In einem einseitigen Finale erzielt Hasani alle drei Tore für Wegberg-Beeck

Fußball : Einseitiges Finale – Hasani locht dreimal ein

Rurdorfer Sommercup: Beeck gewinnt zum achten Mal in Folge das Finale gegen Freialdenhoven. Shpend Hasani schießt beim 3:0 alle Tore.

Heiß umkämpft war in den vergangenen Jahren beim Rurdorfer Sommercup stets das Standardfinale zwischen den Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck und Borussia Freialdenhoven. Die Kleeblätter hatten zwar immer die Nase vorn, doch die Borussia war oft ebenbürtig. Ein Musterbeispiel war da das vorjährige Finale: Die Borussia führte bis zur 72. Minute 1:0, ehe Borussen-Keeper Tobias Werres mit einer Slapstick-Einlage Shpend Hasani das 1:1 ermöglichte – Endstand 2:1 für Beeck.

Am gestrigen Sonntag standen sich die ewigen Kontrahenten vor toller Kulisse (823 Zuschauer) zum achten Mal in Folge im Endspiel gegenüber. Im Unterschied zu den Vorjahren geriet der prestigeträchtige „Clásico“ diesmal aber zu einer höchst einseitigen Angelegenheit: Die Kleeblätter siegten ungefährdet 3:0, gewannen den Sommercup damit zum achten Mal in Folge und heimsten so auch wieder die üppige 2500-Euro-Siegprämie ein.

Den erneuten Triumph kommentierte Beecks Coach Michael Burlet aber sehr nüchtern: „Das war sicher eine gute Standortbestimmung zur Mitte der Vorbereitung und von unseren drei Rurdorfer Spielen klar das beste. Dazu war das ein komplett dominanter Auftritt von uns. Aber man darf das dennoch nicht überbewerten. Es ist Vorbereitung.“

Den Beecker Sieg erkannte neidlos Borussias Dauercoach Wilfried Hannes an: „Da gibt es nichts zu beschönigen: Im Unterschied zu vielen Spielen gegen Beeck in den Vorjahren waren wir diesmal chancenlos. Erstmals seit langem war ein Klassenunterschied zu erkennen, haben einige meiner Akteure heute ihr derzeitigen Grenzen aufgezeigt bekommen.“

Beeck begann überaus dominant und engagiert – bereits nach einer Viertelstunde hätte der FC 3:0 führen können. André Mandt bugsierte den Ball an die Latte (6.), Hasanis Kopfball parierte Keeper Stefan Kemmerling, Borussias Bester, großartig (9.), und Marc Kleefisch traf den Innenpfosten (13.). Nach furiosen ersten 25 Beecker Minuten kam die Borussia besser ins Spiel und hatte durch Zugang Marvin Iskra per Kopf die einzige halbwegs zwingende Chance im gesamten Spiel – Beecks Keeper Stefan Zabel musste sich mal strecken (34.).

Dann drückte wieder Beeck auf die Tube. Yannik Leersmacher, in der Mittelfeld-Raute auf der Zehn spielend, scheiterte an Kemmerling (37.), doch eine Minute später machte er es besser: Nach einem schnell ausgeführten langen Freistoßball André Mandts auf Kleefisch brachte dieser den Ball nach innen, Leersmacher legte gut für Hasani ab – der traf mit einem überlegten Flachschuss ins rechte Eck (38.).

Auf kuriose Art fiel direkt nach Wiederanpfiff die Vorentscheidung, und wieder war Leersmacher entscheidend beteiligt: Im gegnerischen Strafraum ging er gegen Borussias Alain N’Goua resolut zur Sache, Schiri Nino Bergs wertete die Aktion aber als regelkonform. Problem: In Erwartung, einen Freistoß zu bekommen, nahm N’Goua am Boden liegend den Ball sofort in die Hand – Elfmeter für Beeck war die logische Folge. Den verwandelte Hasani sicher (47.). Womit N’Goua zum zweiten Mal in Folge im Rurdorfer Finale Beeck mit zum Sieg verhalf – 2018 hatte der Verteidiger wegen einer dummen Aktion nach einer knappen Stunde Gelb-Rot gesehen. In Überzahl drehte Beeck das Spiel dann. Diesmal war mit diesem Tor die Messe aber auch schon gelesen. Eine klasse Flanke von Kapitän Maurice Passage bugsierte Hasani ebenso gekonnt noch zum 3:0 ins Tor – womit Beecks Angreifer seinen Dreierpack geschnürt hatte (77.).

Beide Teams mussten auf einige Spieler verzichten – die Borussia hat dabei zwei Langzeitausfälle zu verkraften. Denn der langjährige Kapitän und Abwehrchef Christian Kreutzer, so etwas wie die Seele der Borussia, hat sich einen Achillessehnenriss zugezogen. Und Leon Ruhrig, Sohn von Beecks Ex-Co-Trainer Dirk Ruhrig, hat sich zum zweiten Mal binnen eines Jahres den Mittelfuß gebrochen. Nicht ganz so lange wie diese beiden dürfte Beecks Vizekapitän Danny Fäuster fehlen, der sich vergangene Woche bei einem Arbeitseinsatz (er ist Polizist) einen Mittelhandknochen gebrochen hatte. „Ich gehe von sechs Wochen Pause aus“, erklärte er auf Nachfrage.

Beeck: Zabel – Passage (90. Storms), Hühne, Terzic, Thelen (90. Hülsenbusch) – Mandt (90. Malekzadeh), Wilms, Leersmacher (82. Asani), Geerkens – Hasani (86. Müller), Kleefisch (75. Post)

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