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Fußball: Henßen fordert von seinem Team mehr Demut

Fußball : Henßen fordert von seinem Team mehr Demut

Regionalliga: Mit der Partie gegen Fortuna Düsseldorf II startet Beeck morgen in die Rückrunde. Bei beiden zeigt Formkurve nach unten.

Denkbar schlecht war der FC Wegberg-Beeck in seine zweite Regionalliga-Saison gestartet: Bei Fortuna Düsseldorf II verloren die Kleeblätter 1:6. Das Ergebnis im Paul-Janes-Stadion war auch in der Höhe verdient. Nicht zuletzt die in Folge von Zeitknappheit unzureichende Vorbereitung machte sich da brutal bemerkbar. Nach einigen Wochen berappelten sich die Kleeblätter aber, sammelten in der Hinrunde mit 17 Punkten sogar einen Zähler mehr als bei ihrer Premierensaison in der gesamten Spielzeit.

Morgen (Anstoß 14 Uhr im Waldstadion) beginnt die Rückrunde - zwangsläufig wieder gegen die Fortuna. Die in solchen Fällen beliebte Floskel, dass man gegen diesen Gegner also noch was gutzumachen habe, benutzt Beecks Teamchef Friedel Henßen ausdrücklich nicht: "Ein 1:6 kann man nicht mehr gutmachen - dieses Ergebnis steht. Wir wollen morgen aber Düsseldorf beweisen, dass wir es anders können als im Hinspiel."

Und für die gesamte Rückrunde gibt Henßen diese Parole aus: "Wir wollen wieder mit mehr Demut und Bescheidenheit an die Sache rangehen." Ein Satz, der sich speziell aus der schmerzlichen Erfahrung des letzten Hinrundenspiels speist: Gegen Mitaufsteiger TuS Erndtebrück war Beeck daheim einmal nicht in der Außenseiterrolle, vergeigte die so wichtige Partie nach einer unterirdischen Vorstellung in der ersten Hälfte aber mit 2:3, verpasste es so, die anvisierte 20-Punkte-Marke zu knacken. Was zugleich mit dem Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz verbunden gewesen wäre.

"Klar hätten wir nur zu gerne diese 20 Punkte erreicht. Aber vielleicht haben wir alle davon im Vorfeld ein bisschen zu viel geredet, waren die Jungs im Spiel dann gehemmt, hat der Kopf nicht richtig mitgespielt", mutmaßt Henßen - und appelliert daher wieder an die Grundtugenden: "Wir müssen in jedem Spiel bis zum Umfallen kämpfen und richtig Gas geben. Jeden einzelnen Punkt müssen wir uns hart erarbeiten - und das muss jedem Spieler bewusst sein." Abwehrmann Danny Fäuster geht da schon mal mit gutem Beispiel voran: "Klar wollen wir uns gegen die Fortuna die Punkte zurückholen. Dafür müssen wir dann aber wieder bedingungslos in jeden Zweikampf gehen." Zeit wird es: Aus den letzten vier Meisterschaftsspielen hat Beeck nur einen Punkt geholt. Dazu kam nach schwacher Vorstellung das Aus im Mittelrheinpokal beim ewigen Rivalen Borussia Freialdenhoven.

Nicht gerade rund läuft es zurzeit aber auch bei den Landeshauptstädtern: Das 0:2 in Essen am Sonntag war Fortunas dritte Niederlage in Serie. Nach einem Traumstart mit drei Siegen (Beeck startete mit drei Niederlagen) sind die Rot-Weißen in der Tabelle immer weiter nach unten gerutscht, stehen nun nur noch vier Punkte vor dem FC.

Blenden lässt sich Henßen davon aber nicht: "Ich habe die Fortuna mehrfach gesehen. Dem jungen Team fehlt vielleicht vorne ein wenig die Kaltschnäuzigkeit, doch zum Beispiel beim 1:3 gegen Bonn war Düsseldorf klar besser, hätte die Partie gewinnen müssen. In den entscheidenden Momenten hat die Fortuna aber die Tore nicht gemacht."

Was Taskin Aksoy, seit Sommer 2012 Coach der Fortuna-Zwoten, genauso sieht: "Gegen den BSC stimmte die Leistung, wir waren aber einfach sehr uneffektiv." Morgen erwartet er ein Spiel auf Augenhöhe: "Beeck ist in der Liga mittlerweile angekommen. Das wird für uns ein sehr schweres Spiel. Um da zu bestehen, werden wir viel investieren müssen."

Definitiv nicht dabei werden morgen die beiden überragenden Spieler aus dem Hinspiel sein, beide aus dem Kader der Ersten. Emmanuel Iyoha ist mittlerweile zu Drittligist VfL Osnabrück ausgeliehen worden, Mittelfeldspieler Marlon Ritter zu Drittligist SC Paderborn. Bei Beeck fehlt morgen der Kapitän: Maurice Passage, dem bereits seit einigen Wochen wieder Fußprobleme zu schaffen machen, ist am Wochenende in Hannover und konsultiert dort die Spezialistin, die ihm schon einmal sehr geholfen hat. Und Sahin Dagistan hat Schichtdienst, kann daher erst kurz vor Anpfiff im Waldstadion aufkreuzen. Für einen Einsatz in der Startelf kommt er deswegen nicht in Frage.

(emo)