Fußball-Mittelrheinliga : Frohnatur kämpft um den Anschluss

Joy-Slayd Mickels feierte am vorigen Wochenende nach einer langer Verletzung sein Comeback beim Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck. Seine Karriere startete er bei den VSF Amern, bei Borussia Mönchengladbach spielte er bis zur U23.

Es gibt Spieler, die integrieren sich bei einem neuen Verein rasch, und es gibt Spieler, die brauchen dafür etwas länger. Im Turbotempo ging das bei Joy-Slayd Mickels. Anfang August heuerte der 25-jährige Offensivallrounder (Lieblingsposition hängende Spitze) in Beeck an - und war mit seiner offenen und lebenslustigen Art direkt mittendrin statt nur dabei - und das, obwohl er zunächst mal noch wochenlang zum Zuschauen verurteilt war.

Denn bei seinem vorherigen Verein, Regionalligist SV Rödinghausen, hatte er sich Ende Februar einen Patellasehnenanriss zugezogen - und an dem laborierte der Deutsch-Kongolese noch bis tief in den September hinein. Am 13. September, beim 2:0 gegen den FC Hürth, feierte er dann per Einwechslung sein Debüt im Beecker Dress. Bei seinem zweiten Einsatz eine Woche später wurde er schon zum Matchwinner: Als Einwechselspieler traf er zum 1:0-Sieg beim SV Breinig. Bei seinem vierten Einsatz, beim 1:0 im Spitzenspiel beim FC Hennef, stand er erstmals in der Startelf - und musste zur Pause mit einer Knieverletzung (Knochenödem) ausgewechselt werden. Folge: Erneut musste Mickels wochenlang pausieren - bis vorigen Sonntag. Da feierte er als Einwechselspieler beim 0:2 in Köln-Pesch sein Comeback, mit dem eigentlich erst nach der Winterpause gerechnet worden war. „Ich habe eben gutes Heilfleisch“, stellt Mickels schmunzelnd fest.

Vom erneuten Rückschlag hatte er sich auch nicht aus der Bahn werfen lassen: „Es hätte nichts gebracht, darüber zu klagen und Trübsal zu blasen. Dann hätte ich vielleicht noch Depressionen bekommen.“ Richtig fit ist er logischer Weise jetzt noch nicht - als Joker ist er für Beeck aber dennoch mehr als wertvoll. „Slayd kann mit seiner Kreativität auf dem Platz schon für die besonderen Momente sorgen. Er ist spielintelligent, hat einen guten Antritt und einen ebensolchen Schuss, bringt die nötige Torgefährlichkeit mit - und ist auch einfach ein guter Typ. Er bringt mit seiner Art richtig gute Laune rein“, sagt sein Trainer Michael Burlet.

Joy-Slayd Mickels zieht ab, gegen den SV Breinig erzielte er das Siegtor für den FC Wegberg-Beeck. Foto: Michael Schnieders

Einfach nur ein Gute-Laune-Onkel möchte Mickels aber natürlich auch nicht sein. „Ohne Spaß im Training geht es nicht. Doch wenn die Einheit dann beginnt, switche ich sofort um, bin sehr konzentriert“, sagt Mickels. Größtenteils ohne ihn hat Beeck seine bislang zehn Siege eingefahren, die den Kleeblättern die Tabellenführung beschert haben. „Klar - ich möchte mit Beeck nun auch den Aufstieg in die Regionalliga schaffen“, bekräftigt Beecks prominentester Sommerzugang.

Dass er überhaupt am Grenzlandring angeheuert hat, hat nicht zuletzt private Gründe: Seine Familie wohnt in Mönchengladbach-Lürrip - und die ist nicht gerade klein. Denn obwohl Mickels erst 25 ist, hat er bereits vier Kinder im Alter von neun bis zwei Jahren. Geboren ist Mickels in Siegburg, aufgewachsen aber in Schwalmtal, wo er unter Anleitung seiner Vaters Jacques bei den VSF Amern kickte. Mit elf Jahren folgte der Wechsel zu Borussia Mönchengladbach, wo er später den Sprung in die U23 schaffte und seine ersten beiden Seniorenjahre erlebte. Es folgten viele Stationen mit jeweils nur kurzer Verweildauer: in der Schweiz in Aarau und Aargau, in Norwegen in Strömmen, zuletzt jeweils eine Saison bei den Regionalligisten Alemannia Aachen und eben Rödinghausen. In Beeck fühlt er sich sehr wohl: „Das passt“, sagt er. Den Fußballer Mickels gibt es übrigens quasi dreifach: Sein Zwillingsbruder Joy-Lance spielt für Nordost-Regionalligist Wacker Nordhausen, sein ein Jahr jüngerer Bruder Leroy-Jacques für Drittligist MSV Duisburg.