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Handball: HSV Wegberg steigt in die Landesliga auf

Saisonfazit HSV Wegberg : Unverhofft zum größten Erfolg der Vereinshistorie

Die Damen des HSV Wegberg beenden die Saison nach starker Rückrunde auf Platz drei – und rücken als Aufsteiger in die Verbandsliga nach. Vor allem ein offensives Duo sorgte beim HSV für Furore.

Der HSV Wegberg hat in der abgelaufenen Saison alle Erwartungen übertroffen. Wurde am Anfang der Saison noch der Klassenerhalt ausgerufen, so steht nun fest: Der dritte Platz, den die Wegbergerinnen erreicht haben, reicht zum Aufstieg in die Verbandsliga. Normalerweise berechtigen nur die ersten beiden Plätze für den Aufstieg, weil aber durch ausbleibende Meldungen in den höheren Spielklassen ein weiterer Platz frei wurde, bekam der HSV das Angebot, den Gang in die sechsthöchste Spielklasse anzutreten. „Aufsteigen ist sehr viel schwieriger, als die Klasse zu halten. Deswegen habe ich gesagt: Wir versuchen es“, sagt Trainer Siegfried Wagner, der mit der Zusage den größten Erfolg der 48-jährigen Vereinsgeschichte klar machte.

So lief die Rückrunde

Die überragende Rückrunde war letztlich der Grund für den Aufstieg. Nach der deutlichen 20:29-Auftaktpleite gegen den ASV Süchteln und der fast schon überraschend knappen 27:30-Niederlage gegen den ungeschlagenen Meister VT Kempen, marschierten die HSV-Damen durch die Liga. Inklusive eines Nachholspiels aus der Hinrunde entschied Wegberg die letzten zehn Spiele allesamt für sich – die meisten sogar sehr deutlich. „Wir haben uns in der Rückrunde kontinuierlich stabilisiert – gerade mit Blick auf die Ergebnisse“, sagt Wagner.

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Das war gut in dieser Saison

Der starke Angriff sorgte in den meisten Fällen für die nötigen Punkte. Mit über 600 Toren stellte der HSV die zweitbeste Offensive der Liga. „Der Angriff hat immer funktioniert, die Tempogegenstöße haben gut funktioniert. Was wir spielen wollten, hat immer besser geklappt“, analysiert Wagner. Für die Zukunft zusätzlich positiv: Die Mannschaft ist noch sehr jung, der Großteil der Spielerinnen hat gerade erst die ersten Schritte im Damen-Handball gemacht – die Wegbergerinnen haben also noch Potenzial.

Das war nicht so gut in dieser Saison

Wenn es mal Ausfälle im Rückraum gab, bekam der HSV ab und an Probleme. Etwa im Rückspiel gegen den ASV Süchteln, das man deutlich verlor, während man das Hinspiel noch für sich entscheiden konnte. „Da wurden zwei Rückraumspielerinnen in Manndeckung genommen. Wir sind dann rumgelaufen wie aufgescheuchte Hühner und haben das Spiel verloren. Das sind die Ausfälle, die wir nicht kompensieren können“, kritisiert Wagner.

Die Spielerin der Saison

Offensiv überragte Johanna Beutler, die mit ihren 191 Toren in 18 Spielen mit einigem Abstand Torschützenkönigin der Liga wurde. Die 22-Jährige war vor der Saison eigentlich zu Drittligist PSV Recklinghausen abgewandert, kehrte aber während der Saison zum HSV zurück – und trug mit ihrer offensiven Durchschlagskraft einen wichtigen Teil zum Aufstieg bei. Mit 132 Treffern war Isabel Kaphahn die andere offensive Stütze der Wegbergerinnen in der abgelaufenen Saison. „Das ist schon ein überragender Rückraum, den wir da auf die Platte stellen können“, sagt Trainer Wagner.

Wie geht es weiter?

Einige der Spielerinnen fangen im kommenden Semester an zu studieren. Das macht feste Zusagen und damit die Personalplanung schwierig. Mit anderweitigen Abgängen rechnet Wagner aber nicht: „Ich glaube nicht, dass jemand die Absicht hat, zu wechseln – wobei sich einige Vereine aus der Umgebung bei mir und meinen Spielerinnen gemeldet haben“, berichtet er. Was Neuzugänge angeht, gibt es bisher andersrum ebenfalls nichts zu vermelden.

„Es wäre wünschenswert, um den Kader breiter aufzustellen, aber es muss auch menschlich passen“, sagt Wagner. Die Vorbereitung auf die neue Saison begann mit dem Beginn der Sommerferien Ende Juni. Dabei sind auch zwei kleinere Trainingslager und einige Testspiele geplant. Im September beginnt dann das Abenteuer Verbandsliga – Trainer Wagner gibt sich optimistisch: „Wenn wir mit dem Kader so weiterspielen, bin ich sicher, dass wir die Klasse halten.“