Fußball : Gedämpfte Erwartungen

Regionalliga: Gestern ist Beeck in die vierwöchige Vorbereitung gestartet - ohne Lorenz Klee (erneuter Meniskusriss).

Einige Akteure des FC Wegberg-Beeck fehlten beim gestrigen Trainingsauftakt urlaubsbedingt - der Aufstieg hatte sich ja erst ganz spät in der abgelaufenen Saison abgezeichnet, war da der Urlaub bei einigen schon längst gebucht. Was in der Mittelrheinliga auch gar nicht ins Gewicht gefallen wäre - die startet vier Wochen später als die Regionalliga.

Während Teamchef Friedel Henßen mit dem Fehlen dieser Akteure also gut leben konnte, trifft das auf einen anderen Spieler nicht zu: Eigengewächs Lorenz Klee, in der Hinrunde der abgelaufenen Saison Beecks Senkrechtstarter und danach mit einem Meniskusriss bis zum Saisonende ausgefallen, hat sich vor kurzem beim Kicken in einer Betriebssportgemeinschaft erneut einen Meniskusriss zugezogen - diesmal im anderen Knie. Zumindest ein Großteil der Hinrunde dürfte für den Innenverteidiger damit bereits gelaufen sein.

Was die Sache für die Kleeblätter nicht gerade leichter macht. Wie schwer das Unterfangen Regionalliga werden dürfte, fasst Henßen nüchtern in einem Satz zusammen: "Aktuell sehe ich noch keine vier Teams, die wir hinter uns lassen könnten." Vier Mannschaften steigen aus der 4. Liga ab, in der zwar nicht auf dem Papier, aber faktisch in erster Linie Profiteams spielen. Was heißt, dass deren Akteure mit Fußball ihren Lebensunterhalt verdienen - und das ist ganz überwiegend der Fall. Henßen: "Wir können uns vielleicht an den beiden Westfalen-Aufsteigern Erndtebrück und Rhynern orientieren."

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  • Sebastian Wilms⇥Foto: Michael Schnieders
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Am Niederrhein-Aufsteiger KFC Uerdingen aber sicher nicht - der will nach eigenem Bekunden in zwei Jahren in der 3. Liga sein. Die Vereine in der Oberliga Niederrhein dürften jedenfalls mit einiger Erleichterung aufgenommen haben, dass sich nach dem Wuppertaler SV im Vorjahr nun auch der zweite Verein mit vielen Zuschauern (samt entsprechender Klientel) nach oben verabschiedet hat - nicht aus Sympathie zu diesen Klubs, sondern wegen des gewaltigen Organisationsaufwands und der enormen Kosten für Sicherheitsmaßnahmen, die gegen derartige Klubs nötig werden - den zu erwartenden größeren Einnahmen zum Trotz. Dafür lieferten am Saisonende der VfB Hilden und der SC Düsseldorf-West zwei schlagende Beispiele: Beide Vereine, für die es sportlich um nichts mehr ging, verzichteten auf die Austragung ihres Heimspiels gegen den KFC, bezahlten lieber 250 Euro Strafe fürs Nichtantreten - und hatten Ruhe.

Einen gewaltigen finanziellen, organisatorischen und auch personellen Aufwand in puncto Sicherheit muss nun auch wieder Beeck betreiben. Auch außerhalb des Rasens kommt auf den FC also wieder eine Menge zu - gut also, dass neben Beecks Vorsitzendem Günter Stroinski nun ein zweiter Großsponsor vorhanden ist, der vor allem für die drastisch steigenden Fixkosten geradesteht. Welch eine große Rolle das Thema Sicherheit mittlerweile spielt, zeigt ganz aktuell das Beispiel Westfalia Rhynern. Der für die Regionalliga zuständige Westdeutsche Fußballverband (WDFV) hatte dem Westfalen-Aufsteiger am 21. Juni wegen nicht erfüllter Sicherheits-Mindeststandards im Ausweichstadion in Hamm die Zulassung verweigert. Der Verein legte Protest ein - und Unterlagen vor, die belegten, dass die Stadt Hamm die erforderlichen Baumaßnahmen noch im Juli bewerkstelligen würde. Vergangenen Donnerstag erteilte der WDFV daraufhin die Zulassung.

Zurück zu Beeck. Eines fällt bei den Zugängen auf, die bis auf Joshua Holtby alle schon lange feststehen und mit Perspektive Mittelrheinliga verpflichtet worden waren: Darunter sind drei Akteure aus der Reserve, die 2016 aus der eigenen Jugend gekommen waren, aber keiner aus der letztjährigen U 19, die gegenüber ihrem Vorgänger leistungsmäßig abfiel. Ein positiver Fakt zum Abschluss: Beeck muss keinen Kreispokal spielen - der Regionalligist ist automatisch für den Mittelrheinpokal qualifiziert.

(emo)