Hallenfußball: FC Wegberg-Beeck beim Aachener Sparkassen-Cup weiter

Hallenfußball : Wenig Fußball, dafür viel Kampf und Emotionen

Die Heinsberger Vorrunde des Aachener Sparkassen-Cups gipfelt in einer handfesten Keilerei. Beeck besiegt im Finale Helpenstein.

Hand aufs Herz: Echten Budenzauber gibt’s bei Turnieren in der Halle schon lange nicht mehr. Doch was die – wohlgemerkt ranghöchsten – Teams des Kreises Heinsberg beim lokalen Vorentscheid des großen Aachener Sparkassen-Cups vor vollbesetzen Rängen (rund 500 Zuschauer) in der Erkelenzer Erka-Halle auf das auch noch sehr glatte Parkett legten, hatte mit filigranem Hallenfußball wirklich so gut wie gar nichts mehr zu tun. Da wurde munter geklammert, gecatcht und getackelt, als würde es kein Morgen mehr geben. Und die Bande wurde weit weniger dazu genutzt, um sie raffiniert mit ins Spiel einzubeziehen, sondern weit mehr, um den Gegenspieler dagegen zu donnern.

Zur Krönung gab es im abschließenden Spiel der Gruppe D zwischen den Bezirksligisten SV Helpenstein und 1. FC Heinsberg-Lieck nach dem Liecker Anschlusstor zum 3:4 exakt elf Sekunden vor Schluss auch noch eine handfeste Keilerei – da wurde nicht nur heftig geschubst, sondern es flogen wirklich auch Fäuste. Was mit Roten Karten für Liecks Torschütze Sebair Ljatifi und Helpensteins Hüne Tim Harff endete. Zuvor hatte auch schon Germania Teverens Mehmet Yilmaz im Spiel gegen die SG Union Würm/Lindern Rot gesehen, als der sich rüde der mehr oder weniger liebevollen Umklammerung von Alex Jansen entledigen wollte.

Den Nagel auf den Kopf traf am Ende Michael Burlet: „Das war allgemein die schlimmste Sorte von Hallenfußball, die denkbar ist. Nahezu jede Aktion war ein Foul, es wurde in jeden Zweikampf wie draußen reingegangen. Da schließe ich meine eigene Mannschaft mit ein. So macht’s keinen Spaß“, befand der Trainer des Mittelrheinligisten und Favoriten FC Wegberg-Beeck.

Dabei hätte Burlet noch am ehesten Grund zur Freude gehabt, lösten seine Jungs doch das Ticket für die Finalrunde am Samstag in Aachen. Im munteren Endspiel schlugen die Kleeblätter den Wegberger Ortskollegen Helpenstein 6:4. Die Torfolge: 1:0 Sphend Hasani (1.), 1:1 Kristian Wurzer (1.), 1:2 Julian Hahn (2.), 2:2 Marc Kleefisch (3.), 2:3 Robin Langer (5.), 3:3 Sebastian Wilms (8.), 4:3 Kleefisch (10.), 4:4 Wurzer (18.), 5:4 Emre Ekmekci (19., Eigentor), 6:4 Norman Post (19.). Das Finale war zugleich das gesitteste Spiel des Turniers – alle Akteure standen wohl da noch unter dem Einfluss der unmittelbar davor stattgefundenen Prügelei. Zur Vorbereitung aufs Finale hatte Helpensteins Sportlicher Leiter Nino Musebrink, der das Team coachte, das einzig Richtige gemacht: Während sich Beeck auf dem Feld warmmachte, versammelte Musebrink seine Jungs in der Kabine. „Die mussten ja alle erst mal wieder runterkommen“, erklärte er.

Überaus bemerkenswert äußerte sich vor allem aber Helpensteins Routinier René Fell (39): „Ich hätte es gut verstehen können, wenn die Turnierleitung sowohl Lieck als auch uns nach diesen Vorkommnissen disqualifiziert hätte und so Union Schafhausen das Finale hätte bestreiten dürfen.“ So weit wollte Turnierleiter Michael Kranz dann aber doch nicht gehen. Kritik äußerte aber auch er: „Wir haben mehr Kampf als Fußball gesehen. Es wird daher Zeit, dass Rote Karten in der Halle nicht mehr Wochensperren nach sich ziehen, sondern in Spielsperren für die Meisterschaft umgewandelt werden. Dann hören solche Dinge sofort auf.“

Die beiden Schiedsrichter Georg Marckwardt und Dirk Wiegand hatten zweifellos ein sehr schweres Amt, leiteten die Partien allerdings auch unglücklich – und legten auch kein einheitliches Maß an. „Wir müssen uns mit den Schiedsrichtern unbedingt mal zusammensetzen, um künftig so etwas zu vermeiden. In der Halle sollte hart durchgegriffen, jedes Tackling unterbunden werden“, forderte Burlet.

Stark verbesserungswürdig ist zudem die Kommunikation der Turnierleitung darüber, wie denn nun wirklich der bessere Zweite der Heinsberger und Dürener Vorrunde ermittelt wird, der ebenfalls nach Aachen fährt. Da geisterten bis zum Schluss diverse Meinungen durch die Halle. Am Ende entschied wohl doch das hauchdünn „bessere“ Endspielresultat für Dürens Zweiten Viktoria Arnoldsweiler (5:7 im Finale gegen den 1. FC Düren). Wären die Gruppenspiele hinzugezogen worden, wie es mal hieß, hätte nämlich eigentlich Helpenstein weiterkommen müssen. Denn der SV holte da alle sechs Punkte – Arnoldsweiler nur vier.