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Fussballkreis Heinsberg: So spannend wird die Wahl des Vorsitzenden

Team-Hamel gegen Team-Kranz beim Fußball-Kreistag : So spannend wird die Wahl des neuen Vorsitzenden

Am Montag findet in der Festhalle Oberbruch der mit Spannung erwartete Kreistag des Fußballkreises Heinsberg statt. Mit Heino Hamel und Michael Kranz gibt es zwei Bewerber für den Vorsitz. Amtsinhaber Eduard Meinzer kandidiert nach 15 Jahren nicht mehr.

Kampfabstimmung um den Vorsitz und der Abschied von gleich drei führenden Funktionären: Beim Kreistag des Fußballkreises Heinsberg wird am Montag eine Zeitenwende eingeläutet. Zentral ist dabei der Wechsel an der Spitze: Den Noch-Vorsitzenden Eduard Meinzer, der seit 2007 im Amt ist und aus gesundheitlichen Gründen nicht für eine weitere Amtszeit kandidiert, wollen gleich zwei Männer beerben. Die Rollenverteilung dabei ist klar: Heino Hamel (61), bislang Beauftragter für Freizeit- und Breitensport, ist der Kandidat des Vorstands. Sein Herausforderer ist Michael Kranz (44), Geschäftsführer des SC 09 Erkelenz und einer der bekanntesten Schiedsrichter im Kreis.

  Heino Hamel.  
  Foto: Emonds
Heino Hamel. Foto: Emonds Foto: Emonds/Mario Emonds

Der Versuch Hamels Anfang des Jahres, Kranz in sein Team einzubinden und somit eine Kampfabstimmung zu verhindern, war damals gescheitert. „Michael ist ja zweifellos ein Fachmann. Von daher hatte ich ihm den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden angeboten, doch das hat er leider abgelehnt“, sagt Hamel. „Ja, ich möchte selbst Vorsitzender werden. Es ist einfach Zeit für einen grundlegenden Wechsel, mit meinem Team möchte ich einiges anders als bislang machen. Und meine Kandidatur hatte ich ja schon 2019 auf dem letzten Kreistag angekündigt“, sagt Kranz.

 Michael Kranz.  
  Foto: Kranz
Michael Kranz. Foto: Kranz Foto: Kranz
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Der 44-Jährige ist seit jeher ein Typ, der im Fußballkreis polarisiert. So war er bis 2013 Vorsitzender des Spielausschusses, stand für eine weitere Amtszeit wegen Differenzen speziell mit Meinzer dann aber nicht mehr zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Josef Küppers – und auch der kandidiert nun ebenso nicht mehr wie das langjährige Vorstandsmitglied Ralf Schmidt (aktuell stellvertretender Vorsitzender, davor viele Jahre Geschäftsführer). Da zudem einige Vorstandsmitglieder klipp und klar erklärt hatten, unter einem Vorsitzenden Kranz nicht weiterzumachen, musste Kranz in den vergangenen Monaten auf Kandidatensuche gehen – und ist fündig geworden.

Als stellvertretenden Vorsitzenden gewann er Ralf Wendt (Grün-Weiß Karken), als Schatzmeister Andreas Seidler (Germania Bauchem), als Beauftragten für den Freizeit- und Breitensport Jan Jansen (VfL Übach-Boscheln), als Beauftragte für den Frauenfußball Kim Dahlmanns, die Torjägerin der 2. Frauenmannschaft des SV Waldenrath/Straeten, und als Vertreter der jungen Generation Jonas Benndorf (zweiter Co-Trainer der U19 des FC Wegberg-Beeck). „Alle sind Fußballfachleute, kommen von der Basis, brennen für die Sache, sind hochmotiviert und wissen, wo der Hase langläuft“, sagt Kranz.

Interessant wird es beim Geschäftsführer. Denn Roman Achilles, frischgewählter neuer Vorsitzender des Jungen-Spielausschusses des Fußball-Verbands Mittelrhein, macht als Geschäftsführer auf alle Fälle weiter. Interessant ist das deswegen, weil er das laut Kranz nur noch eine gewisse Zeit machen wird. „In meinem Team ist als sein Nachfolger dann Ralf Zaeske vorgesehen. Roman wird ihn einarbeiten, dann übernimmt Ralf.“ Von diesem Plan zeigte sich Hamel auf Nachfrage überrascht: „Ich weiß nichts davon, dass Roman nicht die vollen drei Jahre zur Verfügung stehen würde.“

Und egal, wer Vorsitzender wird: Den Spielausschuss, das Herzstück jedes Fußballverbands und Fußballkreises, leitet künftig auf alle Fälle Stefan Cüster. Nach anfänglichen Bedenken erklärte er sich doch bereit, die Nachfolge von Josef Küppers anzutreten. Mit dabei bleibt sein langjähriger Weggefährte Helmut Sildatke. Als weitere Staffelleiter im Team Kranz sind Tim Wallrafen und Marcel Caron vorgesehen. Ali Yilmaz steht im Hamel-Team als neuer Staffelleiter parat, dazu kommt dort wie bislang Katja Jordan.

Die würde bei einer Wahl Hamels auch die Frauenbeauftragte bleiben – ebenso Bruno Pigorsch Schatzmeister. Neuer stellvertretender Vorsitzender würde dann Stephan Matzerath (SV Brachelen) werden – Hamels Nachfolger als Beauftragter Freizeit- und Breitensport Jörg Bey (Borussia Hückelhoven). Einen Vertreter der jungen Generation hat Hamel noch nicht gefunden – dieser Posten würde im Fall seiner Wahl also erst einmal vakant bleiben.

Den Vorstand komplettieren auf alle Fälle Konrad Bohnen als Vorsitzender des Jugendausschusses und Dennis Josef Schmitz als Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses. Diese beiden sind von ihren Gremien bereits gewählt worden, werden auf dem Kreistag wie gewohnt also nur bestätigt.

Im Unterschied zu Kranz hat Hamel in den vergangenen Wochen viele Vereine besucht – nicht so sehr, um Wahlkampf zu machen, sondern um sich bei den Vereinen einfach mal vorzustellen und zu hören, wo der Schuh drückt. „Im Alte-Herren-Bereich und im Heinsberger Land bin ich zwar bekannt, darüber hinaus aber noch nicht so sehr“, erläutert er. Hamel ist gebürtiger Aachener, hat dort für die Brander Vereine Borussia und Raspo gespielt. Im Fußballkreis Aachen war er insgesamt 30 Jahre in der Jugend-Spruchkammer tätig – davon 21 Jahre als Vorsitzender. Der Liebe wegen ist er dann nach Heinsberg-Kempen gezogen.

Vor allem zwei Dinge bekam Hamel bei seinen Visiten immer wieder zu hören: „Zum einen beklagen viele Vereine die Ordnungsgelder wegen ihres Schiedsrichter-Untersolls, sehen diese als Bestrafung an. Und zum anderen bereitet vielen die im Raum stehende Reduzierung der B-Liga-Staffeln von drei auf zwei Sorge. Freilich ist die Spreizung der Auffassungen in dieser Frage sehr groß. Auch das habe ich zur Kenntnis genommen.“ Dass der Verband eine Reduzierung auf alle Fälle sehr gerne sehen würde, ist Hamel bewusst. „Wir müssen einfach gucken, was vor Ort notwendig ist, und die Vereine dabei mit ins Boot nehmen.“

Ein Antrag zum Kreistag hat genau dieses Thema zum Gegenstand. Der von Vertretern der Vereine Germania Bauchem, SVG Birgden/Langbroich/Schierwaldenrath, FSV Kraudorf/Uetterath, FC Randerath/Porselen und SV Süggerath/Tripsrath unterzeichnete Antrag fordert eine Aussetzung der vorgesehenen B-Liga-Reform. Zu der hat Kranz eine klare Position: „Ich bin für eine Beibehaltung mit drei Staffeln und 16 Mannschaften pro Staffel.“

In einem Punkt widerspricht Hamel aber Kranz vehement – und das bezieht sich auf diese Aussage von Kranz: „Im Vorfeld hat Heino versucht, Kandidaten von mir abzuwerben. Das ist mir sauer aufgestoßen.“ Diese Aussage stößt umgekehrt nun Hamel sauer auf: „Das ist einfach nicht wahr. Ich habe niemand versucht abzuwerben.“ Lediglich Tim Wallrafen, der grundsätzliches Interesse an einer Mitarbeit signalisiert habe, habe er an das Jugend-Sportgericht verwiesen. „Ich wusste, dass deren Leiter Helmut Holländer jemanden sucht – das ist aber auch schon alles.“