distanz zu halten. Ein bisschen La Paloma war für mich nicht möglich", erklärte sie. Vor zwei Wochen hatte die Blondine beim Austria Ironman in Klagenfurt in knapp 9:19 Stunden ihre Ironman-Bestzeit um satte 20 Minuten verbessert. "Bei der Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii möchte ich meinen Titel nun auch verteidigen. Da will ich's wieder wissen", kündigte sie an.

Dort nur zu gerne noch mal hin möchte auch Uwe Dossow, der Zweitplatzierte bei den Männern. "Dieses Jahr haut's zeitlich nicht hin. Im nächsten Jahr liegt der Ironman aber mitten in den Herbstferien – und dann möchte ich auf Hawaii endlich mal einen Ironman absolvieren, mit dem ich zufrieden sein kann. Bei meinen bisherigen Teilnahmen konnte ich das ja leider nicht", bekräftigte der Erkelenzer.

Mit seiner gestrigen Vorstellung in Hückelhoven (8:03 Schwimmen, 34:53 Radfahren, 17:22 Laufen, gesamtzeit 1:00:18) ) war Dossow trotz der knapp verpassten "Schallmauer" aber sehr einverstanden: "In allen drei Disziplinen habe ich meine bestmögliche Leistung gebracht."

Sehr zufrieden mit der völlig veränderten Rad- und Laufstrecke zeigten sich alle Teilnehmer. Erstmals wurde nicht eine große Runde rund um Hückelhoven gefahren, sondern drei kleinere mit dem Wendepunkt in Kleingladbach. Und die Laufstrecke wurde erstmals in vier Kurzrunden unterteilt – die Athleten passierten den Breteuilplatz mit seinen vielen Zuschauern so insgesamt siebenmal. "Natürlich macht es mehr Spaß, wenn man häufig an Zuschauern vorbeikommt. Das gibt eine Extraportion Motivation", lobte Dossow.

Für den reibungslosen Ablauf sorgten die beiden Ausrichter, der Ausschuss für den Schulsport und die Schwimmabteilung des ASV Rurtal Hückelhoven. 90 Helfer waren an den beiden Tagen im Einsatz. "Da gab es also fast jeweils eine 1:1-Betreuung", merkte schmunzelnd Kreisschulsport-Beauftragte Petra Hanßen zum zahlenmäßigen Verhältnis Athlet/Helfer an.

(emo)
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