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Jürgen Meuser vom Kreissportbund Heinsberg über Auswirkungen der Pandemie auf den Sport

Vorsitzender des Kreissportbundes Heinsberg : „Mitglieder halten Vereinen auch in Coronazeiten die Treue“

Der Vorsitzende des Kreissportbunds Heinsberg äußert sich zu den Auswirkungen der Pandemie auf den Sport. Online-Angebote dürften zunehmen.

Seit knapp zwei Jahren, genau seit März 2019, ist Jürgen Meuser (61) Vorsitzender des Kreissportbunds (KSB) Heinsberg. Ein Jahr zur Einarbeitung in alle Bereiche hatte er sich gegeben – dann wollte er so richtig loslegen. Doch genau dann, ab März 2020, legte das Coronavirus auch den Sport weitgehend lahm – gerade auch den Breitensportbereich. Im Interview erzählt er, vor welchen Herausforderungen ein Kreissportbund nun steht.

Wie fällt Ihr Fazit für das vergangene Jahr aus?

Meuser Veranstaltungen und Aktivitäten, auch die des KSB, waren pandemiebedingt zwangsläufig überschaubar. Und kaum hatten wir ab Mitte des Jahres wieder ein wenig Fahrt aufgenommen, kam auch schon der zweite Lockdown. In der Zeit zwischen den beiden Lockdowns habe ich die Erfahrung gemacht, dass Vereine und Veranstalter sehr gewissenhaft mit den Hygienevorschriften und weiteren Auflagen umgegangen sind, sich viele Gedanken gemacht und das dann auch gut umgesetzt haben.

Was erhoffen Sie sich 2021 für den Sport?

Meuser In erster Linie natürlich, dass es irgendwann in diesem Jahr wieder richtig losgehen kann – auf allen Ebenen.

Wenn alles ausgestanden ist: Glauben Sie, dass die Corona-Pandemie auch in der Folgezeit Auswirkungen auf den Sportbetrieb haben wird?

Meuser Grundsätzlich denke ich, dass wir nach einiger Zeit dann wieder zur gewohnten Normalität zurückkehren werden, die Zeit die Wunden heilen wird. Was ich mir aber schon vorstellen kann: Digitale Angebote dürften auch dann vermehrt angeboten werden. Ich denke da zum Beispiel an Fortbildungen. Denn zurzeit zeigt sich, dass die auch sehr gut online funktionieren. Auch nach Corona müssen das daher nicht mehr unbedingt Präsenzveranstaltungen sein, sondern können weiterhin online erfolgen.

Der KSB war auf diesem Sektor ja auch aktiv. Nicht nur, dass Sie mit Jonas Hammann einen ehrenamtlichen Social-Media-Beauftragten gefunden haben, sondern Sie haben auch eigene sportliche Formate zum Mitmachen im eigenen Wohnzimmer entwickelt.

Meuser Ja, Angebote wie „Sport at home“ und einige „Challenges“ über Instagram wurden gut angenommen. Da wollen wir 2021 auch dran anknüpfen, da sind wir gerade in der Planung.

Gut angenommen wurde 2020 aber auch die Open-Air-Reihe „Sport im Park“ - ein niederschwelliges Angebot zur sportlichen Betätigung unter Anleitung - und unter Einhaltung der Hygienevorschriften.

Meuser Allerdings. Es gab rund 30 Angebote mit 230 Kursterminen. Zu den Angeboten zählten etwa Qi Gong, Walking-Entdeckungstouren, Summer Running all around, Latin Dance & Fitness und Functional Training. Insgesamt verzeichneten wir dabei etwa 1700 Teilnehmer. Damit sind wir sehr zufrieden.

Wollen Sie auch das in diesem Jahr wieder anbieten?

Meuser Sicher. Wir denken dabei sogar über eine erstmalige „Winter-Edition“ nach, wollen nach Möglichkeit schon im März/April solche Veranstaltungen machen – wenn wir denn dürfen.

Was würden Sie 2021 noch gerne angehen?

Meuser Zum einen würden wir sehr gerne weitere Kindergärten zu Bewegungskindergärten qualifizieren. Das heißt, dass wir die betreffenden Erzieher gerne entsprechend schulen würden. Mangelnde motorische Fähigkeiten sind doch heutzutage bei vielen Kindern ein riesiges Problem – diese Kinder können nicht mal mehr einen Purzelbaum schlagen. Da wollen wir Abhilfe schaffen. Und zum anderen wollen wir das Thema Inklusion forcieren. Das gehört zu den Kernhandlungsfeldern des KSB, und speziell die Sportjugend im KSB möchte in diesem Jahr bereits vorhandene Verbindungen zu einigen Einrichtungen intensivieren und so auch Menschen mit Handicap an den Sport heranführen.

Turnusgemäß Ende Februar müssen die Sportvereine dem Landessportbund ihre Mitgliederzahlen wegen diverser Zuschüsse nennen. Befürchten Sie da wegen Corona einen massiven Einbruch gegenüber den Vorjahren?

Meuser Nein, diese Tendenz gibt es gottlob nicht. Das habe ich aus den vielen Gesprächen 2020 mit unseren insgesamt 280 Vereinen auch mitgenommen: Ein Mitgliederschwund ist nicht zu befürchten, die Menschen halten ihrem Verein auch in Coronazeiten die Treue.