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Fußball: Henßen und "das leichteste Spiel des Jahres"

Fußball : Henßen und "das leichteste Spiel des Jahres"

Regionalliga: Beeck tritt morgen bei Meister Viktoria Köln an. Dort ist der FC wieder in der Rolle, die ihm behagt - der des Außenseiters.

Einfach nur Mund abputzen und direkt nach vorne schauen: Das wollte Friedel Henßen, Teamchef des FC Wegberg-Beeck, nach dem ebenso bitteren wie verdienten Mittelrheinpokal-Aus, dem 1:2 am Dienstagabend im Clàsico beim ewigen Rivalen Borussia Freialdenhoven, ausdrücklich nicht - dafür genießt der Verbandspokal beim FC seit jeher einfach auch einen zu hohen Stellenwert. Stattdessen nahm Henßen die Niederlage mit auf seine Kappe: "Ich mache mir den Vorwurf, nicht rotiert zu haben. Klar ist man nachher immer klüger, und angesichts der Klasse Freialdenhovens wären viele Wechsel auch riskant gewesen. Doch einigen angeschlagenen Spielern hätte ich vielleicht doch besser eine Pause gegönnt."

Konkret meint Henßen damit Simon Küppers und Thomas Lambertz. Im Spiel verletzten sich dann auch noch Shpend Hasani und Sebastian Wilms, mussten zur Pause oder kurz danach ausgetauscht werden. "Das alles waren keine guten Voraussetzungen", stellt Henßen fest, ohne das als Entschuldigung anführen zu wollen. Ebenso wenig den sehr holprigen Platz - auf den mussten schließlich beide spielen. Henßen: "Borussia war aggressiver, hatte den weitaus größeren Siegeswillen - das war entscheidend."

Morgen geht's nun in der Liga weiter, und da steht ein Spiel an, in dem die Kleeblätter mit vollem Recht wieder in ihre Lieblingsrolle des krassen Außenseiters schlüpfen können: Ab 14 Uhr treten sie im Sportpark Höhenberg bei Meister Viktoria Köln an. "Das ist für uns das leichteste Spiel des Jahres", merkt Henßen angesichts der ungleichen Rollenverteilung an - in Köln haben die Schwarz-Roten wirklich nicht viel zu verlieren, können im Grunde nur gewinnen.

Die Rechtsrheinischen hatten unter ihrem neuen Trainer Marco Antwerpen, der im Sommer 2016 einstieg, zwar den langersehnten Titel geholt, waren in der Relegation dann aber denkbar knapp am FC Carl Zeiss Jena gescheitert: Nach dem 2:3 daheim gewann die Viktoria in Jena zwar 1:0, doch die mehr erzielten Auswärtstore gaben den Ausschlag zugunsten der Ostdeutschen. In Jena fehlte zudem Leitwolf Mike Wunderlich, der sich im Hinspiel in der Nachspielzeit einen Platzverweis eingehandelt hatte.

Mit 29 Treffern war der 31-Jährige in der abgelaufenen Saison auch Torschützenkönig geworden - und das als Mittelfeldspieler. Auch in der aktuellen Spielzeit hat Wunderlich bereits wieder sieben Mal eingelocht. "Die Viktoria besteht aber nicht nur aus Wunderlich, sondern hat durch die Bank einen extrem starken Kader. Bei uns muss wie gegen Rödinghausen schon alles passen, um da zu bestehen", betont Henßen. Personell sieht's besser als zuletzt aus: Bis auf die Langzeitverletzten und Sahin Dagistan (Henßen: "Für ihn wird's morgen wohl noch nicht reichen") dürften alle Mann an Bord sein.

Aufs Wiedersehen mit Beeck freut sich derweil Marco Antwerpen, der vor zwei Jahren mit RW Ahlen gegen Beeck gespielt hat. "Als Erstes werde ich dem Friedel noch zum Aufstieg gratulieren", kündigt der 46-Jährige an - und versichert, den FC nicht nur wegen dessen jüngster Erfolgsserie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: "Das machen wir in dieser Liga mit niemandem." Antwerpen bekennt, dass die Relegationsniederlage Spuren hinterlassen habe: "Das war nicht leicht im Sommer. Wir mussten uns in die neue Saison reinkämpfen."

Nach einer kleinen Zwischendelle ist die Viktoria aber wieder auf Kurs: Nach dem 0:0 im Spitzenspiel gegen Uerdingen folgten zuletzt drei Siege, mit denen Köln auf Platz zwei kletterte. "Wir wollen bis zum Saisonende auf Schlagdistanz zur Spitze bleiben", sagt Antwerpen, der sich seit gut einer Woche über einen neuen Spieler freut: Da verpflichtete die Viktoria Abwehr-Routinier Tobias Willers (30), bis Sommer bei Drittligist VfL Osnabrück und vom DFB wegen unsportlichen Verhaltens (versuchte Spielmanipulation am letzten Spieltag) drei Monate bis zum 9. Oktober 2017 gesperrt. Antwerpen: "Wir mussten in der Defensive noch was tun, standen mit Tobi schon vor einem Jahr in Kontakt."

(emo)